«Haltestille»

Fünf Jahre Raum der Stille in Zürich

Fünf Jahre ist es her, seit die Türen der altehrwürdigen Augustinerkirche zum ersten Mal als Haltestille geöffnet wurden. Sie dient heutzutage, manchmal in blaues Licht getaucht, als Halt der Stille für den Blick aufs Wesentliche, als Ort der Kraft für den Alltag und als Raum der Begegnung mit der Möglichkeit, sich in persönlichen Gesprächen um die Seele zu sorgen.

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Haltestille
«Ein Highlight ist jeweils, wenn Menschen gestärkt und mit neuer Kraft in ihren Alltag zurückgehen können und bei uns einen Moment der Besinnung, des 'Abschaltens' gefunden haben. So kam zum Beispiel nach einer Haltestille eine Frau auf mich zu, erzählte mir von einer schwierigen Lebenssituation und sagte, die Gedanken, die sie eben gehört habe, gäben ihr neuen Lebensmut und liessen sie mit neuer Kraft in ihren Lebensalltag zurückkehren», so Thomas Münch rückblickend auf Höhepunkte ihres Dienstes.

Vorwiegend setzen sich Besucherinnen und Besucher aus Menschen zusammen, welche rund um die neugotische Klosterkirche (Baujahr 1270) in den Büros und Banken arbeiten. Es kommen jedoch auch ältere Menschen vorbei, die den «spirituellen Mittagslunch» schätzen.

Musik-Studierende, blaues Licht und viel Stille

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Seelsorger der Haltestille: Lars Simpson (christkatholisch), Ueli Greminger (evangelisch-reformiert), Thomas Münch (römisch-katholisch)
Zum Inhalt der Haltestille erklärt Thomas Münch, römisch-katholischer Seelsorger: «Seit Januar 2013 arbeitet die ökumenische Haltestille Bahnhofstrasse mit der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) zusammen. Jeden Donnerstagmittag gestalten Studierende der ZHdK den Halt der Stille und öffnen so einen musikalischen Raum der Begegnung. Die Musikerinnen und Musiker wählen die Stücke selbst aus, abgestimmt auf die inhaltlichen Gedanken der Seelsorger.

Dabei ist uns wichtig, dass die Stille genügend Raum erhält. Und so haben wir eine klare Zeitstruktur entwickelt:

  • 5 Minuten Stille, aufgeteilt in 2 Blocks
  • 10 Minuten Musik, aufgeteilt in 4 Stücke
  • 5 Minuten Worte, aufgeteilt in Bibelwort, Einführung in die Stille, Kraftwort

Zum 5-Jahre-Jubiläum haben wir der Bevölkerung fünf Mal Haltestille geschenkt, Montag 12. Juni bis Freitag 16. Juni jeweils um 12.15 Uhr. Ab 18 Uhr gab es die Happy Hour mit Früchtebowle und anschliessend Stille und Licht bis 22 Uhr. Eingebettet als Veranstaltungen in die Woche «Stilles Zürich», haben über Mittag zwischen 10 und 25 Personen einen Halt der Stille gemacht.

Dabei waren die meisten Besucher/innen zum ersten Mal in der Haltestille. Am Abend gingen 20-25 Personen täglich ein uns aus und haben die in blaues Licht getauchte Kirche und die Stille genossen.»

Zweite Haltestille

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Haltestille
Seit März 2017 gibt es nebst der Haltestille Bahnhofstrasse in der Augustinerkirche, jeweils donnerstags ab 12.15 Uhr, auch die Haltestille Enge am Mittwoch zur selben Zeit in der Kirche Enge. Ziel wäre es, dass es Montag bis Freitag jeweils irgendwo in der Stadt ein derartiges Angebot gibt.
 
Weitere Angebote in der Augustinerkirche 12.15-12.35 Uhr:
Musik / Stille / Wort, anschliessend, Gesprächsmöglichkeit
 
06.07. mit Thomas Münch und Eva-Maria und Xenia Burkard, Celli
13.07. mit Lars Simpson und Merit Eichhorn, Orgel
20.07. mit Thomas Münch und Salome und Mirjam Brang, Bratsche und Violine
27.07. mit Ueli Greminger  
03.08. mit Frank Bangerter und Graziella Nibali, Flöte
10.08. mit Lars Simpson und Esther Morgenthaler, Akkordeon
17.08. mit Thomas Münch und Xenia Burkard (Cello) und Omar Barone (Violine)
24.08. mit Ueli Greminger  
31.08. mit Lars Simpson und Merit Eichhorn, Orgel

Zur Webseite:
Haltestille

Zum Thema:
Architektin: «Räume der Stille» sorgen für Erholung und Stressabbau
Ökumenisches Projekt: Glatt: Raum für Stille im Shopping-Tempel
Miteinander mit Grenzen: EMK trägt Kirche im «Haus der Religionen» mit

Datum: 28.06.2017
Autor: Roland Streit
Quelle: Livenet

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