Nach Tod des Kindes

Wie ich wieder froh wurde

Als Kenia Iglesias' Sohn stirbt, bricht für sie alles zusammen. Ihre Ehe bietet ihr keinen Halt mehr und sie denkt an Selbstmord. Doch dann begegnet sie Gott.

Zoom
Kenia und ihr Mann Ramon Iglesias.
Ich heisse Kenia Iglesias und komme aus Brasilien. Ich lebe seit vielen Jahren in Deutschland und war immer sehr glücklich, bis zum schlimmsten Tag meines Lebens: der Tag, an dem mein Kind starb.

Ein Albtraum wird wahr

Seit mein Sohn zwei Monate alt war, hatte er eine laufende Nase. Sein Arzt hat immer gesagt, alles wäre in Ordnung, das sei nur eine kleine Grippe.

Eines Tages war ich allein mit dem Kleinen zu Hause, mein Mann war auf Geschäftsreise. Dem Jungen ging es nicht gut. Und so hab ich zu ihm gesagt: «Komm, wir gehen noch mal ins Bett, ein bisschen kuscheln.» Er drehte sich von mir weg und plötzlich hörte ich ihn nicht mehr. Sein Herz hatte aufgehört zu schlagen. In dem Moment klingelte das Telefon, ich nahm das Kind und rannte die Treppen runter, wie eine Verrückte. Es war mein Mann und alles, was ich sagen konnte war: «Er atmet nicht mehr!»

Keanu Antonio wurde nur eineinhalb Jahre alt. Er hatte einen angeborenen Herzfehler, den die Ärzte nie entdeckt hatten. Er starb in meinen Armen und wachte nie mehr auf. Er war einfach tot. Als mir das bewusst wurde, ging mein Leben kaputt. Ein Grossteil von mir war nicht mehr da.

Auch unsere Ehe litt darunter. Ich wollte reden, mein Mann wollte stumm trauern. In diesen Tagen dachte ich an Selbstmord. Ich wollte nicht mehr leben.

Hoffnung

Zwei Monate später lernte ich den Bekannten einer Freundin kennen, mit dem ich über mein Leid sprach. Ohne grosse Erklärungen über Gott zu machen oder von Jesus zu erzählen, sagte er einfach nur: «Gott versteht dich.» Als er sich verabschiedete, sagte er zu meiner Freundin: «Wir sehen uns ja morgen in der Gemeinde.» Ich war neugierig und erfuhr, dass sie in einen Gottesdienst gehen.

Damals kannte ich Gott noch nicht. Aber ich wollte mitgehen in diesen Gottesdienst. Als ich das erste Mal dort war, ging es um die Liebe Gottes. Dass Gott uns bedingungslos liebt. Dass Jesus uns liebt und uns so nimmt, wie wir sind. Auch mit leeren Händen. Das sprach mich an. Ich hatte alles verloren und hatte nichts mehr. Diesen Gott, diesen Jesus wollte ich kennenlernen.

An diesem Tag entschied ich mich für ein Leben mit Jesus und dieser Tag wurde zu einem der schönsten in meinem Leben.

Schritte der Heilung

Eine Woche später kam auch mein Mann mit in den Gottesdienst. Auch er nahm Jesus an. Durch Gott fanden wir Trost und Hoffnung in unserer tiefsten Tiefe. Mit der Zeit kam auch unsere Ehe wieder in Ordnung.

Heute fühle ich mich nicht mehr allein, denn ich weiss, dass Jesus immer da ist. Es ist nicht so, dass ich nicht mehr weine und dass ich mein Schicksal einfach so angenommen habe. Noch nicht. Ich vermisse meinen kleinen Kerl sehr.

Aber ich weiss, dass ich meinen Sohn eines Tages wiedersehen werde, das hat mir Jesus versprochen. Und dass wir sehr glücklich sein werden. Ich freue mich sehr, dass ich Jesus in meinem Herzen habe. Er schenkt Hoffnung in ausweglosen Situationen.

Kenias Geschichte auf gottkennen.de:

Zum Thema:
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Datum: 12.06.2015
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch / gottkennen.de

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