«Mir kann keiner mehr was erzählen»

Anderthalb Stunden Herz blockiert – und überlebt

Tom ist ein Mann mitten im Leben – aktiv, kreativ, erfolgreich. Alles läuft bestens – bis ein massiver Herzinfarkt vor 2 Monaten wie ein Blitz einschlug. Dass Tom noch lebt, ist eine Kette von Wundern. «Hier hat Gott seine Hand massiv im Spiel», sagen er und seine Frau heute.

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Tom Eisenhut mit seiner Frau
Jung verheiratet und mit zwei kleinen Mädchen, hat Tom Eisenhut (39) aus Herbligen BE seiner Familie gerade ein schönes Haus gekauft und renoviert. Er ist ein begabter Zimmermann, der mit seinen künstlerischen Gestaltungen kreative Bauten auf die Beine stellt. Mit drei Angestellten kommt seine Firma kaum nach mit Aufträgen – Gstaad, Bern, teure und grosse Bauten.

Glaube mit einigen Zweifeln

«Ich bin nicht fromm aufgewachsen, aber an Gott habe ich eigentlich immer irgendwie geglaubt», beschreibt Tom seine religiöse Einstellung. «Ich bin auch Bergsteiger, und er hat mich einmal massiv und deutlich aus der Eiger-Nordwand gerettet. Ich habe überlebt, aber so was vergisst man auch wieder.» Er lernt Monika kennen, die beiden heiraten 2010. Sie können ein schönes Haus erwerben, das sie beide mit viel Kreativität individuell ausbauen. Auch der Kinderwunsch beider erfüllt sich bald: Zwei Mädchen werden ihnen geschenkt. Auch Monika zweifelt eigentlich nicht an der Existenz Gottes, hat aber eher Mühe mit ihm: Ein behinderter Bruder und verschiedene Todesfälle lassen sie immer wieder an seiner Güte zweifeln. Sie hält sich als Floristin lieber an die Natur. 

Eines Tages lernen Eisenhuts Christen aus dem Dorf kennen, die eine enorme Bereicherung ihres Lebens werden, wie sie es ausdrücken. Die Grosszügigkeit und selbstverständliche Freundlichkeit der Familie beeindrucken sie. «Wir haben erfahren, dass uns selbstlos Liebe entgegengebracht wurde, ohne dass man dafür etwas zurück erwartet.» Monika darf ihre Zweifel offen nennen und fühlt sich trotzdem angenommen. Eines Sonntags gehen sie freiwillig mit ihren Freunden in ihre Freikirche mit, und von Anfang an gefällt es ihnen enorm. «Die Möglichkeiten für die Kinder, die Predigten, die direkt ins Herz gingen, und die Musik haben uns sehr angesprochen und berührt.» Das war vor etwa anderthalb Jahren.

Wie ein Blitzschlag

Aber Monika ist die ganze Sache doch etwas zu eng, und sie kann sich nicht so mit diesem Glauben identifizieren, obwohl sie mittlerweile eine Kleingruppe besuchen, die ihnen eigentlich gefällt. «Aber alle sassen mit ihrer Bibel auf dem Schoss da, das war mir auch manchmal zu steif», schmunzelt Monika. «Aber ich konnte meine Zweifel immer sagen, die Leute fanden das gut, dass ich ehrlich bin. Ich musste mich nicht dafür verbiegen oder heucheln, um dazuzugehören.»

Tom hatte weniger Mühe, weil er Gott schon so oft erlebt hat. Indessen wächst ihm im Herbst 2014 die Arbeit fast über den Kopf. «Wir hatten mehrere Projekte laufen, und ich habe jeden Tag von 5 bis 22 Uhr Vollgas gegeben. Ach ja, da waren auch noch meine Frau und die beiden Kinder, die auch noch ein Stück von mir wollten», erinnert er sich.

Am 24. November 2014 liegt die Familie mit einer Magen-Darmgrippe im Bett, und gegen Abend erwischt es auch Tom. «Er musste ins Badezimmer, sich übergeben, und klagte über einen stechenden Schmerz in der Brust», erzählt Monika «Aber den Arzt wollte er nicht, sondern legte sich mit einer Schüssel aufs Sofa in der Stube.» Monika ist bei den Kindern im Schlafzimmer und hört nach längerer Zeit, wie die Plastikschüssel zu Boden fällt. Als sie beunruhigt nachschauen geht, liegt Tom bewusstlos auf dem Boden und atmet nicht mehr.

Ein Wunder nach dem anderen

Was jetzt passiert, ist eine Kette von Wundern. «Schon dass ich aufgestanden bin und nachgeschaut habe, ist ein Wunder», erzählt Monika. «Ich habe das richtige Telefon erwischt, die richtige Notfallnummer erreicht und dann unsere Freunde angerufen, weil ich wusste, dass es nicht reicht, bis die Ambulanz kommt». Die Freunde kommen sofort; ein junger 17-jähriger Mitarbeiter ihrer Freunde ist Samariter, und er weiss, wie er das ganze Chaos organisieren und Erste Hilfe leisten muss. Die zwei Männer bemühen sich eine Viertelstunde mit Herzmassage und Beatmung um Toms Leben, bis die Ambulanz eintrifft. Ihre Freundin betet laut im Zimmer.

Die Ambulanz trifft ein und versucht, mit dem Defibrillator Toms Herz wieder zum Schlagen zu bringen. Seit einer halben Stunde ist kein Puls mehr spürbar. Vier oder fünf Anläufe bringen keinen Erfolg;  Tom wird ins Auto verfrachtet und ins Inselspital gebracht. «Gott sei Dank haben sie nicht aufgegeben», sagt Tom. «Insgesamt haben sie sieben Mal 'geschossen'.» Im Inselspital wird dann ein massiver Blutpfropfen in Toms Herz lokalisiert, über eine Vene entfernt und ein Stent gesetzt; daraufhin beginnt das Herz wieder zu schlagen – nach eineinhalb Stunden. Tom wird ins künstliche Koma versetzt, um das Gehirn zu entlasten. Niemand weiss, was noch funktionieren wird und was die Reaktion sein wird, wenn er wieder wach wird. Was sie erst später erfuhren: in ihrer Gemeinde beten die Leute rund um die Uhr. 

«Gott hat mich an sein Herz gezogen»

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Monika ist hilflos am Bett ihres Mannes und fängt in ihrer Angst an, Lieder zu singen, die sie in der christlichen Gemeinde gelernt hat. In diesem Moment spürt sie: «Jetzt zieht Gott mich an sein Herz.» Nach einem Tag werden sie wieder eilig ins Spital gerufen. «Es ist unglaublich!», sagen die Ärzte. «Es ist alles wieder da – alle Reaktionen, alle Hirnfunktionen, alles!» Tom ist «im Eilzugstempo» aufgewacht und hat keinerlei Schaden am Herz, am Gehirn oder sonst am Körper davongetragen – ausser einer zweitägigen Gedächtnislücke.

Am nächsten Sonntag geht Monika im Gottesdienst auf die Kanzel und bekennt: «Jetzt muss mir keiner mehr was erzählen. Jetzt weiss ich, dass es Gott gibt und dass er Tom gerettet hat.»

Tom kommt zur Therapie in eine Spezialklinik. Kommentar des Chefarzts: «Sie sind ein medizinisches Wunder. Ihre Frau und Ihr Umfeld sind ein Geschenk – und auch der liebe Gott hat gewaltig mitgeholfen, dass Sie keinen Schaden davongetragen haben.»

Seit vier Wochen ist Tom daheim und trainiert wieder. Aber er weiss: «Ich darf nicht mehr so weitermachen wie bisher. Die alten Muster und mein Leistungsdenken sind nicht automatisch weg. Vor allem will ich darum jetzt die Beziehung zu Gott leben, koste es, was es wolle» 

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Datum: 04.02.2015
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Jesus.ch

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