Die gute Tat

Was virale Videos zum Stoppen bringt

Zoom
In den sozialen Medien werden manche Videos millionenfach angeklickt. Warum? Weil ihr Inhalt die Menschen begeistert. Doch was wäre, wenn wir alle einfach das tun würden, wozu uns die Bibel auffordert?

Viral – das ist ein Wort, das sich mit der Nutzung der Sozialen Medien im vergangenen Jahrzehnt in unseren Wortschatz eingeschlichen hat. Wie ein Virus verbreiten sich aber nicht nur Negativnachrichten, sondern immer häufiger positive News und vor allem Videos. Eine Polizistin betet für Strassenkinder; ein kleiner Junge lädt einen Obdachlosen ins Restaurant zum Essen ein; eine Zweijährige betet allein im Bett, weil die Eltern das abendliche Gebet vergessen haben; ein Mann hält eine Frau davon ab, Selbstmord zu begehen. Solche Videos werden schnell millionenfach angeklickt. Mein Favorit in letzter Zeit war das Video eines thailändischen Polizisten, der, als ein mit einem Messer bewaffneter Mann in die Polizeistation kommt und ihn bedroht, mit dem Mann zu reden beginnt, ihm dann das Messer ruhig abnimmt und ihn im Anschluss sogar umarmt. 148 Millionen Mal wurde dieses Video geschaut!

Doch warum? Was ist an diesen – qualitativ normalerweise äusserst schlechten – Videos so anziehend? Vielleicht liegt es daran, dass Menschen in unserer Zeit, in der wir von Negativmeldungen fast erschlagen werden, sich nach einer guten Nachricht sehnen. Oder weil es einfach niedlich ist, dass der 5-Jährige den Obdachlosen zum Essen einlädt. Oder aber, weil man weiss, dass dies eigentlich das Verhalten von uns allen sein sollte und man die Person im Video unterstützen und ihr applaudieren möchte.

Aufforderungen der Bibel viral?

Doch genau hier liegt der springende Punkt: Letztlich wissen wir doch, dass wir alle so reagieren sollten – oder? Das ist das Korrekte, das Menschliche – und letztlich das Biblische. Unzählige Male schreibt Paulus in seinen Briefen, wie wir uns als Christen verhalten sollten. «Keiner soll sich über den anderen erheben. Seid vielmehr allen gegenüber freundlich und geduldig und geht nachsichtig und liebevoll miteinander um», heisst es in Epheser, Kapitel 4, Vers 2 und wenig später in Vers 32: «Geht vielmehr freundlich miteinander um, seid mitfühlend und vergebt einander, so wie auch Gott euch durch Christus vergeben hat.» Oder in 2. Korinther, Kapitel 6, Vers 6 schreibt Paulus: «Wir lassen uns nichts zuschulden kommen und erkennen Gottes Willen; wir sind geduldig und freundlich, Gottes Heiliger Geist wirkt durch uns, und wir lieben jeden Menschen aufrichtig.» Auch Jesus hat viele solcher Aufforderungen gemacht, nicht zuletzt «Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen!» (Matthäus, Kapitel 5, Vers 44).

Probleme bei der Umsetzung

Wir wissen, wie wir uns verhalten sollten – doch ich selbst ertappe mich dabei, dass es bei der Umsetzung hapert. Warum gebe ich dem Mann, der am Boden sitzt und um Geld bittet, nicht einfach den Euro, anstatt darüber nachzudenken, wofür er das Geld hinterher ausgeben wird? Warum setze ich mich im Bus nicht neben die Frau, die vor sich hin schluchzt, und frage sie, ob ich für sie beten darf? Und auch im engeren Kreis, in meiner eigenen Familie: Warum bin ich nicht immer geduldig, freundlich und liebevoll? Denn Gott selbst bietet uns seine Hilfe dazu an. Er will uns mit seinem Geist erfüllen, damit dann aus ihm heraus die Früchte des Geistes wachsen, genau die Liebe, Geduld und Barmherzigkeit, die uns so oft fehlen.

Gemeinsam «viral» leben

Mein Vorsatz ist es, mich mehr von Gottes Geist füllen zu lassen, damit ich in meinem Alltag geduldiger bin, aber auch Fremden gegenüber freundlicher und barmherziger. Denn wenn wir alle die Aufforderungen aus der Bibel in die Tat umsetzen würden, gäbe es vermutlich kaum noch virale Videos auf Facebook – weil es so normal wäre, jemanden zu sehen, der Gutes tut. Und unsere neue einladende Art würde dann bestimmt auch im Leben viral werden und andere positiv anstecken und sicherlich auch auf den Glauben neugierig machen.

Zum Thema:
Zeichen des Dankes: Zivilisten umarmen spontan US-Polizisten
Polizist betet für Kriminellen: «Du bist Jesus wichtig!»
Fünfjähriger betet vor Schultür: «Das soll man doch machen…»

Datum: 29.07.2017
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet

Kommentare

Einmal zeigt dies, dass es offenbar einfacher ist, ein Video ins Internet zu stellen oder zu teilen als in der realen Welt jemandem zu helfen. Dann, für Atheisten: Diese weltweite "Viralität" deutet auf eine Quelle als das absolut Gute, die all diesen Menschen den gleichen Sinn für das Gute eingepflanzt hat. Drittens lässt das die Christen nicht sehr gut aussehen. Wenn es in einem Land etwa 3-4% Christen gibt, sollten z.B. in einem gut gefüllten ÖV-Mittel bei Notlagen immer ein paar Leute zur Stelle sein, was leider nicht so ist. Ein guter Anstoss, uns weniger im Netz zu bewegen, wo der grössere, nonverbale Teil der Kommunikation gar nicht ankommt u. immer wieder zu Missverständnissen führt.

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