Die Schönheit des Menschen

Humanæ – ein Kunstprojekt gegen Rassismus

Die Fotografin Angélica Dass portraitiert Menschen und dokumentiert dabei deren Hautfarbe. Ihr Kunstprojekt Humanæ unterstreicht die Individualität von Menschen, ihren Wert und ihre Ebenbildlichkeit mit Gott – gerade durch ihre Vielfalt.

Zoom
Humanae-Projekt
Pantone 7522 C ist ein Farbton. Die Haut von Angélica Dass, einer brasilianischen Fotografin, die in Madrid lebt, hat diesen Ton. Sie hat sich selbst für ihr Langzeitprojekt Humanæ portraitiert, genauso wie 3'000 andere Menschen aus verschiedenen Ländern, Kulturen, Religionen und Geschlechtern. Die entstandenen Bilder präsentiert sie als Beitrag gegen Rassismus.

Von Rassismus eingeholt

Angelica Dass musste erfahren, dass die Hautfarbe mehr als nur einen ersten Eindruck vermittelt. In einem bewegenden Vortrag stellt die Brasilianerin heraus, dass sie in eine farbenfrohe Familie hineingeboren wurde. Die Hautfarben variierten zwischen dunkler Schokolade, Vanille-Erdbeerjoghurt, Zimt mit Haselnuss und geröstetem Pfannkuchen. Für Dass waren diese multikulturellen Einflüsse durch Vermischung und Adoption immer alltäglich. Farbigkeit war normal. Doch sie machte die Erfahrungen vieler Menschen mit dunkler Hautfarbe. Wenn sie ihren hellhäutigen Cousin zur Schule brachte, war sie das Kindermädchen; beim Spazierengehen mit europäischen Freunden wurde sie für eine Prostituierte gehalten; beim Besuch ihrer Grosseltern durfte sie den Aufzug für Weisse nicht benutzen. Irgendwie gewöhnte sie sich daran und gleichzeitig lehnte sich alles in ihr dagegen auf. So entstand die Idee zu Humanæ.

Die Schönheit der Vielfalt zeigen

Die studierte Fotografin macht Portraits von verschiedenen Menschen. Dann wählt sie ein 11x11 Pixel grosses Quadrat von der Nase des Fotografierten aus, bestimmt den Farbton nach dem internationalen Pantone-Farbschema und färbt den Hintergrund in der gleichen Farbe ein. So entsteht eine Art globales Mosaik, ein Inventar menschlicher Hauttöne, ein Dokument der Vielfalt. Angelica Dass will damit zeigen, dass es mehr gibt als Schwarz, Weiss, Gelb und Rot. Ihre Fotos zeigen eine besondere Schönheit und gleichzeitig Einzigartigkeit. Religion, Nationalität, Herkunft, Wohlstand oder sexuelle Orientierung sind darauf nicht zu erkennen. Die Künstlerin fotografiert Taube und Blinde, Junge und Alte, Arme und Multimillionäre. Ihre Aufnahmen zeigen: Wir sind einzigartig, aber auch gleich.

Ausgestellt und in der Öffentlichkeit

Zuerst präsentierte die Fotografin die Bilder des Humanæ-Projekts im Internet. Dann kamen Ausstellungen dazu. Besonders begeistert ist sie, wenn ihre Fotos im öffentlichen Raum präsentiert werden oder in Schulen. Dabei sollen die Bilder, obwohl das vielen Menschen schwer fällt, nie von hell nach dunkel sortiert werden. Angélica Dass erklärt: «Ich sehne mich nach einer Welt, in der eine Hautfarbe nicht wichtiger ist als eine andere. Mir geht es darum zu zeigen, dass es bei Menschen eine wunderschöne Farbvielfalt gibt.»

Liebe ist immer konkret

Die brasilianische Künstlerin betont nirgendwo, dass ihre Arbeit etwas mit Gott zu tun hat – doch das hat sie. Verachtung, Geringschätzung oder Rassismus können sich abstrakt entwickeln. Man braucht kein konkretes Gegenüber dazu, oft würde es sogar stören. Sobald man dagegen einen Menschen so wahrnimmt, wie ihn Gott gemacht hat, hört er auf «etwas» zu sein und wird zu «jemand». Dazu leistet das Projekt Huamanæ einen schönen Beitrag.

Zum Thema:
Sieben Einstellungen zum Rassismus: «Gott möchte, dass wir Versöhner und Brückenbauer werden»

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Datum: 29.05.2017
Autor: Hauke Burgarth
Quelle: Livenet

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