Advent kann anders sein

Gott hat eine neue Adresse

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Mit der Adventszeit kommen auch die Klagen: Hetze, Konsumzwang, «alle Jahre wieder» und «muss-das-denn-alles-sein». Dabei kann Advent die spannendste und reichste Zeit des Jahres werden – wenn wir den Schlüssel dazu finden.

Ganz ehrlich: Advent ist immer, was wir daraus machen. Niemand zwingt uns, uns in den Konsumwirbel reinziehen zu lassen. Und je mehr wir es packen, was da eigentlich passiert ist, umso gefüllter können die nächsten Wochen werden.

Nicht Geburt, sondern Ankunft

Advent heisst «Ankunft». Da ist etwas passiert vor über 2000 Jahren, was heute unheimlich aktuell ist. Weihnachten ist viel mehr als nur die Geburt eines herzigen Babys – ganz ehrlich, das Erlebnis hatten wir auch, als unsere eigenen Kinder geboren wurden. Weihnachten ist auch viel mehr als «ein armer Mann und eine arme Frau haben kein Dach über dem Kopf» – vom Ochs- und Esel-Kitsch ganz zu schweigen.

Warum also feiern wir schon vier Wochen vor Weihnachten Advent, als wenn ein Tag nicht genug wäre? Letztlich darum: Gott ist in unserer Welt angekommen. Endgültig angekommen. Vorher war er weit weg im Himmel, jetzt wohnt er bei uns. Vorher war ein «unendlicher Unterschied» zwischen Gott und den Menschen. Er oben, wir unten. Und dann passierte eines Tages das Undenkbare: Der Grosse wurde klein, der Allmächtige wurde ziemlich schwach, und der Ewige liess sich in Raum und Zeit beschränken.

Gott hat eine neue Adresse

Wenn wir Besuch bekommen, sind wir – spätestens nach drei Tagen – meistens froh, wenn er wieder geht. Gott wurde Mensch und hat die Welt besucht – und er bleibt hier wohnen. An Weihnachten hat Gott gesagt: «Ich will nicht primär in meinem Himmel wohnen, sondern schlussendlich bei den Menschen. Mein Zweitwohnsitz soll zum Erstwohnsitz werden. Dort, in der Gesellschaft der Menschen, will ich von jetzt an wohnen.» Seit Advent gilt nicht mehr «Oben der gute Himmel, unten die böse Erde». Gott hat diesen ganzen Dualismus durcheinandergewirbelt.

Nicht wie ein Buddha im Himmel

Gott hat sich in die Welt festgekrallt, all ihr Elend geteilt. Advent bedeutet: Die Welt ist nicht mehr Gott-los. Mit Weihnachten hat Gott eine beharrliche Geschichte hier auf der Erde angefangen, die bis heute weitergeht und noch lange nicht fertig ist. Er sitzt eben nicht mehr wie ein Buddha im Himmel und guckt sich das Elend hier unten an. Sondern er ist mitten reingegangen, solidarisierte sich und hielt unser Leben aus. Haben Sie das schon einmal erlebt, wenn sich jemand mit Ihnen solidarisiert? Plötzlich bin ich nicht mehr allein. Jemand teilt mein Schicksal. Jemand steht an meiner Seite. So ist Gott seit Weihnachten!

Der Gott, dem nichts Menschliches fremd ist

Wenn das stimmt, wenn Gott in Jesus historisch geworden ist, dann ist er in unserer Welt drin. Ist uns nahe. Advent bereitet uns darauf vor. Gott hat einmal zum Anfassen in unserer Mitte gelebt. Er kennt das Menschenleben aus eigener Erfahrung. Und auch wenn wir ihn heute nicht mehr so sehen und anfassen können, ist er unsichtbar höchst real. In der Adventszeit sagt Gott: «Ich möchte dich gern kennenlernen. Ich bin an dir interessiert. Du kannst mich erfahren. So wie Jesus war, so bin ich.» 

Ein Herrgott, der irgendwo hinter den sieben Bergen hockt, nützt uns nicht viel. Aber ein Gott, der Mensch wurde, der kann helfen und eingreifen. Er hat eine neue Geschichte angefangen, durch die bis heute Millionen von Menschen verändert worden sind.

Verstehen wir jetzt, warum Advent solch eine aufregende Zeit ist? Gott ist bei uns. Erlebbar. Die Welt ist nicht sein Feind, sondern er hat sie so sehr geliebt, dass er mitten reinkam. Und er ist an unserem Leben, unserem Alltag, unseren Spannungen und unserem Versagen interessiert. Seit er Mensch war, ist ihm nichts Menschliches fremd und kann ihn nichts schockieren.

Warum das alles? Damit wir ihn endlich an uns ranlassen. Aus unserem Versteck kommen und uns heilen lassen. Den ersten Schritt hat er gemacht. Der zweite liegt bei uns. Wenn wir ihn reinlassen in unser Leben, bekommen WIR eine neue Adresse: wir werden zu «Söhnen und Töchtern Gottes».

Zum Thema:
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Datum: 07.12.2017
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Jesus.ch

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