Jedes Paket zählt

Vielleicht schon bald 100'000 Päckli aus der Schweiz

Mit erneut über 91'000 Pakten ist die «Aktion Weihnachtspäckli» die grösste derartige Aktion in der Schweiz. Dennoch betont Ursina Mantel von «Licht im Osten», dass den involvierten vier christlichen Hilfswerken jedes einzelne Paket am Herzen liege – weil jedes davon viel Freude bei den Empfängern in den osteuropäischen Ländern bringt.

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Ein Junge freut sich übers Päckli.
Die Aktion wird gemeinsam von vier Hilfswerken durchgeführt: Licht im Osten (LIO), Christliche Ostmission (COM), Aktion für verfolgte Christen und Notleidende (AVC) und Hilfe für Mensch und Kirche (HMK). Livenet unterhielt sich mit LIO-Kommunikationsleiterin Ursina Mantel über die diesjährige Aktion.

Ursina Mantel, mehr als 91'000 Päckli wurden im letzten Jahr gesammelt, rechnen Sie in diesem Jahr mit noch mehr?
Ursina Mantel: Als Kooperation haben wir gemeinsam mit vielen Menschen in der Schweiz letztes Jahr erneut eine Rekordzahl erreicht. Unsere Freude über die 91'100 Weihnachtspäckli ist gross! Davon waren 30'584 Päckli von Licht im Osten. Wir wünschen uns natürlich sehr, dass wir auch in diesem Jahr erneut den Rekord brechen können. Dennoch liegt uns jedes einzelne Päckli am Herzen.

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Ursina Mantel
Wir bekommen immer wieder Rückmeldungen, wie Kinder, Familien und alte Leute sorgfältig ihre Päckli packen und bei uns im Büro oder im Lager in Frauenfeld abgeben. Die Solidarität mit den Menschen im Osten und der Gemeinschaftssinn, zusammen als Schweiz etwas zu bewirken, sind uns wichtig. Bereits sind bei uns viele Bestellungen für Werbematerial für die Aktion Weihnachtspäckli eingegangen. Flyer werden für lokale Sammeltage bedruckt, versendet und verteilt. Wir freuen uns, dass auch dieses Jahr wieder viele mitmachen.

Reagiert die Päckli-Aktion auf die Flüchtlingslage?
Die Bilder und Berichte über so viele Menschen auf der Flucht beschäftigen und bewegen uns. Darum haben wir als Kooperation entschieden, 16'000  Päckli an Flüchtlinge auf dem Balkan, in Griechenland und in der Ostukraine zu verteilen. Wir haben lokale Partner vor Ort in der Ostukraine, die bereits wichtige Nothilfe leisten. Sie sprechen die Sprache, kennen die Kultur und sind vor Ort gut vernetzt mit anderen Christen. Licht im Osten wird mit zwei Lastwagen in den Donbass fahren, wo zwei Teams die Päckli verteilen werden.

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Die Päckli werden in Gitter gepackt.
30 Sattelschlepper-Fahrten werden geleistet, wie wird dieser Kraftakt bewältigt?
Licht im Osten hat zwei eigene Lastwagen. Letztes Jahr haben vier Sattelschlepper und drei Anhängerzüge unser Lager in Frauenfeld verlassen und Päckli nach Moldawien, Rumänien und in die Ukraine gebracht. Am 9. November fährt ein Lastwagen mit der ersten Ladung mit Weihnachtspäckli in die Ukraine. Über hundert Ehrenamtliche helfen bei Licht im Osten mit. In der ganzen Schweiz hat die Kooperation rund 490 Sammelstellen! Nur mit Hilfe all dieser Menschen können wir eine Aktion wie diese umsetzen.

Was geschieht mit den gesammelten Paketen?
Die Päckli werden in Gitter gelagert, sortiert nach Kinder- und Erwachsenenpäckli. Dann werden sie in die Lastwagen verladen. Freiwillige Chauffeure fahren die wertvolle Fracht zu den vorbestimmten Abladestationen, wo die lokalen Partner mit ihrem Team die Päckli von Hand abladen. Sie bringen die Päckli zu Menschen nach Hause. Oft zu Fuss durch Dunkelheit und Kälte.

Licht im Osten fährt mit fünf Lastwagen in die Ukraine, zwei davon in den Donbass, zwei gehen nach Moldawien und einer nach Rumänien.

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Voll beladener Lastwagen von Licht im Osten.
Wer bekommt ein Päckli?
Die Päckli werden an bedürftige Schulkinder, Waisen, Behinderte, Kranke, Rentner, Alleinerziehende und arme Familien verteilt. Oft leben die Menschen in Einsamkeit und Kälte. Wort und Tat sind für uns und unsere Partner untrennbar verbunden. Darum verteilen wir mit den Päckli auch Kalender mit Bibelversen in der jeweiligen Landessprache, Kinderzeitschriften – entweder rumänisches Felinarul, ukrainisches Steschinka und russisches Tropinka – und haben immer auch Bibeln dabei, wenn jemand eine möchte.

Licht im Osten bietet jedes Jahr Weihnachtspäckli-Verteilreisen in der Weihnachtszeit an. Nicole Sturzenegger, die Projekt- und Reiseleiterin, unterstützt mit den 50 Teilnehmern unsere Leute vor Ort, die Weihnachtspäckli an Familien, in Schulen, Heimen und Gefängnissen verteilen.

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Freiwillige helfen beim Verteilen der Päckli.
Wissen Sie von Menschen, die vor Jahren ein Päckli erhalten haben und die heute - dadurch motiviert - in ihrem Land zu den einheimischen Verteilern gehören?
Unser Projektleiter begleitete einen lokalen Partner in Südmoldawien bei der Verteilung der Weihnachtspäckli. Sie besuchten eine staatliche Schule, wo in der Aula 200 Kinder versammelt waren. Die Jugendgruppe aus der lokalen Freikirche organisierte das Kinderprogramm. Sie sangen mit ihnen, erzählten die Weihnachtsgeschichte und überreichten die Päckli. Eine junge Frau kam auf den Projektleiter zu und erzählte strahlend: «Vor Jahren bekam ich als Kind ein Weihnachtspäckli und das Tropinka. Dadurch habe ich Jesus kennengelernt und mit mir hat meine ganze Familie zum Glauben gefunden. Heute dienen wir Gott und ich verteile selber Weihnachtspäckli.»

Zur Webseite:
Aktion Weihnachtspäckli
Licht im Osten

Zum Thema:
Mit 470 PS nach Moldawie: Schlaglöcher und mürrische Zöllner
Ukraine: Report von der Front: Weihnachtspäckli aus der Schweiz machen einen Unterschied
Noch nie so viele Pakete: 91'102 Weihnachtspäckli für Osteuropa

Datum: 30.10.2015
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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