«Schatzchischte» Frauenfeld

Kirche engagiert Mütter für Unterricht

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Eine Mutter erzählt den Kindern im Quartier die Geschichte aus der Bibel.

In Frauenfeld vermitteln Mütter im Auftrag der evangelischen Landeskirche Kindern ihres Quartiers den Glauben. Das Projekt «Schatzchischte» wird nach dem ersten Jahr positiv bewertet und weitergeführt.

Im Thurgau sind die Kirchgemeinden ab der vierten Klasse verpflichtet, Religion zu unterrichten. Doch zunehmend bieten sie, weil es gewünscht wird, schon in der Unterstufe Religionsunterricht an. Die Kirchgemeinde Frauenfeld geht mit dem Projekt «Schatzchischte» ein Stück weiter. Denn nicht Katechetinnen, sondern die eigenen Mütter oder Bezugspersonen aus der Nachbarschaft begleiten die Zweitklässler ein halbes Jahr lang.

Im vergangenen Schuljahr gab es zehn Quartiergruppen; die Kinder hörten zu Hause biblische Geschichten, beteten, sangen und bastelten. Der Unterricht fand im Zwei-Wochen-Rhythmus von den Herbst- bis zu den Pfingstferien statt. Alle kirchlichen Feiertage sind in diesem Halbjahr enthalten und konnten thematisiert werden. Eine Lektion dauerte jeweils 75 Minuten.

Eltern erfreut

Jede Schatzchischte-Stunde wird gemeinsam bis ins Detail vorbereitet. Die Mütter erhalten von zwei Katechetinnen und einem Pfarrer eine praxisnahe Einführung in diese Aufgabe.
Im Eröffnungsgottesdienst zum Auftakt des Halbjahresprogramms erhält jedes Kind seine persönliche Schatzkiste, verziert von den Eltern. Darin kann es nach Abschluss des Kurses einen «Erinnerungsschatz» aufbewahren. Theologisch und methodisch wird das Quartiergruppenteam durch Pfarrer Hansruedi Vetsch, die diakonische Mitarbeiterin und Kindergärtnerin Karin Meyer und Dora Zimmermann, Ressortleiterin «Kind und Jugend», begleitet.

In einer Weiterbildung bereiteten sich die Schatzchische-Leiterinnen auf die zwölf Lektionen vor. Insgesamt sei das Schatzchischte-Jahr sehr bereichernd gewesen, wird in der Mitteilung der Thurgauer Landeskirche festgehalten. Das zeige auch die Elternumfrage 2010, bei der über die Hälfte der befragten Familien antworteten. Von ihnen würden fast alle die Schatzchischte weiterempfehlen, nur zwei äusserten Kritik gegenüber dem Unterrichtsort.

Fast die Hälfte der Antwortenden gab an, dass ihr Kind mehr Interesse an Fragen über Gott, Glaube und Kirche zeige. Der Kirchgemeinde gelang es durch das Projekt auch, neue Mitarbeiterinnen für die Gemeindearbeit zu gewinnen. Die «Schatzchischte»-Leiterinnen bereiten sich in einer eigens für das Home-Teaching entwickelten Aus- und Weiterbildung vor.
 

Datum: 23.08.2010
Quelle: Livenet / Evangelische Landeskirche Thurgau

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