Kolumne

Ei oder Huhn? - Was bin ich?

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Man streitet sich ja bekanntlich, wer zuerst da war: das Ei oder das Huhn. Schlussendlich ist Fact, dass es keine Eier gäbe, wären da keine Hühner, die sie legen und begackern. Hat man einmal auf einem Bauernhof mit solchen Viechern gelebt, weiss man wie anstrengend sie sein können.

Echt, die haben ihren ganz eigenen Kopf! Ausserdem sind sie Experten in Sachen Ausbruchsituationen. Und nicht zuletzt können sie Salmonellen streuen wie Sand am Meer. Nun gut, was haben so talentierte und hirnbesitzende Menschen wie wir (Gläubigen) diesen Tieren gleich? Ich finde, dass da durchaus Ähnlichkeiten bestehen. Vorweg aber noch ein versöhnendes Pardon, wenn ich den Pastorenhirten die Schafe durch gluckernde Hennen und ihre Eier ersetze (Tipp: gebratenes Hähnchen hilft, den Ärger sehr schmackhaft runterzuschlucken!).

Die Gemeinde ist ja ein Nachfolgervolk, das ebenfalls junge Generationen hervorbringt, sie bemuttert und dann mit einer erlösenden Mission aussendet, um nicht "auszusterben". In den letzten Jahren hatte ich fast ein wenig das Gefühl, wir jungen "Eier" hätten weniger Willen, ganz "Huhn" zu werden. Ich meine eben dieses 100%-Federviech, das frech und abenteuerlustig durch die Welt rennt, ohne dass man es irgendwie bändigen kann. Liegt das an den Hennen, die uns ausgebrütet haben oder haben wir ein paar Salmonellen abgekriegt?

Das Christenleben hier in der Schweiz ist glücklicherweise nicht ganz so vom Metzger verfolgt wie in China oder den Philippinen. Das hat aber vor allem für uns Jugendliche einen grossen Haken: Wir lernen nicht mehr, mit Vollgas an unserem Wachstum zu arbeiten. In der Eierschale lässt es sich einfach zu gut leben. Aber hey, wir sind berufen, von Jesus begeisterte Hühner zu werden, die dem Schlächter unter dem Messer davon springen und wiederum jungen Küken Mut machen, dasselbe zu tun.

Ich habe definitiv beschlossen ein verrücktes Gottesweib zu werden und nicht ewig unter den Flügeln meiner Mamma ausgebrütet zu werden. Das ist es, was Leben ist. Heute möchte ich meine Mitstreiter ermutigen, endlich die Beine aufs Heu zu setzen und durchzustarten. Wir haben eine Berufung, Leute. Das bedeutet kaum, dass wir Sendepause einschalten und zusehen, wie die Welt sich dreht. Wir sind die Generation, die das Heute und Morgen durch Jesus Christus verändern kann. Also ran an die Sache und nicht mehr locker lassen! Es ist herrlich zu sehen, wie aus Eiern Hühner werden. Denn Hühner haben's einfach drauf!

Autorin: Nadine Zaugg

Datum: 14.11.2008

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