Essen oder fasten

Jeder hat die freie Wahl

Fasten? Damit hat Marco Gmür vieles erlebt. Von der Euphorie erfüllter Gebete bis zur abgrundtiefen Enttäuschung. Als 18-Jähriger tanzte er nächtelang in Diskotheken, nahm Haschisch, Kokain und LSD. Das Leben, so wie er es sah, bestand aus einem Wechsel von Rausch und Kater, von High-Life-Wochenenden und Alltagsplackerei. Dann kam die Umkehr. Fernab jedes kirchlichen Gemeindelebens begann er, die Bibel zu lesen. In der Apostelgeschichte stiess er auf Paulus, den Mann also, der - vorübergehend erblindet - in seiner grössten Lebenskrise gefastet hatte, und später - wiederum nach dem Fasten - als Missionar schon bei erster Gelegenheit einem Okkultisten entgegengetreten war.

Marco Gmür begann selber zu fasten. Nichts liess er unversucht: eingeschränkte Nahrung, tagelanges Fasten, Null-Kalorien-Diät, wasserloses Fasten, durchbetete Nächte. Nach einer zu Grunde liegenden Theologie fragte er wenig. Er übte Entsagung, focht Gebetskämpfe, und in seinem Umfeld geschahen Aufsehen erregende Dinge. Das zählte. Gmür wurde nicht nur auf Anhieb und ohne Therapie frei von jeder Drogensucht (einschliesslich des Rauchens), er sah auch, wie auf sein Gebet hin Menschen von dämonischen Belastungen frei wurden. Er war von Gott und dem Fasten begeistert.

Seine damalige Freundin glaubte nicht an Jesus. Marco Gmür liebte sie, und sie liebte ihn, aber die Überzeugungen der beiden waren grundverschieden. Er wünschte sie zu heiraten, konnte sich aber ein gemeinsames Leben ohne Verbindung zu Gott nicht vorstellen. In dieser schwierigen Lage entschloss er sich zum radikalsten Fasten:
72 Stunden ohne Nahrung und Wasser. Wahrscheinlich, dachte er, werde Gott seine Bitte erhören und die Freundin sich dem Glauben zuwenden.

Am dritten Tag lag er am Boden, körperlich völlig erschöpft und von rasenden Kopfschmerzen geplagt. Seine Freundin kam. Sie habe ihm etwas Wichtiges mitzuteilen, sagte sie. Dann eröffnete sie ihm ihren Entschluss. Es war die Auflösung der Freundschaft. Gmür verstand die Welt nicht mehr. Er brach sein Fasten und wandte sich enttäuscht von der ganzen Praxis ab. Während Jahren liess er aus geistlichen Gründen keine einzige Mahlzeit mehr aus.

Doch seine Vergangenheit holte ihn ein. Frühere Bekannte erinnerten sich, dass er intensiv gefastet hatte, und erbaten sich seinen Rat. Mehr noch: er wurde wiederholt als Referent zu diesen Themen angefragt. Was für eine Ironie. Der Desillusionierte als Fastenexperte.
Die Sachlage stellte ihn vor eine Entscheidung. Er beschloss, es nochmals zu versuchen. Allerdings vermied er diesmal den Alleingang. Er holte sich seinerseits bei erfahrenen Fastern Rat, studierte die biblischen Ausagen zum Thema, liess sich bei längeren Fastenzeiten geistlich begleiten oder schloss sich Fastengruppen an.

Heute, mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung, ist Marco Gmür ein ausgewiesener Kenner des geistlichen Fastens. Zugleich hat der promovierte Missiologe Einblick in Gemeinden unterschiedlichster Kulturen. Er arbeitet für die Gemeinde "Kaleb" in Herisau und für "Kingdom Ministries" mit Schwerpunkt in Ländern wie Russland, Pakistan, Afghanistan und Indien. Verheiratet ist er mit Susanne. Sie sind Eltern von zwei Kindern im Primarschulalter.

Interview mit Marco Gmür

Als du 18-jährig auf das Fasten gestossen bist, was hat dich am meisten motiviert?
Marco Gmür: Ich war neugierig. Was manche Personen in der Bibel getan haben, wollte ich selber ausprobieren. Ich sah das Fasten immer in der Hauptsache als etwas "für Gott" mit einem Nebenprodukt "für mich".

Woraus bestand der Teil "für Gott"?
Aus Gebetserhörungen. Auf mein Gebet hin fanden Menschen zu Gott, wurden frei von ihrer Drogensucht, einige sogar von dämonischen Belastungen. Das hat unheimlich motiviert.

Und der Teil "für mich"?
Meine körperliche Leistungsfähigkeit steigerte sich. Es gab etwas in meinem Naturell, das mich antrieb, bis ans Limit zu gehen.

Nach deiner grossen Enttäuschung mit dem Fasten … warum hast du doch noch einmal damit begonnen?
Im Rückblick würde ich sagen, dass hinter diesem Entscheid eine Berufung Gottes stand. Ich denke, für längere Fastenzeiten braucht es eine solche Berufung. Eine limitierte Zeitspanne auf das Essen zu verzichten - sagen wir mal ein, zwei, drei Tage, vielleicht eine Woche -, ist für alle gut. Aber für ein längeres Fasten braucht es eine persönliche Berufung. Erst recht für einen Lebensstil des Fastens.

Und wie geschah deine Berufung?
Ich habe erkannt, dass Gott mich erstens in die Leiterschaft führen würde und dass ich zweitens ein Leben lang mit Menschen zu tun haben würde, die dämonisch belastet sind. Für diese Art Dienst ist Fasten eine wesentliche Vorbereitung.

Sind denn Leiter in besonderem Mass zum Fasten herausgefordert?
Ja. In der Bibel sehen wir, dass vor allem Menschen in führenden Positionen gefastet haben. Mose, David, Elija, Esra, Nehemia, Esther, Johannes der Täufer, Jesus, Paulus... Wir haben eine grosse Zahl von Schriftstellen, wo Leiter oder Schlüsselfiguren fasten. Von einem Volksfasten ist wesentlich seltener die Rede - und wenn, dann war es für kürzere Zeiträume.

Wenn das so ist, wie findet denn ein normaler, gewöhnlicher Mensch, der nun mal kein Leiter ist, heraus, ob er fasten soll?
Wir sind von einer Konsumgesellschaft umgeben, oder sagen wir doch gleich unbeschönigt: von einer Luxusgesellschaft. Wer immer alles sofort hat, dem geht viel Freude verloren. Er kann sich nur dagegen wehren, indem er verzichten lernt. Verzicht führt mich zurück zur Freude und zum Genuss meines Besitzes. Wenn ich eine Zeit lang nichts zu mir nehme, erfüllt mich meine erste Mahlzeit mit einer neuen Freude und Dankbarkeit am Essen. Ausserdem empfinde ich als Fastender eine gewisse Solidarität mit denen, die sich solches Essen, wie wir es normalerweise haben, ihr Leben lang nie leisten können.

Zweifellos. Aber das Luxuskarussell dreht sich 365 Tage im Jahr, fasten kann man hingegen nur für einen vergleichsweise kurzen Zeitraum. Wie merke ich in der rastlosen Alltagsmaschinerie, dass Gott mich, und zwar jetzt, zum Fasten aufruft?
Ich würde ganz einfach Gott im Gebet fragen, wann Fasten für mich dran ist. So, und nun ist das Anliegen bei ihm deponiert. Dann warte ich und rechne fest damit, dass er mich ansprechen wird, sobald es so weit ist. Das geht vielleicht sehr schnell. Nehmen wir heute Nachmittag als Beispiel. Die Mutter eines Freundes hat mich angerufen und mir mitgeteilt, dass ihr Sohn einen Herzinfarkt erlitten hat. Das kann mich dazu bewegen, mein Abendessen auszulassen und stattdessen für diesen Freund und seine Angehörigen zu beten. Ich glaube, in solchen Fragen darf man nicht überfromm sein. Jedenfalls wehre ich mich gegen eine hypervergeistigte Fastendisziplin, wo alles immer nur aus einem geistlichen Motiv geschehen muss. Es ist unser Recht, zwischen Fasten und Essen zu wählen. Ich würde nie einem Menschen vorschreiben, wie lange und in welcher Art er zu fasten hat. Ich sage aber jedem: "Fang mal an, gewöhn dich dran, experimentiere. Du wirst sehen, die Freude daran lässt sich erst beim selber Fasten entdecken."

Stimmt das wirklich? Haben wir ein Recht, zwischen Essen und Fasten frei zu entscheiden? Warum sagt dann Jesus in der Bergpredigt (Matthäus 6, 16): "wenn ihr fastet" und nicht "falls ihr fastet"? Offensichtlich waren Zeiten des Fastens für Jesus keine Option, sondern eine selbstverständliche Sache … zumindest für gesunde Erwachsene.
Dass seine Nachfolger fasten, war für Jesus selbstverständlich. Genauso wie dass sie beten und Finanzen an Bedürftige weitergeben. Das ist nämlich eine Trilogie: beten, fasten, Almosen geben.

Aber das bedeutet doch, dass nur noch das Wann und das Wie in Frage stehen, nicht aber das Ob.
Ich möchte über diese Frage mal die Liebe Gottes stellen und sagen: Gott liebt auch einen Christen, der nicht fastet.

Sicher.
Es scheint mir wichtig, dass wir von dieser Vaterliebe Gottes ausgehen. Sonst wird die Forderung nach dem Fasten schnell einmal zum Gesetz, und von da ist es nicht mehr weit bis zur öden Hungerübung. Fasten ist, wie das Geldgeben und wie das Beten, ein Verzicht auf etwas, das wir alle schnell einmal als selbstverständlich ansehen. Ich gebe Geld (das ich dann nicht mehr besitze), ich schenke Zeit (über die ich nicht mehr verfüge), ich verzichte auf Nahrung. Jeder Nachfolger Jesu ist dazu aufgerufen, aber er ist nicht dazu gezwungen.

Warum vertreten wir dann - zumindest in der Reformierten Kirche und besonders unter den Evangelikalen - angesichts dieser Trilogie eine so willkürliche Haltung? Beten? Klar, tut man! Selbstverständlich! Geld weitergeben? Macht zwar nicht jeder, aber niemand wird dessen Richtigkeit öffentlich bestreiten. Kommt die Diskussion hingegen auf das Fasten, so tummeln sich gleich die Skeptiker auf der Spielwiese. Gott wolle doch, heisst es dann, dass es seinen Kindern gut gehe. Und ein Fastender leide ja schwere Entbehrungen. "Keiner hasst doch seinen Körper; im Gegenteil, er nährt und pflegt ihn!" wird Epheser 5, 29 zitiert. Ausserdem sei Fasten gefährlich, extrem und ein typischer Ausdruck von Werkgerechtigkeit. Daran könne Gott doch unmöglich seine Freude haben.
Diese Einseitigkeit kommt aus zwei Gründen: mangelnde eigene Erfahrung und fehlendes theologisches Verständnis. In der Bibel wird an 45 Stellen vom Fasten geredet. Das Thema wird nicht bloss gestreift, es ist gut dokumentiert. Aber solange niemand darüber lehrt, kann man nicht erwarten, dass viele (geschweige denn die meisten) sich auf das Fasten einlassen. Die Leiter spielen eine doppelt wichtige Rolle. Sie müssten nicht nur lehren, sie sollten auch mit ihrem Beispiel vorangehen. Andernfalls ist die Motivation zum Fasten bei den meisten Gemeindegliedern gering.

Warum legst du solchen Wert darauf, dass ganze Gruppen fasten oder dass sich Einzelne von einem Fastenmentor begleiten lassen? Weist Jesus denn nicht - ebenfalls in der Bergpredigt (Matthäus 6, 16-19) - darauf hin, dass ein Fasten unauffällig geschehen soll?
Jesus spricht dort den Missbrauch der Pharisäer an, die ihr Fasten als eine Art religiöse Leistungsprotzerei nach aussen gekehrt haben. Der richtige, gesunde Gebrauch des Fastens sollte jedoch nicht durch den Missbrauch definiert werden. Es gibt genügend Beispiele in der Bibel, wo das Volk Gottes keineswegs versteckt, sondern öffentlich gefastet hat. Esra, Nehemia oder Esther haben alle ein öffentliches Fasten ausgerufen, und jedes Mal hat Gott deutlich geantwortet. Entscheidend ist das Motiv. Geht es mir darum, andere zu beeindrucken? Oder suche ich mit besonderer Ernsthaftigkeit die Gegenwart Gottes?

Könnte es nicht sein, dass ein kollektives Fasten zum Zwang ausartet? Vielleicht fühlt sich jemand unter dem Gruppendruck nicht mehr frei, sich einem Fasten zu verweigern oder aus einem laufenden Fasten auszusteigen.
Dem kann man entgegenwirken, indem der Leiter jedem Gruppenmitglied schon vor Beginn deutlich sagt, dass das Fasten freiwillig ist und jederzeit abgebrochen werden darf.

Wer weiss eigentlich bei einem kollektiven Fasten so genau, wann, in welcher Art und wie lange gefastet werden soll?
Die meisten Christen spüren deutlich, wann Gott sie zu einem Fasten ruft. Wo ich mir weniger sicher bin, ist, ob die Einzelnen immer so genau wissen, wie lange sie fasten sollen.

Und wie findet man das während des Fastens heraus?
Ich spreche jetzt über meine eigene Erfahrung. Solange mein Fasten von einer inneren, tiefen Freude getragen ist, bleibe ich dran. Wenn mich diese Freude verlässt und über zwei, drei Tage nicht wiederkommt, prüfe ich den Ausstieg.

Aber ist es denn nicht so, dass jedes längere Fasten (eine Woche und mehr) früher oder später eine harte Phase mit sich bringt? Und könnte nicht gerade darin der Test liegen, wie ernst es jemand mit seinem Fasten meint?
Das sehe ich anders. Diese Formulierung erweckt geradezu den Eindruck, als würde das Fasten immer schwieriger, je länger es dauert. Aber nach meiner Erfahrung - und diese Ansicht teilen viele - wird es nach den ersten drei Tagen, während denen der Körper auf die innere Verbrennung umstellt, wesentlich einfacher. Natürlich kommt es auch später, z. B. am 8., 9. Tag und danach um den 20., 21., immer wieder zu Zeiten, die sehr hart sein können. Doch das weiss ein geübter Faster, genauso wie er weiss, dass es danach wesentlich einfacher weitergeht. Fasten ist etwas, das in unserer schöpfungsgemässen Veranlagung mit enthalten ist. Wir können mit diesem Körper, den wir erhalten haben, fasten. Das braucht nicht erst geistlich begründet zu werden, es ist einfach so. Das beweisen übrigens Tausende, ja Zehntausende von Esoterikern in unserem Land, die damit Erfahrungen sammeln und für ihre Zwecke auch nutzen. Fasten ist nicht gleichzusetzen mit Krampf. Im Gegenteil: Es verhilft (nach den anfänglichen Umstellungsschwierigkeiten) zu einer verschärften Konzentrationsfähigkeit, es macht sensibel und aufnahmebereit, es geht einher mit einem vertieften Verlangen nach Gott.

Du sagst also, Fasten sei keine Plackerei?
Nein.

Und doch kommt jeder Fastende hin und wieder an einen Punkt, wo es für ihn einfacher wäre, auszusteigen als weiterzumachen.
Ja.

Gibt es auch jenen Punkt, wo man am liebsten aufhören möchte, aber weiss, man sollte weitermachen?
Ja, solche Momente gibt es. Dann ist es wichtig, dass man prüft, ob eine Anfechtung vorliegt, die man überwinden muss, oder ob natürliche Ursachen einen zermürben.
Es kann z. B. eine Mangelerscheinung des Körpers sein, die nun ihren Tribut fordert. Ich prüfe diese Frage anhand der Fünf-Finger-Regel:
1. Habe ich genügend getrunken (3-4 Liter)?
2. Habe ich zu wenig Salz (besonders wichtig für körperlich streng arbeitende Menschen)?
3. Schlafe ich genug? Brauche ich vielleicht mehr Ruhezeiten?
4. Führe ich meinem Körper ausreichend Sauerstoff zu (tiefes Durchatmen, z. B. bei einem Waldspaziergang)?
5. Verfügt mein Körper über genügend Mineralstoffe (der Bedarf kann z. B. durch geeignetes Mineralwasser - ohne Kohlensäure - abgedeckt werden)?

Trotzdem: Ein Blick in unsere Gesellschaft zeigt, dass Fasten eine gewisse Härte gegen sich selbst erfordert. Ohne Disziplin geht es nicht. Und wer diese Disziplin nicht aufbringt, der fängt erst gar nicht an. Oder hört schon bald wieder auf.
Ja. Und ich bleibe bei diesem Stichwort "Disziplin". Gott hat uns einen Geist der Liebe, der Kraft und der Zucht (= Disziplin) gegeben. Liebe nehmen wir doch gerne an und geben sie auch gerne weiter. Kraft - wer sehnt sich nicht danach? Aber mit Disziplin haben wir unsere liebe Mühe. Dabei wird es die Fülle an Liebe und Kraft ohne Disziplin nie geben. Wir im Westen haben da einen gewaltigen Nachholbedarf. Während meiner Reisen in anderen Kulturen treffe ich z. T. auf Christen, die reden gar nicht über Disziplin oder Fasten, die tun es einfach. Und zwar schon seit
Jahrzehnten. Als Einzelne, als ganze Gemeinden. Aber wir westeuropäischen Christen stellen uns einfach nicht den Fragen der geistlichen Disziplin. Zugegeben, dazu braucht es auch Anleitung. Darum ist es ja so wichtig, dass sich ältere, erfahrene Menschen an die Seite von jüngeren stellen und sie anleiten, wie man diszipliniert lebt. - Das gilt übrigens nicht nur für das Fasten; es gilt genauso für Bereiche wie: auf Gott hören, Spannungen aushalten, Durststrecken überwinden und vieles mehr.

Wenn jemand Gott genau verstanden hat und er weiss, dass er fasten soll, dann aber nicht fastet oder sein Fasten vorzeitig abbricht … verbaut er sich da nicht einen Segen?
Ja, in dem Fall, wo der Betreffende einen klaren Auftrag von Gott vernommen hat. Nein, wenn man sich mit dem Motiv, Erfahrungen zu sammeln und seine Disziplin zu steigern, in eine Fastenzeit begeben hat. Nein auch dann, wenn man gefastet hat, um mit Gott intensiver Zeit zu verbringen. Wenn jemand sein Fasten vorzeitig abbricht, kann das Konsequenzen haben. Aber nicht in dem Sinn, dass Gott ihn jetzt straft oder weniger lieb hat, sondern dass er in Gefahr ist, aus Frust sich für immer vom Fasten abzuwenden. Und ich kenne Christen in unserem Land, die das Fasten völlig aus ihrem Leben ausklammern, weil sie irgendwann einmal eine schlechte Erfahrung damit gemacht haben. Einige sind zu verbitterten Kritikern geworden. Sie machen das Fasten schlecht, weil sie einst eine Verletzung davongetragen haben. Aber das Fasten ist kein Zwang; es ist ein Geschenk Gottes an uns Menschen. Es verhilft nicht nur manchem zu mehr Gesundheit, es ist, als ob es das Auge schärft und das Ohr verfeinert für die unsichtbare Welt. Und wer das Fasten kategorisch verwirft, der verbaut sich vielleicht tatsächlich einen Segen.

Was sagt die Bibel über das Fasten?

Man kann auf verschiedene Arten fasten:
"Drei Tage lang … ass und trank er (Paulus) nichts." (Apostelgeschichte 9,9; vergleiche dazu Esther 4,16).
"Nachdem er (Jesus) vierzig Tage und Nächte nichts gegessen hatte, war er sehr hungrig." (Matthäus 4,2).

"Ich (Daniel) ass die ganze Zeit (drei Wochen lang) über kein Fleisch und keine wohlschmeckenden Speisen, trank keinen Wein und pflegte mein Gesicht und mein Haar nicht mit Öl." (Daniel 10,3; vergleiche dazu Matthäus 3,4).

Fasten unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Umkehr:
"Aber selbst jetzt noch könnt ihr zu mir umkehren", sagt der Herr. "Wendet euch mir zu von ganzem Herzen, fastet, weint und klagt. … Ruft einen Fasttag aus, ordnet einen Bussgottesdienst an!" (Joel 2,12+15).
"Die Leute von Ninive wandten sich Gott zu und setzten ihre Hoffnung auf sein Erbarmen.
Sie beschlossen zu fasten, und alle, Reiche wie Arme, legten zum Zeichen der Reue den Trauerschurz an. … Der König stieg von seinem Thron, legte den Königsmantel ab, zog den Trauerschurz an und setzte sich in die Asche. Er liess in der ganzen Stadt ausrufen: ‚Niemand darf etwas essen oder trinken, weder Mensch noch Rind noch Schaf. … Jeder soll aufhören, Unrecht zu tun, und soll ein neues Leben anfangen. Vielleicht lässt Gott sich umstimmen.' … Gott sah, dass sie sich von ihrem bösen Treiben abwandten. Da tat es ihm Leid, sie zu vernichten, und er führte seine Drohung nicht aus" (Jona 3,5-10).

Fasten als fromme Show ist nutzlos. Wahres Fasten nimmt Gottes Gebote ernst.
"Seht doch, was ihr an euren Fastentagen tut! Ihr geht euren Geschäften nach und beutet eure Arbeiter aus. Ihr fastet zwar, aber ihr seid zugleich streitsüchtig und schlagt sofort mit der Faust drein. Darum kann euer Gebet nicht zu mir gelangen. Ist das vielleicht ein Fasttag, wie ich ihn liebe, wenn ihr nicht esst und nicht trinkt, euren Kopf hängen lasst und euch im Trauerschurz in die Asche setzt? Nennt ihr das ein Fasten, was mir gefällt? Nein, Fasten, wie ich es haben will, sieht anders aus! Löst die Fesseln eurer Brüder, nehmt das drückende Joch von ihrem Hals, macht jeder Unterdrückung ein Ende! Gebt den Hungrigen zu essen, nehmt Obdachlose in euer Haus, kleidet den, der nichts anzuziehen hat, und helft allen in eurem Volk, die Hilfe brauchen." (Jesaja 58,3-7; vergleiche dazu Matthäus 6,16-18).

Fasten verhilft zu Erkenntnis
"Ich fastete. … Dann wandte ich mich im Gebet an den Herrn. … Er (Gabriel) öffnete mir das Verständnis für das Prophetenwort, über das ich nachgedacht hatte" (Daniel 9,3+21+22).

Datum: 29.03.2002
Autor: Stefan Goldbach
Quelle: Christliches Zeugnis

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