Gründe für den Glauben

Ist der christliche Glaube nur eine Krücke für Schwache?

Religion ist Opium fürs Volk, lautet die Meinung vieler Religionsfernen. Stimmt das? Ist Religion nur etwas für Schwache, die eine tröstende Decke und einen falschen Hoffnungsschimmer brauchen? Oder etwas für Menschen, die in einer christlichen Kultur mit etwas wie einem Virus angesteckt werden? Für Michael Ots, britischer Evangelist und Apologet, ist völlig klar: Leute mit so einer Meinung liegen falsch! Und dies begründet Ots, der viele evangelistische Events an britischen Universitäten organisiert, mit drei Argumenten.

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Michael Ots
Es ist leicht zu sagen, dass Glaube nur ein Virus ist oder dass jemand nur glaubt, weil er glauben will. Es sei bequem und mache das Leben leichter… Es ist leicht zu sagen, dass du nur glaubst, weil deine Eltern geglaubt haben und weil du in eine christliche Kultur geboren wurdest. Aber eigentlich ist das gar nicht so leicht.

Viele Christen haben kein einfaches Leben

Es gibt viele Menschen auf dieser Erde, deren Leben nicht einfacher geworden ist, nachdem sie Christen wurden. Das war sicherlich der Fall der Christen in den ersten drei Jahrhunderten nach Jesus; sie erlebten Verfolgung und Opposition. Und es ist auch der Fall der Mehrheit der Christen heutzutage. In einem Artikel der «Independent Newspaper» vor ein paar Jahren hiess es, dass Christen heute die meist verfolgte Menschengruppe weltweit sind. 80 Prozent der Gewalttaten gegen Menschengruppen erfolgen gegen Christen.

Es stimmt also einfach nicht, dass Christ zu werden das Leben der Menschen einfacher macht oder dass sie Jesus nachfolgen, weil ihr Leben dadurch bequemer wird. Viele müssen aus ihrer Heimat und ihrem Land fliehen, weil der Fakt, dass sie Christen sind, bedeutet, dass die Leute um sie herum sie töten wollen. Die Idee, dass das Christentum eine Trostdecke oder eine Krücke ist, macht hier einfach keinen Sinn.

Glauben, obwohl man eigentlich nicht glauben will

Dann gibt es auch Menschen, die nicht zum Glauben kommen, weil sie glauben wollen. Es ist vielmehr so, dass sie zum christlichen Glauben kommen, obwohl sie eigentlich gar nicht glauben wollten. C.S. Lewis ist wohl, geschichtlich gesehen, der bekannteste dieser Fälle. Als er endlich zum Glauben an Gott kam, schrieb er in seinem halb autobiographischen Buch «Überrascht von Freude»: «Ich war der widerwilligste Bekehrte von ganz England.» Es passierte nicht, weil er glauben wollte, sondern er kam vielmehr trotz seines Nicht-glauben-Wollens zu der Überzeugung, dass es wahr ist.

Ich sprach kürzlich mit einem Mädchen an einer Universität und sie hatte jede Menge Einwände gegen den christlichen Glauben. Am Ende der Woche hatte sie immer noch viele Einwände, aber sie traf sich weiterhin mit einem christlichen Freund. Neulich hörte ich, dass sie Christ geworden ist und in ihren eigenen Worten sagt sie: «Ich wollte nicht, dass es wahr ist, aber ich konnte der Tatsache nicht entkommen, dass es wahr ist. Und jetzt, wo ich Christ geworden bin, bin ich froh, dass es wahr ist.» Aber sie kam nicht zu dieser Überzeugung, weil Glaube eine Krücke ist, sondern weil sie die Beweise dafür erkannte, dass der christliche Glaube die Wahrheit ist.

Nur Christen in christlichen Kulturen?

Und im Bezug dazu, dass der christliche Glaube nur ein Virus ist, mit dem man sich in der eigenen Kultur ansteckt, ist es ähnlich. Denn das würde bedeuten, dass jeder Christ aus einer christlichen Kultur oder einer christlichen Familie kommt. Denken Sie wieder an die ersten Christen: Niemand aus der ersten Generation Christen kam aus einer christlichen Familie oder stammte aus einer christlichen Kultur. Kulturen wurden vor dem vierten Jahrhundert überhaupt nicht als «christlich» bezeichnet.

Und ähnlich ist es heute: Wo wächst das Christentum am stärksten? Nicht in Westeuropa, an Orten, die eine christliche Tradition haben, sondern vielmehr an Orten wie Iran, Algerien oder in der Mongolei. Es sind Orte, die nicht als traditionell christlich bezeichnet werden und wo die meisten Menschen, die zum Glauben kommen, nicht aus christlichen Familien stammen. Sie können nicht einfach ihre Kultur kopieren oder den Glauben ihrer Eltern. Sie haben vielmehr ein Erlebnis mit Gott und kommen so zum Glauben an ihn.

Dass Glaube eine Krücke oder ein Virus ist, macht also einfach keinen Sinn, wenn man sieht, was in der Welt heute abgeht.

Zum Thema:
Apologetik-Konferenz ISTL: Muss Gott verteidigt werden?

Persönlich gesehen: Apologetik, die mich (nicht) überzeugt
Kommentar: Für eine bessere Apologetik

Datum: 30.04.2017
Autor: Michael Ots / Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / Evangelical Focus

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