An den Holocaust erinnern

«Wer heute zu Judenhass schweigt, macht sich zum Mitläufer dieser Zeit»

Unter dem Motto «Erinnern, versöhnen, ein Zeichen setzen» fand am Wochenende vom 22./23. April in St. Gallen und Davos ein Marsch des Lebens für Israel statt. Die Bewegung verfolgt drei Ziele: Erinnern, Versöhnen und ein Zeichen setzen.

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«Marsch des Lebens für Israel 2017» in St. Gallen
Erstmals wurde ein Marsch des Lebens 2007 in Deutschland durchgeführt. Seitdem wurden in 16 Ländern weltweit Märsche des Lebens in über 400 Städten durchgeführt.

In diesem Jahr Märsche in 60 Städten

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Einige Teilnehmer vom «Marsch des Lebens für Israel» in Davos
Die Anlässe finden meist um den Jüdischen Holocaustgedenktag Jom HaSchoa statt. Allein in diesem Jahr sind insgesamt 60 Märsche geplant. Am vergangenen Sonntag beispielsweise in Nordirland, Kolumbien, Polen, USA, Deutschland und in der Schweiz.

Am Samstag trafen sich rund 150 Teilnehmende in St. Gallen bei der Kreuzbleiche zum Marsch des Lebens für Israel. Es war das zweite Mal nach 2016, dass Christen und Juden mit dem Marsch durch die Innenstadt an den Holocaust erinnerten. Tags darauf wurde auch in Davos ein Marsch des Lebens für Israel durchgeführt. Bei herrlichem Wetter marschierten die 120 Teilnehmenden vom Jüdischen Waldfriedhof nach Davos-Platz. Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung im Kurpark rundete ein fröhlicher Gottesdienst den Nachmittag in der Pauluskirche ab.

Gegen den Strom schwimmen statt Schweigen

«Wer heute zu Judenhass und Antisemitismus schweigt, macht sich zum Mitläufer dieser Zeit», sagt Michael Ruh, Koordinator der Bewegung in der Schweiz. «Die Schweizer Neutralität birgt die Gefahr von Gleichgültigkeit, Abwarten und Schweigen. Wenn wir als Christen Segen für unser Land erbitten, sollten wir auch die dazugehörigen Schritte tun.»

Erinnern, Versöhnen und ein Zeichen setzen

Die Bewegung «Marsch des Lebens für Israel» verfolgt drei Ziele:

1. Erinnern und aufarbeiten der Vergangenheit gegenüber dem Leid, was dem jüdischen Volk in unserem Land angetan oder schweigend und gleichgültig hingenommen wurde.

2. Versöhnen, indem jüdisch-christliche Begegnungen gesucht werden. Busse vor Gott und dem jüdischen Gegenüber ermöglicht Heilung und Wiederherstellung von Beziehungen, die bisweilen nicht möglich waren.

3. Ein Zeichen setzen: Der Marsch des Lebens für Israel setzt ein Zeichen gegen Antisemitismus und stellt sich freundschaftlich an die Seite Israels. Um dieses Zeichen öffentlich zu bekunden, gehen Christen verschiedenster Kirchen und Gemeinden, zusammen mit Juden und allen Menschen, die diese Botschaft weitertragen wollen auf die Strasse.

Am kommenden Sonntag, den 30. April 2017, findet der Marsch des Lebens für Israel in Basel statt und im September 2017 in Zürich. Weitere Informationen dazu finden sich auf www.marschdeslebens.ch

Zur Webseite:
Marsch des Lebens für Israel 2017

Zum Thema:
Riehen und St. Gallen: Erster «Marsch des Lebens für Israel»

Ungarischer Jude: «Gott litt mit jedem, der in Auschwitz war»
Mission oder Dialog?: Streitfrage Judenmission 
Kommentar: Was wir aus dem Holocaust lernen sollten

Datum: 25.04.2017
Autor: Florian Wüthrich / Anja Janki
Quelle: Livenet / Marsch des Lebens für Israel

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