NT-Wörterbuch

Abendmahl

Mit der Stiftung des Abendmahls gab Christus seinen Jüngern nicht ein Problem zum Grübeln, sondern eine Hilfe für Leben und Dienst. Das Abendmahl will vom Leben her verstanden werden, so einfach, wie es gemeint ist.

Im Orient verband das Mahl zu besonders inniger Gemeinschaft. Der Grundton bei einem Gastmahl war ein froher. Am Abend fand immer die Hauptmahlzeit statt wegen der zu grossen Hitze am Tage. »Abendmahl« lautet übersetzt in unsere Sprache: »festliches Gastmahl«.

Das Abendmahl will auch vom Tod Jesu her verstanden sein. In der Abschiedsstunde nimmt Jesus Brot, bricht jedem Jünger ein Stück und lässt den Kelch kreisen: »Nehmet, esset! Das ist mein Leib. Nehmet, trinket! Das ist mein Blut.« Er bedeutet den Seinen, sie sollen dieses Mahl in der kommenden Gemeinde wiederholen.

Die Stiftung des Glaubens an den Erlösungstod

Warum tut er das? - Er öffnet und gibt ihnen den Glauben an seinen Erlösungstod. Sie glauben ja schon an ihn, aber sein Kreuz ist ihnen noch verschlossen und anstössig. Darum sagt er ihnen durch die Gabe von Brot und Wein: Ich sterbe für euch. Ich lasse meinen Leib brechen und mein Blut vergiessen - für euch, zu eurer Erlösung.

Er spricht zu ihnen, wie man zu Tauben und Schwerhörigen spricht, bei denen man das gesprochene Wort mit einer Handlung bekräftigen muss - denn wir sind ja alle (nicht nur die zwölf Jünger) Taube und Schwerhörige für Gottes Gnade.

Das Abendmahl ist Höhepunkt der Gemeinschaft mit Christus

Und wie er mit seinen Jüngern - mit denen in Emmaus und mit den andern - nach seiner Auferstehung durch ein Mahl die Gemeinschaft wiederherstellt, so tut er es mit allen seinen Christen immer wieder in der Feier des Abendmahles. Hier weilt er als der Herr inmitten seines erlösten Volkes.

Die Frage, wozu denn noch eine besondere Feier nötig sei zur Gemeinschaft mit dem erhöhten Christus, da die Gemeinde ihm doch auch sonst nahe sei, ist eine Verstandesfrage und greift am Leben vorbei. Wie geht es uns denn mit unseren Nächsten? Wir haben uns alle Tage und teilen täglich so vieles und sind uns nahe. Aber es ist doch noch etwas ganz Besonderes bei einer Familienfeier. Da ist einer dem anderen doppelt nahe, alles ist so vertraut und innig und feierlich, wie es am Alltag doch nicht ist, und es bedeutet mehr als sonst, wenn man heute einander die Hand reicht.

In solchen Momenten muss alles, was im täglichen Leben sich trübend und trennend zwischen so nah verbundene Menschen drängte, ganz ausscheiden; man fühlt nur, dass man zueinander gehört. Und dann: Von solchen Augenblicken strahlt es hell auch ins ganze sonstige Zusammenleben: das Band ist wieder ein Stück stärker geworden.

So hat Christus seiner Gemeinde eine Feier gegeben, in der er ihr noch über das hinaus, was sie sonst an ihm hat, nahe sein will. Hier will er sie berühren und beleben bis in ihr leibliches Dasein hinein. Hier soll auch alles das, was keine rechte Nähe aufkommen lassen will, gänzlich ausgeschaltet sein, und die, die bei Christus zu Gast sind, sollen nur das eine wissen: Sie gehören zu ihm und er zu ihnen. Und es sollen diese Feierstunden Leuchtkraft haben fürs ganze Leben, für die ganze Gemeinschaft mit Christus und für den Dienst an seiner Sache.

Der Grundcharakter des Abendmahls ist Festfreude

Das Abendmahl ist eine Feier; es ist ein frohes, festliches Mahl. In der alten Kirche hiess diese Feier Eucharistie, das heisst Lobpreis, weil das ganze Mahl unter dem Zeichen des Lobes und der Freude stand. Wie das Volk Israel im jährlichen Passahfest der Erlösung aus Ägypten gedenken und Gott darüber preisen sollte, so soll die Christenheit im Abendmahl Gott für die vollbrachte Erlösung von aller Sünde danken und preisen. Es ist unbegreiflich, wie die Gemeinde dahin kommen konnte, diese Feier in einer Art Begräbnisstimmung zu begehen.

Das Abendmahl ist Brudermahl und Höhepunkt der Sehnsucht nach der Wiederkunft Christi

Das Abendmahl ist die Familienfeier der Gemeinde. Ist es so, wie es sein soll, so geht es auch zwischen den Abendmahlsgästen nah und innig und vertraut her. »Ein Brot ist's: so sind wir viele ein Leib« (1. Kor. 10,17). - In den ersten Jahrhunderten hatte die feiernde Gemeinde immer den Ausblick auf den kommenden Christus (Luk. 22,16.18). Abendmahl ist beides: tiefe Ruhe und stürmisches Verlangen, selige Freude am nahen Herrn und brennende Sehnsucht nach dem kommenden.

Autor: Ralf Luther
Quelle: Neutestamentliches Wörterbuch

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