Die Zehn Gebote im 21. Jahrhundert: Das zehnte Gebot

Sie sind einige Tausend Jahre alt – und gleichzeitig topaktuell. Die Zehn Gebote haben ihren Wert und ihre Bedeutung nicht verloren. Sie sind Anleitung zum Leben und Grundlage von Moral und Ethik. Werteordnungen in aller Welt basieren auf der göttlichen Offenbarung vom Berg Sinai. Aber wenn es um die Umsetzung
Das Haus des anderen mag zwar schöner und grösser sein als dein eigenes, doch können wir uns wirklich sicher sein, ob man sich darin auch wohler fühlt?

der Leitlinien im täglichen Leben geht, tun sich viele Menschen schwer. 

Das zehnte Gebot lautet: «Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, Frau, Knecht, Magd...»

Werbung weckt Begierde. Uns wird vorgegaukelt, dass alles für jeden leicht verfügbar sei. Es verführt zum Vergleichen, und wenn ich dabei schlecht abschneide, werden auch Neid und Eifersucht entwickelt. Ohne echte Not und ohne klare innere Grenzen wird aus dem Haben können ein Haben-wollen und ein Haben-müssen, das Begehren mutiert unversehens zur zerstörerischen, schwer kontrollierbaren Gier, die auch vor der Frau des Nächsten nicht haltmacht.

Nach den Prinzipien einer Leistungsgesellschaft soll uns Zufriedenheit mit aller Macht ausgeredet werden, da sie Leistung und Kaufkraft einschränken könnte. All unsere Errungenschaften sollen uns nur noch anspruchsvoller machen. Ist dann nicht die Aufforderung «Du sollst nicht begehren...» wie von einer anderen Welt und völlig undurchführbar?

Sinnvolle Grenzen

Es ist heute Mode, Grenzen zu hinterfragen, wenn sie dem persönlichen Glück im Wege zu stehen scheinen. Wie beim Sündenfall werden für einen kurzfristigen Lustgewinn langfristige schwere Probleme in Kauf genommen. Machtgier, Geldgier und sexuelle Gier führen immer zur Zerstörung von Menschen und Beziehungen, zu Überschuldung, zu Missbrauch, Misstrauen und Betrug; sie zerstören Vertrauen und Glaube. Und genau darum gibt uns Gott dieses Gebot als sinnvolle Grenze.

Wir können oft nicht verhindern, dass falsches Begehren geweckt wird, aber es gibt einige wirksame Massnahmen, um es im Zaum zu halten.

Gegen den Wahnsinn wehren

Da wir nicht glücklich sein können, wenn wir nicht auch mal zufrieden sind, wollen wir uns gegen diesen ganz normalen Wahnsinn wehren. So haben wir das Begehren tüchtig satt, das uns zu Konkurrenten macht und es dämmert uns längst: Das Haus des anderen mag zwar grösser und luxuriöser in der Landschaft stehen. Doch wir können uns nicht sicher sein, ob man sich darin wirklich wohler fühlt, oder ob es einem letztlich nicht auch zur Last werden könnte.

Fünf Schritte

Fünf Schritte helfen, aus diesem Strudel des Begehrens herauszufinden:
- Wer zufrieden sein will, muss sich dafür entscheiden. Wenn Sie sich etwas anschaffen, können Sie sich vornehmen, es nicht gleich mit noch besseren Modellen zu vergleichen.
- Gehen Sie mal durch Ihr Zuhause und lassen Sie Ihren Blick über die Einrichtungsgegenstände schweifen. Überlegen Sie, wie Sie zu den einzelnen Stücken gekommen sind, und danken Sie Gott dafür!
- Bei begehrlichen Gedanken prüfen Sie Ihre Motivation: Warum schiele ich der Sache oder Person nach? – Ist Neid, Lust oder Statusdenken die Wurzel meines Begehrens?
- Lassen Sie Zeit verstreichen, bevor Sie handeln. Oft verliert dadurch ein begehrtes Objekt seinen Reiz.
- In der Bibel in Hiob Kapitel 31, Vers 1 heisst es: «Ich habe einen Bund mit meinen Augen geschlossen, damit ich nicht lüstern nach einer Jungfrau blicke.» Solch ein Vertrag mit sich selbst setzt klare Grenzen und ist ein guter Schutz vor gedanklichen Übergriffen.

Zum Thema:
Dossier «Die Zehn Gebote»

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Datum: 12.12.2008
Autor: Dr. Dietmar Pfennighaus
Quelle: Neues Leben

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