Der Fremde?

Auch glückliche Paare verstehen sich nicht blind

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Wir verlieben uns in jemanden, in den wir sehr viel Vertrautes hineinprojizieren. Dann stellen wir fest, dass wir von diesem Menschen ziemlich wenig wissen. Was nun?

«Frauen reden auf der ganzen Welt häufiger und lieber über Inneres, über Emotionen und Empfindungen. Männer reden in fast jeder Kultur grundsätzlich mehr als Frauen, aber sie reden ... über Politik, über Autos, über Computer oder über Bibeltexte.» Das birgt Zündstoff in jeder Ehe. Ulrich Giesekus, klinischer Psychologe und Berater, weiss, wovon der spricht. Über seelische Empfindungen zu reden, ist für Männer eher mühsam. Das kann in einer Ehe zu einer «gegenseitigen Bestrafungs- und Rückzugsspirale führen», erklärt er in einem Interview in der Zeitschrift Family, einem Aktionsheft zur MarriageWeek 2015. 

Abwärtsspirale vermeiden

Der Grund: Weil die Frau das Gefühl hat, ihr Mann öffne sich nicht für ein persönliches Gespräch, gibt sie vor, auch kein Interesse an seinen Themen zu haben. Er fühlt sich wiederum zurückgestossen und will erst recht nicht über seine Empfindungen reden.

Wie sollen die beiden das Problem lösen? Gieskus rät: «Indem beide beides lernen und sich nicht gegenseitig bestrafen. Wenn er sich zumutet, sich zu öffnen, dann wird sie auch mehr Interesse an dem bekommen, was ihn beschäftigt.» Denn: «Wenn sie sich mehr interessiert für das, was ihn beschäftigt, ist er motivierter, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen.»

Im stillen Einvernehmen?

Giesekus warnt davor, davon auszugehen, dass glückliche Paare vieles im stillen Einvernehmen regeln. Er stellt sogar fest: «Wenn man glücklich verheiratet ist, dann gibt es weniger stillschweigendes Einvernehmen.» Paare, bei denen scheinbar das stillschweigende Einvernehmen vorherrsche, seien tendenziell unglücklich verheiratet. 

Umgekehrt unterscheiden sich laut Giesekus lange und glücklich verheiratete Paare von den andern dadurch, dass sie wissen, dass sie den Andern nicht wirklich kennen. «Bei ihnen dreht sich ein viel höherer Anteil ihrer Gespräche darum, bereits erfolgte Kommunikation zu klären!»

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Family-Special zur MarriageWeek 2015

Das ganze Gespräch mit Ulrich Giesekus kann in «Family Special – Aktionsheft zur Marriage Week» nachgelesen werden. Darin finden sich zahlreiche weitere Beiträge zum Thema Partnerschaft und Stärkung der Ehe. Es richtet sich besonders an junge Paare, die in ihr gemeinsames Leben starten. Zum Ehestart stellen sich viele Fragen: Wie treffen wir Entscheidungen? Wie schaffen wir es, die Liebe zueinander frisch zu halten? Brauchen wir einen festen Eheabend? Wie teilen wir unsern Glauben? Wie gehen wir mit Konflikten und Streit um? Wie leben wir unsere Sexualität? Antworten auf diese und andere Fragen bietet das neue Family-MarriageWeek-Special «Start in die Ehe», ein ideales Geschenk zum Valentinstag. Es begleitet Paare in der ersten Zeit der Ehe und stärkt ihre Beziehung.

Heftthemen sind zum Beispiel «Das hat unsere Ehe stark gemacht!», «Warum sich glückliche Paare nicht blind verstehen!», «Lust – die fünf grössten Missverständnisse», «Bereit für ein Kind?»

Bestellen kann man das Magazin – solange der Vorrat reicht – kostenlos zum Verteilen im Rahmen der MarriageWeek beim SCM Bundes-Verlag (Schweiz) unter Telefon 043 288 80 10, per E-Mail an info@scm-bundes-verlag.ch oder über www.bundes-verlag.net/bestellen/family-sonderheft-zur-marriage-week.

Zur Webseite:
MarriageWeek - Eine Ehe, unsere Woche 

Zum Thema:
Dossier Marriage Week
MarriageWeek 2015: Im Schatten von «Fifty Shades of Grey»
Marriageweek: Tipps für eine lebendige Ehe
Tipps für ein schöneres Eheleben: Wie man den Geschirrspüler richtig einräumt
Blog lässt aufhorchen: Dieser Mann hat ein Date, obwohl er verheiratet ist
Laut Bibel muss das nicht sein: Sex-Flaute in Schweizer Betten

Datum: 02.02.2015
Autor: Fritz Imhof
Quelle: Livenet / Family

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