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Zuckerberg: Facebook soll «eine Art Kirche» werden

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Der Mitgründer von Facebook, Mark Zuckerberg (33) hat erklärt, er hoffe, die populäre soziale Plattform in eine «Art Kirche» umzugestalten – ein Ort, wo die Benutzer «gemeinsam Grosses tun und ihre Gemeinschaft zum Besseren hin verändern». 

Das erklärte der Milliardär in einer Ansprache zu Beginn des 366. Studienjahres der Elite-Universität Harvard. «Es fällt auf, dass seit Jahrzehnten die Mitgliedschaft in allen Arten von Gruppen um ein Viertel zurückgegangen ist», sagte Zuckerberg. «Das sind eine Menge Leute, die sich jetzt irgendwo anders sinnvoll für andere engagieren müssen.»

Kirchen als Muster sozialer Organisationen

«Menschen, die in eine Kirche gehen, melden sich eher als Freiwillige und geben für soziale Zwecke – nicht nur weil sie religiös sind, sondern weil sie ein Teil einer Gemeinschaft sind», erklärte Zuckerberg weiter in einer Versammlung von Facebook-Nutzern, die auf der Plattform grosse Unterstützergruppen für soziale Zwecke eingerichtet haben. Er glaubt, dass die Netzwerk-Fähigkeiten von Facebook Menschen neu organisieren können.  «Eine Kirche kommt nicht nur zusammen. Sie hat einen Pastor, der sich um das Wohl seiner Gemeinschaft bemüht und danach schaut, dass sie zu Essen und eine Wohnung haben. Ein kleines Team von Kindern hat einen Coach, der die Kids motiviert und ihnen hilft, bessere Tore zu schiessen. Leiter prägen die Kultur inspirieren uns, geben uns Sicherheit und schauen nach uns.»

Früher dieses Jahr hatte sich Zuckerberg in Waco (Texas) mit einer Gruppe von Pastoren getroffen, um von ihnen zu lernen, wie Kirchen und Glaubensgemeinschaften einen «tieferen Sinn» in einer Welt finden, die sich dauernd verändert (Livenet berichtete). Das Treffen war Teil von «Mark's Jahr der Reisen», in dem er sich mit mehreren religiösen Führern traf.

«Religion sehr wichtig»

Kürzlich gab Zuckerberg bekannt, er sei nicht länger Atheist, sondern sehe Religion als etwas «sehr Wichtiges». Im letzten Jahr hatte er zusammen mit seiner Frau Priscilla Chan Papst Franziskus getroffen, um mit ihm zu besprechen, wie Technologie den Armen helfen kann. Nach dem Besuch erklärte Zuckerberg auf Facebook seine Bewunderung, wie der Papst mit Menschen verschiedener Religionen umgehen könne und doch seinem eigenen Glauben treu bleibe. «Wir sagten ihm, wie sehr wir seine Botschaft der Gnade und Freundlichkeit bewundern und wie er neue Wege gefunden hat, mit Leuten aus allem Glaubensrichtungen überall auf der Welt zu kommunizieren….
Zuckerberg gab dem Papst ein Modell der geplanten Riesen-Drohne «Aquila», mit der Facebook das Internet in Gebiete beamen will, wo es nicht zugänglich ist.

«Das Treffen mit dem Papst werden wir nie vergessen. Man kann seine Wärme und Freundlichkeit spüren und wie tief er sich bemüht, Menschen zu helfen», erklärte Zuckerberg.

Zwei Milliarden Nutzer – eine Milliarde in Gemeinschaften

Vor 14 Jahren hatte Zuckerberg sein Studium in Harvard abgebrochen, um eine kleine, uni-interne soziale Plattform, genannt «Facebook», zu gründen. Der Rest ist Geschichte. Eben hat die soziale Plattform die Marke von zwei Milliarden Nutzern weltweit geknackt. Zuckerbergs Vermögen wird von Forbes mit 63,7 Milliarden Dollar beziffert. Damit ist er der fünftreichste Mensch der Erde.

Zuckerbergs Ziel ist es, eine Milliarde von Nutzern dazu zu bewegen, sich in einer Facebook-Gemeinschaft zu organisieren. «Wenn wir das schaffen, wird sich nicht nur der Trend umkehren, dass seit Jahrzehnten die Menschen immer weniger in Gemeinschaften sind – es wird auch unsere sozialen Strukturen verändern und die Welt näher zusammenbringen.» Dieses Ziel ist Zuckerberg so wichtig, dass «wir die ganze Mission von Facebook ändern werden, um das zu schaffen».

Zum Thema:
TV-Dokumentation: «Facebook hat nicht nur eine nette Seite»
Auf der Suche? Facebook-Gründer Mark Zuckerberg trifft Pastoren
«Facebook-Effekt» beim Glauben: Junge Social-Media-Nutzer flicken sich ihre Religion selbst zusammen
Wenn Facebook unglücklich macht: Tipps gegen Frust und Neid in sozialen Netzwerken

Datum: 30.06.2017
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet / Gospel Herald

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