Aufbruch in Nordafrika

Algerien: «Die Muslime haben Durst nach dem Evangelium»

Würden sich die Christen in der Schweiz gleich stark auf das Wesentliche des christlichen Glaubens konzentrieren wie die Christen in Algerien, «hätten wir bald die nächste Reformation», sagt der Nordafrika-Projektleiter des Hilfswerks «HMK Hilfe für Mensch und Kirche» und Kenner Algeriens. Tatsächlich ist ein grosser geistlicher Aufbruch im grössten Flächenstaat Afrikas zu beobachten.

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Eine Stadt in Algerien
«Wir sind seit Jahren gemeinsam unterwegs mit unseren Glaubensgeschwistern in Algerien», sagt der Nordafrika-Projektleiter der international tätigen Hilfsorganisation «HMK Hilfe für Mensch und Kirche» mit Sitz in Thun, der anonym verbleiben möchte. «Wenn wir uns von ihnen inspirieren lassen, können wir auch für uns profitieren. Mit dem Islam in der Schweiz sind wir teils überfordert.»

Die einheimischen Christen in Nordafrika hätten einen Zugang zu ihren muslimischen Mitmenschen, von denen wir westlichen Christen lernen könnten. «Sie haben wenig, aber sie sind einfach für ihre Mitmenschen da, verbringen Zeit mit ihnen und sind als Christen ein wahres Zeugnis der Liebe Gottes.»

«Ich freute mich auf die 70 Jungfrauen»

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In Algerien kommen immer mehr Menschen zum Glauben an Jesus Christus, obwohl sie anschliessend von ihrem Umfeld angefeindet werden.
Mohammed (Name geändert) ist langjähriger lokaler Projektpartner der HMK und gab in der Schweiz im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Sonntag der verfolgten Kirche» einen Einblick in sein Wirken in Algerien. Er blickt selbst auf eine fundamentalistische Vergangenheit. «Ein Imam und damaliger Freund von mir wollte, dass ehemalige Muslime, die zum christlichen Glauben fanden, wieder zum Islam zurückkehren – daran sollte auch ich arbeiten. Das tat ich gerne, ich freute mich schon auf meinen Lohn im Himmel, darunter 70 Jungfrauen. Der Imam händigte mir dazu Bücher aus, die angebliche Widersprüche in der Bibel aufdeckten. Ich fragte, ob ich auch ein Neues Testament haben kann, damit ich es ebenfalls sehen und noch besser argumentieren kann. Der Imam verwies mich an einen Christen. Dieser fragte, ob ich auf der Suche sei nach Gott. Ich antwortete umgehend: 'Nein, ich kenne Gott!'»

Doch Mohammed wurde fragend. «Ich erkannte, dass Gottes Gegenwart in meinem Leben fehlt. Ich verglich den Islam mit dem Evangelium. Als ich im Neuen Testament las, dass Gott Mensch wurde und zwar aus Liebe zu uns Menschen, da nahm ich plötzlich eine Stimme wahr: 'Ich bin Christus, komme zu mir. Stoss mich nicht ab.' So nahm ich Christus in mein Herz auf, und das veränderte mein Leben.»

Apostelgeschichte 29

Als Mohammed zum christlichen Glauben kam, gab es praktisch noch keine einheimischen Christen im Land. «Es war damals schwierig, eine christliche Frau zu finden. Doch auf Gott ist Verlass und ich fand eine Frau, die auch Jesus Christus nachfolgen wollte. Wir mussten mehrmals vor Gericht gehen, damit unser Sohn einen christlichen Vornamen erhalten durfte.»

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Hausgemeinde
Diese neuen Christen um Mohammed erleben Heilungen und Wunder. «Ich sage jeweils, wir leben das 29. Kapitel der Apostelgeschichte. Wir leben in schwierigen Zeiten und erleben den Glauben ganz praktisch.» Damals, das war in den 1990er Jahren, als die Einwohner Algeriens die Demokratie forderten und die Extremisten die Macht ergriffen. «Von einem auf den anderen Tag existierte in der Hauptstadt ein Verbot, das Frauen untersagte, ohne Kopftuch auf die Strasse zu gehen.» Wer sich den verschiedenen neuen Anordnungen widersetzte, konnte mit dem Tod bestraft werden.

«Wir hatten keine Bibelschule, uns stand damals einfach das Neue Testament zur Verfügung. Das Land war in geistlicher Hinsicht noch sehr verschlossen, doch wir trafen uns auf einem Berg, wo wir für unsere Nation beteten. Beim Heruntersteigen begegneten wir einem Kranken.» Das Team habe für ihn gebetet und er sei auf der Stelle gesund geworden, so Mohammed. «Er lud uns zu sich nach Hause ein, wo seine 24-jährige Tochter seit zwei Jahren ans Bett gefesselt war, da sie benommen und nicht zurechnungsfähig war. Wir beteten auch für sie und sie wurde gesund. Die Familie bekam das mit, sie hatten zuvor alle Ärzte und anderen Möglichkeiten ausprobiert, nichts hatte geholfen. Das Evangelium verbreitete sich durch diese und ähnliche Begegnungen weiter.»

Ein Richter wollte mehr wissen

Es gebe aber auch Probleme, so Mohammed. «Ein Christ wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, weil er auf Facebook schrieb, dass Algerien nicht dem Propheten Mohammed, sondern Jesus Christus gehört. Offiziell hat man als Algerier in Algerien kein Recht, Christ zu sein. Aber wie kann jemand, der die Güte und Liebe von Christus erfährt, diese nicht weitergeben? Ein Freund von mir war vor Gericht, weil er seinen Mitmenschen von der Liebe Jesu erzählte. Der Richter fragte ihn: 'Weisst du, warum du hier bist?' Der Angeklagte antwortete: 'Ja, um dir zu sagen, dass Gott dich liebt.' Der Richter unterbrach die Verhandlung und lud ihn am nächsten Tag in seinem Büro vor. Dort bat der Richter ihn um eine Bibel und mehr Informationen.» Eine Woche später habe der Richter Jesus in sein Leben aufgenommen.

Gemeindegründer Mohammed aus Nordafrika erzählt… von HMK-AEM.

Zur Webseite:
HMK Hilfe für Mensch und Kirche
HMK auf Facebook

Zum Thema:
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Datum: 09.01.2017
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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