Bibeln für Araber

«Blick»-Leser stärken Christen den Rücken

Eine Gruppe von Christen verschiedener Gemeinden wird Ende August in Interlaken auf arabische Touristen zugehen, um ihnen den christlichen Glauben vorzustellen. Sie verschenken dabei unter anderem Bibeln, damit sich interessierte Gäste aus erster Hand informieren können. Der Tourismus-Boss ist empört. «Blick» berichtete – und die Leser-Meinung ist eindeutig: Selbstverständlich sollen Christen ihr Glaubensbuch verteilen dürfen.
Arabische Touristen

«Jetzt wird zurückmissioniert», dokumentiert der «Blick». Ähnlich wie muslimische Gruppen in der Schweiz Korane verteilen, werden Ende August Christen Bibeln und DVDs den arabischen Touristen weitergeben, berichtet die Zeitung. «Salamu Aleikum in Interlaken» heisst die Aktion, hinter der mehrere Werke und christliche Gemeinden stehen.

Ziel ist, mit Arabern ins Gespräch zu kommen und ihnen einen Einblick in den christlichen Glauben zu geben. In ihren Herkunftsländern fehlt den Reisenden diese Gelegenheit oft, das Interesse jedoch ist gross, wie vergleichbare Einsätze in den vergangenen Jahren zeigten.

Tourismusbranche reagiert empört

Meist kommt dadurch ein herzlicher Meinungsaustausch zustande. Gemäss «Blick» stört sich jedoch Harry John, Direktor von «BE! Tourismus», an der Aktion. «Das ist sehr, sehr bedenklich. Das hat mit Gastfreundschaft nichts zu tun», wird er zitiert, er spricht von einem Eingriff in die Privatsphäre.

Und Interlakens Tourismus-Vize Stefan Ryser sagt, man werde die Angelegenheit aufmerksam beobachten und wenn man das Gefühl habe, Touristen würden bedrängt, werde die Polizei gerufen.

In fünf Jahren keine Reklamation

Dass dies nicht nötig sein wird, weiss David Kleist, Sprecher des Einsatzes. «Wir machen nicht die Erfahrung, dass sich die arabischen Besucher belästigt vorkommen», erklärte er gegenüber Livenet. «Die Araber haben eine andere Kultur. Die orientalische Kultur schätzt, dass man zusammen spricht und in ihrer Kultur ist es nicht fremd, über den Glauben zu sprechen.» Ausserdem werde die Bibel nicht verteilt, sondern nur auf Anfrage abgegeben. Und «bisher ist übrigens in nun fünf Jahren keine einzige Reklamation eingegangen», so David Kleist.

«Wieder mal typisch»

Die «Blick»-Leser stellen sich über weite Teile hinter die Christen, die ihren Mitmenschen die Bibel anbieten. So hält zum Beispiel ein Leser in einem Kommentar fest: «Wenn Scientologen, Zeugen Jehovas oder Salafisten ihre Glaubensbücher öffentlich bewerben und verteilen dürfen, dann dürfen das die Christen auch. Aber es ist wieder einmal typisch, dass der Auftritt fremder Kulturen als bereichernd und wertvoll dargestellt wird und die Pflege der eigenen Kultur als rückständig und rassistisch.» 

«Was andere dürfen…»

Nur wenige kritisieren die Christen, eine Stimme verstieg sich gar, die Kreuzzüge heranzuziehen. Der Konter folgte prompt: «Was die Kreuzzüge anbelangt, scheinen sie nicht gerade gut informiert zu sein! Oder lesen sie mal nach, aus welchem Grund es die Kreuzzüge gab. Die Antwort wird sie erschrecken ...» Denn jedem Kreuzzug ging ein vergleichbarer islamischer Feldzug voran, auf die Siege ist man in muslimischen Ländern bis heute stolz, die christliche Seite entschuldigt sich dagegen im Jahresrhythmus für die eigenen Verbrechen.

Ein anderer Leser bekräftigt: «Lustig, wie sich manche aufregen. Aber wenn Islamisten in Schweizer Städten den Koran abgeben und missionieren ist es vermutlich ok. Ich denke, was der eine darf, darf der andere auch.»

Zum Thema:
Das totale Reizwort: Mission? Impossible!
Kolumne zum Sonntag: Missionieren verboten

Datum: 28.07.2015
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

Publireportage
Werbung
Livenet Service
Werbung