Strasseneinsatz

Wenn alles «schon bezahlt!» ist

150 Jugendliche bezahlen Gästen in Thun einen Drink: Die Aktion vom letzten Donnerstag fand viel Beachtung. Eine Reportage.

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Die «Leben Live»-Strassenaktion «schon bezahlt» (Mai 2014) mit 150 Jugendlichen.
Ein sympathisches Lächeln, ein beherzter Griff ins weisse Kuvert ... Auf dem Tisch liegt der um ein grosszügiges Trinkgeld aufgerundete Betrag mit einem Flyer im Kreditkartenformat. «Schon bezahlt» steht darauf, inklusive Internetadresse. Die grosszügigen Gönner sind kurz darauf bereits wieder verschwunden, unterwegs zu den nächsten Gästen. Alles geht blitzschnell. Zurück bleiben freudige, zum Teil auch fragende Gesichter.

Erstaunt, verblüfft, verwirrt

Donnerstagabend, 19:30 Uhr. Der Saal an der Hofstettenstrasse in Thun ist bis auf den letzten Stehplatz gefüllt. Es ist heiss. Dazu trägt nebst dem frühsommerlichen Wetter auch der Lobpreis bei. Mehr als 150 Menschen zwischen 15 und etwa 30 Jahren sitzen am Boden, stehen in Gruppen beisammen, heben die Hände hoch, applaudieren. Wie andernorts auch, könnte man auf den ersten Blick meinen. Doch hier kommt zum «Fun» noch die «Action». Mindestens einmal pro Monat geben die jungen Menschen auf Strassen und Plätzen Gottes Liebe weiter.

«Wir haben so viel von Gott empfangen! Darum wollen wir grosszügig sein gegenüber dieser Stadt!» Sarah Bürki steht mitten unter den Jugendlichen. Sie kommuniziert auf Augenhöhe. Und die Botschaft kommt an. «Wir wollen Thun heute Abend etwas Gutes tun!» Das Spezielle daran: «Wir geben Menschen ein Geschenk weiter, völlig ohne Bedingungen.»

Nathanael Jakob erklärt die Details. Nach der Bildung von Dreiergruppen erhält jedes Team ein Kuvert – «mit viel Geld darin». Innerhalb von einer Stunde werden die Jugendlichen rund 50 Lokale und Plätze besuchen. Sogenannte Freestyle-Gruppen werden Menschen auf Sitzbänken, in Fussgängerzonen oder auf dem Skateboard überraschen.

Begrüssung, Angebot fürs Bezahlen der Zeche, Geld und Visitenkarte auf den Tisch legen, und ohne viel Aufhebens weitergehen: Die einen haben es sofort im Griff, andere geben eine kurze Antwort auf die häufige Frage, was das Ganze soll. Überrascht sei er, meint ein deutscher Gast, Bier und Handy in der Hand. «Irgendwie komisch» sei das, meint ein Herr. Zwei Frauen freuen sich einfach über die generöse Tat. Ein jüngerer Mann meint, da müsse noch etwas nachfolgen: «Die Auflösung und das Geld ist wieder weg.» «Oder es ist ganz einfach eine Sekte?», ergänzt seine Begleiterin.

Kreative Grosszügigkeit

Die Erklärung ist einfach: «schon bezahlt.ch» will mit einer Videobotschaft auf die Veranstaltungsreihe «Leben live» der Evangelischen Allianz Thun aufmerksam machen. «Wir führen jeden Monat kreative evangelistische Einsätze durch. Reach2n (Thun erreichen) läuft unter der Jugendbewegung Bless 2n der GPMC (Generation Post Modern Church)», erklärt Gerhard Furrer. Er ist Leiter der Bewegung und verantwortlich für die regelmässigen Veranstaltungen. Die aktuelle Aktion traf ins Schwarze. «Wir wollten zeigen, wie gut Grosszügigkeit tut.» Furrer setzt auf einen Doppeleffekt: Auch vielen Jugendlichen dürfte bewusst geworden sein, wie grosszügig Gott ihnen gegenüber handelt. Bei der Aktion wurde mit der grossen Kelle angerichtet: Das Budget betrug 20'000 Franken, gespendet von Allianzgemeinden und Privatpersonen.

Die evangelistische Reihe «Leben live» startet am Freitag mit der Uraufführung eines Musikprojekts.

Webseiten:
Weitere Texte im idea Spektrum
Evangelistische Kampagne «schon bezahlt!» von Leben live
Leben Live!-Anlass: Programm (4.-11. Mai) 
Die Jugendbewegung Bless Thun

Zum Thema:
CREA! Meeting 2014: Jesus nachfolgen, komme was wolle
«BeachReach» in den USA: An der Non-Stop-Party am Strand den Glauben bezeugen
Gottesdienste der anderen Art: Wenn Kirche in die Szene-Clubs einzieht

Datum: 01.05.2014
Autor: Thomas Feuz
Quelle: idea Spektrum

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