Vorsicht, Satire!

Nordsee und das christliche Fischsymbol

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In den letzten Tagen verbreitete sich im Internet ein Artikel mit dem Titel «Nordsee gewinnt vor Gericht: Christen dürfen Fischaufkleber nicht mehr nutzen!» Der erste Eindruck täuscht nicht: Es ist eine Satire.

Angeblich wurden der Restaurantkette Nordsee per Gerichtsurteil die alleinigen Rechte am Fischsymbol zugesprochen.

Die Meldung

Laut Theoleaks kostet Christsein viel: «Jetzt wird es aber richtig teuer! Der Nordsee-Fischrestaurantkette wurden nach einem langen Rechtsstreit die universalen Verwendungsrechte am, unter Christen beliebten, 'Fisch'-Symbol zugesprochen. Jegliche andere, z. B. religiöse Nutzung wird ab sofort mit deftigen Strafgebühren geahndet.» Im Artikel ergänzt der Chef der Rechtsabteilung, dass er sich früher «über die kostenlose Werbung gefreut» habe, sich das Unternehmen aber in Zukunft von der ausgrenzenden und intoleranten Haltung der Christen distanzieren wolle.

Der Wahrheitsgehalt

Die meisten Leserinnen und Leser haben den Artikel direkt als das eingeordnet, was er auch ist: eine Satire. Mit übertriebenen Berichten wie dem oben genannten nimmt die Internetseite Theoleaks christliche Eigenschaften und Absonderlichkeiten aufs Korn. Der österreichische Verein zu Aufklärung über Internetmissbrauch, Mimikama, bezieht sich auf diese Satire: «Es gibt nichts, was es nicht gibt und es passieren mittlerweile Dinge, die hätte man sich vor Jahren nicht mal erträumt. Menschen sind verunsichert und tun sich sehr sehr schwer beim bewerten [sic!] von Quellen im Internet, denn viele Webseiten sehen optisch aus wie jene von großen Medienunternehmen. Oft ist es so, dass man erst auf den 2. Blick erkennt, ob etwas wahr oder falsch ist.» Zum konkreten Artikel reicht den Betreibern der Aufklärungsseite ein kurzer Blick ins Impressum, wo Theoleaks klarstellt: «Der Wahrheitsgehalt unsrer Artikel liegt zu 100% bei Null!»

Das Symbol

So bleibt es wohl dabei, dass Christen weiterhin ungestraft ihre Fischaufkleber am Auto befestigen können. Auch die Restaurantkette Nordsee – immerhin schon 1896 gegründet – darf das 1'800 Jahre ältere christliche Fischsymbol weiter mitverwenden. Die Abschlussfrage der Satireplattform bleibt trotzdem im Raum stehen: «Viele fragen sich nun, woran man sie ohne Fisch-Zeichen in dieser Welt überhaupt noch als Christen erkennen kann.»

Zum Thema:
Verantwortung im Netz: Vorsicht: Falschmeldung!
Fake News und wir: Was kann man eigentlich noch glauben?
IHS – ein Geheimsymbol?: Die Bedeutung des Christus-Monogramms

Datum: 08.08.2017
Autor: Hauke Burgarth
Quelle: Livenet / mimikama.at

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