Kolumne zum Bettag

«Mir ist noch nichts passiert...»

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Bettage wurden zuerst von Kantonsregierunen bei schweren Ereignissen ausgerufen, aber auch aus Dank bei erlebter Bewahrung. Ab 1832 wurde der Bettag für die ganze Schweiz eingeführt. Die Menschen wussten: Wir sind auf Gottes Beistand angewiesen. Gedanken zum Bettag von Pfarrerin Dagmar Rohrbach.

In einem Cartoon springt ein Fallschirmspringer gerade aus dem Flugzeug. «Oh, der Fallschirm geht nicht auf!» Dann: «Mmh… ist ja eigentlich gar nicht so schlimm. Ich falle schon drei Minuten und mir ist noch nichts passiert!»

Vielleicht lächeln Sie über die Naivität des Fallschirmspringers. Aber leben wir nicht ähnlich? Die Schweiz ist über Jahrhunderte bewahrt geblieben... aber wird es immer so bleiben?

Wir danken dir, grosser Gott

Überall in der Welt werden uns zurzeit Gewalt, Machtmissbrauch, Bosheit vorgeführt. Menschen leiden, Hass spaltet Völker, bringt Menschen gegeneinander auf. Und wir? Leben wir auf einer Insel der Seligen?

Wir haben sehr viel Grund, Gott zu danken. Unser Leben und Ergehen hängt mehr von Gott ab, als wir denken. Also: Wir danken dir, grosser Gott! Wir danken dir für Haus und Heimat, Essen und Gesundheit, Hilfe bei Krankheit, Vielfalt der Möglichkeiten des Lebens und Arbeitens und so weiter.

Wir hören neu auf dich, Gott

Busse ist ein irreführender Begriff. Er bedeutet: umdenken und umkehren. Dazu muss ich merken: Wie ich jetzt lebe, ist es nicht gut für mich, nicht gut für andere. Wenn wir nicht auf Gott hören, werden wir nach eigenen Vorstellungen leben. Das scheint gut und vernünftig zu sein. Aber es kann furchtbare Auswirkungen haben. In Psalm 81 sagt Gott: «Oh, dass mein Volk auf mich hörte, in meinen Wegen wandelte. Bald würde ich ihre Feinde beugen.» Hören wir doch neu auf Gott. Er weiss, was gut für uns ist. Er hat uns geschaffen. Er ist für uns. Umkehr zu ihm, dem Ursprung des Lebens, ist der einzig sinnvolle Weg für uns als Einzelne und als Volk.

Wir beten für unser Land

Bruder Klaus war ein Mensch des Gebets. Sein Handeln war das Gebet. Das mag uns vielleicht wenig wirksam erscheinen. Aber aus diesem Leben heraus hat er geholfen, eine gefährliche politische Lage zu entschärfen und zu lösen. Da sage noch einer, Gebet nütze nichts. Dieses Ereignis ist der Beweis des Gegenteils. Das zeigt, dass gerade in der intensiven Beziehung zu unserem Gott wir die Weisheit für unsere Lebensprobleme und für die Nöte dieser Welt erhalten können.

Bonhoeffer schreibt über das Beten: «Nicht die Armut unseres Herzens, sondern der Reichtum des Wortes Gottes soll unser Gebet bestimmen.» Uns stehen die grössten Verheissungen zur Verfügung, wenn wir das annehmen, was Gott für uns in Jesus Christus getan hat. Lassen wir uns zum Gebet für uns, unser Land und die vielen Nöte der Welt rufen. «Allein den Betern kann es noch gelingen», so hat Reinhold Schneider 1936 festgestellt.

Zum Thema:
«Ein Gebet voraus»: Christen beten für Landesregierung und danken ihr
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Datum: 17.09.2017
Autor: Dagmar Rohrbach
Quelle: Sonntagsblatt des «Berner Oberländer»

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