SEA-Medientag 2017

«Populismus vertritt ein falsches Menschenbild»

Am Freitag, 1. September, fand in den Räumlichkeiten des ICF Zürich in Dübendorf der Medientag der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA statt. Zum Thema des Tages «Kommunizieren im Umfeld von Populismus» wurde angeregt referiert und diskutiert. Der Medientag wurde durch ein Referat von SRG-Generaldirektor Roger de Weck eröffnet und durch eine illuster besetzte Diskussionsrunde abgeschlossen. Das Organisationskomitee zeigte sich erfreut über den Anlass und das Interesse der knapp 90 Besucherinnen und Besucher.

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SEA-Medientag 2017
Den Start in den SEA-Medientag bildete das Referat von Roger de Weck, Generaldirektor der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG). Der erfahrene Medien-Manager und Publizist betonte in seinem Referat die Gefahr populistischer Tendenzen weltweit.

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Roger de Weck

Nach den Weltkriegen seien in Europa die «Stimmen der Vernunft» zwar gehört worden. Ein dreiviertel Jahrhundert nach dem zweiten Weltkrieg kämen sie jedoch wieder – die Hitzköpfe, die scheinbar wüssten, was die Menschen wollen. In Zeiten wie diesen blieben Werte wie «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst» auf der Strecke. Sowohl die Medien als auch die Kirchen müssten gerade heute an ihrer Wertorientierung festhalten, sagte Roger de Weck weiter. Speziell christliche Medien sollen ihre Grundwerte hochhalten und gut sein in dem, was sie tun. Nur so werde das Publikum in Zukunft erreicht werden können.

Kritik an Ideologie

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Catherine McMillan

Die reformierte Pfarrerin Catherine McMillan stellte in ihrem Vortrag zehn Gründe vor, weshalb Christen nicht auf Populismus als Ideologie hereinfallen sollten. Die Reformations-Botschafterin, die durch das «Wort zum Sonntag» im Schweizer Fernsehen bekannt ist, betonte, dass Populismus stets mit der Angst spiele.

Ein Referat von Radio Zürisee-Moderationsleiter Martin Diener rundete den Vormittag ab. Anhand von Beispielen zeigte er auf, wo ihm in seinem Arbeitsalltag Populismus begegnet.

Respekt als Voraussetzung für Toleranz

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Podiumsdiskussion am SEA-Medientag

Unter der Leitung von Kommunikationsspezialist Markus Baumgartner diskutierten Pfarrerin Catherine McMillan, ICF-Pastor Nicolas Legler, SRF-Radiojournalist Christoph Keller und Kommunikationsexperte Martin Künzi das Thema nach der Mittagspause weiter. Der Fokus der Podiumsdiskussion richtete sich zunächst auf eine allgemeine Auslegeordnung des Populismus-Begriffs und mündete in der Frage, welche Relevanz das Thema speziell für Kirchen und Medien hat. «Populismus nutzt die Position des Nichtwissens aus», betonte SRF-Journalist Christoph Keller.

Wer nicht wisse, worauf er oder sie sich gründe, sei anfälliger für populistische Positionen, sagte er weiter. Konsens fanden die Diskutierenden darin, dass über allem der gegenseitige Respekt stehen müsse. Es gehe darum, anderen Meinungen mit Toleranz und Respekt zu begegnen und nicht ohne genaueres Wissen in einer Haltung zu verharren. Man müsse nicht immer der gleichen Meinung sein, es sei aber wichtig, dass gegenteilige Argumente angehört und respektiert würden, fügte ICF Zürich-Geschäftsführer Nicolas Leger an.    

Der SEA-Medientag fand zum 13. Mal statt und erfreute sich einer Teilnehmerzahl von knapp 90 Teilnehmenden.

Zur Webseite:
Schweizerische Evangelische Allianz

Zum Thema:
EngagingMedia.info: Webportal hilft Christen, mündig mit Medien umzugehen
Medienkommunikation unter der Lupe: «Bad News» oder «Good News»?
Mehr Good News: Die Dominanz der schlechten Nachricht brechen
Engere Zusammenarbeit: Reformierte Medien in der Schweiz spannen zusammen

Datum: 05.09.2017
Autor: Simon Bucher
Quelle: Schweizerische Evangelische Allianz SEA

Kommentare

Die christl. Konservativen werden von den Linken als Populisten verunglimpft. - Ausgerechnet Roger de Weck muss diesen SEA-Medientag einleiten: Weck der auf die Frage: "Sind Sie auch im Glauben verankert?" antwortete: "Ich habe hohen Respekt vor der Katholischen Kirche, der ältesten Grossorganisation der Welt. ..." Von Glaubensbekenntnis keine Spur! Schade, dass auch ICF involviert war`- Zum VorKommentator: Ich evangeliere regelmässig, aber die Situation in Europa ist mir nicht egal! Manche Christen sagen: "Die Endzeit muss eh kommen. Da kann man gar nichts machen." - Sie kommt, aber nicht unbedingt bei uns zuerst. Gebet (von vielen) ist mächtig. - Und ich informiere mich auch auf pi-news.ne
Die gesellschaftliche Diskussion konzentriert sich in der westlichen Welt derzeit auf die Pole Populismus-rechts-traditionelle christliche Werte-souveräne Staaten und links-Indoktrinierung und Zensur-Proislam aber moderat-neue Weltordnung. Als Christen sollte wir uns darum nicht kümmern sondern das Evangelium verkündigen, Buße predigen, das Himmelreich schon hier aufblühen lassen. Jesus sagte: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater als durch Mich! In den Zeiten als Jesus auf der Erde predigte, war der Populismus manchmal für Ihn und manchmal gegen Ihn. Uns sollte das nicht anfechten, die Welt möge rechts gegen links kämpfen, wir kämpfen für den Herrn!

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