Österreich: Kirche bleibt laut Umfrage eine "ganz wichtige moralische Instanz"

Die Worte von Kardinal Christoph Schönborn zum "Fall St. Pölten", aber auch beim Begräbnis von Bundespräsident Thomas Klestil stossen in der Bevölkerung auf grosse Zustimmung. 82 Prozent glauben, dass Schönborn mit seinen Worten einen "wesentlichen positiven Beitrag zur Imageverbesserung der katholischen Kirche" geleistet hat. Das geht aus einer "Oekonsult"-Umfrage hervor. Demnach ist die Kirche trotz des Skandals um St. Pölten für 92,3 Prozent "eine ganz wichtige moralische Instanz in Österreich".

Wie aus der Umfrage hervorgeht, sehen aber 83,2 Prozent von 1.131 Befragten die Art und Weise, wie die offizielle Kirche mit der jüngsten Krise in der St. Pöltner Diözese umgeht, als "letzte Chance", das Vertrauen des Kirchenvolks nicht zu verlieren. 81,3 Prozent glauben an ein Ende der kirchlichen Laufbahn von Bischof Kurt Krenn. Nur 24,9 Prozent meinen, dass die Kirchenführung alles unternehmen werde, um den Sexskandal im Priesterseminar St. Pölten zu vertuschen und zu verzögern. 72,3 Prozent glauben dies nicht.

Kirche ist den meisten ein Anliegen

Die Kirche - so das Ergebnis der Studie - ist den Österreichern ein Anliegen. Nur 33 Prozent meinten, dass sie die Skandale, Krisen und Affären der Kirche schon gar nicht mehr interessierten. Dagegen zeigen 66,5 Prozent sehr wohl Interesse. 65,2 Prozent der Befragten im Alter zwischen 17 und 73 Jahren vertrauen darauf, dass die Kirche ihre gegenwärtige Krise positiv bewältigt. 33,8 Prozent glauben dies nicht.

Allerdings hegen nur 50,3 Prozent die Hoffnung, dass die Kirche eine neue Ära von Offenheit, Transparenz und moralischer Kompetenz eingeleitet habe. Für 45,9 Prozent trifft dies nicht zu. 68,7 Prozent sind der Ansicht, dass der Trend zu Kirchenaustritten nicht zu stoppen sei. Hier sind nur 30,9 Prozent anderer Ansicht.

Datum: 10.08.2004
Quelle: Kipa

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