Zufluchtsort für Christen

Riesige christliche Kirche in Kurdistan eröffnet

Eine der grössten Kirchen des Nahen Ostens wurde in der letzten Woche in Kurdistan eröffnet. In dem Kirchengebäude nördlich von Erbil finden etwa 1'300 Gottesdienstbesucher gleichzeitig Platz.

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Der Grundstein für den Bau der Kirche «St. Petrous und Pols» war 2009 gelegt worden, 2013 begannen die Bauarbeiten für das riesige Gebäude.

«Diese Kirche ist eine Botschaft»

Miriam Sileman, Flüchtling aus Syrien, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Rudaw: «Ich bin eine syrische Flüchtlingsfrau. Ich lebe jetzt hier. Ich freue mich sehr über diese Kirche und komme immer hierher zum Beten».

«Irakische Christen sehen Kurdistan als eine Region, in der sie frei ihren Glauben leben können», erklärte Bischof Bashar Matti. «Der Bau dieser Kirche mit der Unterstützung der kurdischen Regierung ist eine Botschaft: Hier wird die Verbindung zu Christen gesucht, und hier werden sie unterstützt».

Auch Studienzentrum

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Neue Kirche in Ankawa, nördlich von Erbil
Die Kirche wird Räume für Kranke bieten, eine Cafeteria, Büros, Konferenz- und Schulungsräume und ein Taufbecken. Sie wurde mit einem Budget von umgerechnet ca. 430'000 US-Dollar errichtet. «Diese Kirche wird eine der grössten und schönsten im ganzen Irak sein. Das Projekt hat sich über sieben Jahre entwickelt. Es gibt sogar eine Schule für christliche Studien und Sprachen. Die Architektur ist modern, wird aber auch die Geschichte von Erbil und der ganzen Gegend hier reflektieren», erklärte der Leiter der Bauarbeiten, Ashour Jarjis.

Warnung vor dem Exodus nach Europa

In Kurdistan gibt es gegenwärtig 127 Kirchen, und es gibt Pläne, weitere neue zu bauen. Damit bekommen die hunderttausende von christlichen Flüchtlingen mehr Gebetsstätten. Beobachter hatten in den letzten Jahren wiederholt erklärt, dass der Massenexodus – vor allem junger – Christen aus dem Irak die Zukunft der meist kleinen christlichen Gemeinschaften im Land gefährdet. Vor dem Fall Saddam Husseins lebten rund 1,4 Millionen Christen im Irak; heute wird ihre Zahl noch auf ca. 250'000 geschätzt.

Allein in der Region Erbil in Kurdistan leben bis zu 200'000 Christen, die aus Mosul und anderen Regionen Iraks in den letzten Jahren hierhin geflüchtet sind. Insgesamt leben in Kurdistan etwa zwei Millionen Flüchtlinge, die damit etwa 28 Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Zum Thema:
Lichtblick im Irak: Mehrere tausend Christen feiern Gottesdienst
«Den Irak mit Jobs fluten»: Christen neue Wurzeln geben
Rückkehrer in Karamles: «Es ist unsere Aufgabe, als Christen hier zu leben»

Datum: 10.07.2017
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Livenet / Christian Times / Rudaw

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