Antwort auf Anschläge

Ägyptens Christen zeigen an Ramadan Nächstenliebe

Nächtliche Lebensmittel-Pakete zum Ramadan: Auch nach den Anschlägen und Gewalttaten der letzten Monate gehen ägyptische Christen mit Nächstenliebe auf Muslime zu.

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Frühstückstische vor dem Morgengrauen: In den letzten Jahren erfrischten Christen jeweils während dem Ramadan ihre muslimischen Mitmenschen. Zudem drückten sie auf Transparenten ihre Liebe aus. Den tagsüber fastenden Muslimen war dies eine willkommene Stärkung auf dem Weg zum Tagwerk oder zur Schule.

Anders sieht es in diesem Jahr aus. Nach mehreren gezielten Morden sowie Bombenanschlägen auf Kirchen mit zahlreichen Todesopfern untersagten die Behörden diesen Akt der Freundschaft aus Sicherheitsgründen.

Lebensmittel-Pakete

Laut Ramy stellte sich den Christen aus dem Land der Pharaonen die Frage, was zu unternehmen ist. Dennoch auf die Muslime zugehen oder im sicheren Daheim bleiben. Ein für manche Kopten antwortgebender Gedanke war: «Ist es nicht die Strategie des Feindes, die Christen zur Passivität zu verleiten?»

Christen aus Oberägypten entschieden sich dazu, aktiv zu werden. «Wenn sie nicht zu unserem Morgentischen kommen können, gehen wir zu ihnen.» Aus Spenden stellten sie hundert Lebensmittel-Pakete zusammen und gingen in einem Dorf von Haus zu Haus, um jede Familie zu beschenken.

Jesu Herzschlag gespürt

Teilnehmer Maged erinnert sich an gute Gespräche. Ein Familienvater bedankte sich laut ihm: «Obschon wir verschieden sind, habt ihr uns grosszügig beschenkt. Ihr erweist uns mehr Liebe und Respekt als sonst jemand.»

In manchen Fällen wünschen sich die Besuchten ein Gebet, zum Beispiel um Heilung oder einen Job. «Wir spürten bei diesen Besuchen den Herzschlag von Jesus», erinnert sich Maged.

Zum Thema:
Kopten nach den IS-Morden: «Wir vergeben aus der Tiefe unseres Herzens!»
Keine Rache geplant: Ägyptische Christen wollen Hass keinen Raum geben
Muslimischer Moderator: «Christen sind aus einer anderen Substanz»
Beispiellose Reaktion: Vergebung verändert Ägypten

Datum: 20.06.2017
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / Open Doors

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