Dürre in Südafrika

«Wir vertrauen Gott, dass er vor dem 'Tag Null' eingreifen wird»

Es ist die schlimmste Trockenzeit seit 100 Jahren: In Kapstadt hat es seit drei Jahren nicht geregnet. Nach Schätzungen laufen bis Mitte Mai die Wasserreserven Kapstadts aus, am «Tag Null». Während die Regierung die Wasserproduktion ankurbelt, bitten die südafrikanischen Christen um Gebet.

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In Kapstadt müssen die Leute Schlange stehen, um täglich 50 Liter Wasser zu erhalten.
Es klingt fast wie die Handlung eines apokalyptischen Fictionfilms – aber es ist die traurige Wahrheit der Einwohner Kapstadts: Die 3,7-Millionen-Stadt hat bald kein Wasser mehr. Laut Regierungsangaben wird Mitte Mai der «Tag Null» erreicht, an dem die gesamten Wasserreserven der Stadt aufgebraucht sind.

50 Liter täglich pro Person

Grund für diesen Notstand ist die extreme Trockenheit, die bereits seit drei Jahren anhält. Kontinuierlich wurde der Wasserverbrauch pro Person rationiert, seit Anfang Februar darf jede Person pro Tag höchstens 50 Liter Wasser verbrauchen. Das Missachten dieser Auflagen wird mit hohen Geldstrafen belangt. Zum Vergleich: 50 Liter täglich pro Person ist weniger als die Hälfte des Durchschnittswerts in Deutschland. Sollte es bis zum Tag Null nicht regnen oder sich die Situation nicht entschärfen, wird das Limit noch einmal um die Hälfte heruntergesetzt.

Wenn die Wasserreserven komplett austrocknen, wird es 200 Wasserverteilungsorte in Kapstadt geben, erklärt Danie du Preez von Trans World Radio Afrika. Jede Person dürfe dort dann pro Tag 25 Liter Wasser abholen. «Wir beten dafür, dass die Menschen Kapstadts wissen, wie sie mit der Situation umgehen müssen. […] Sie müssen die 25-Liter-Behälter tragen, Schlange stehen, um Wasser zu bekommen, mit dem Wasser wieder nach Hause gehen und dies täglich», so du Preez. Eltern überlegen, ihre Kinder in den Norden des Landes zu schicken, bis sich die Situation entschärft, viele fürchten sich vor Unruhen.

Gebet, dass der Tag Null nie erreicht wird

Während die Regierung gegen die Zeit kämpft, um die Grundwasserproduktion und die Produktion der Entsalzungsanlagen zu erhöhen, haben sich die Christen der Stadt in den vergangenen Monaten immer wieder getroffen, um für die Menschen zu beten und Gott um Regen zu bitten. Das nächste grosse Gebetstreffen soll am 24. März stattfinden. Dabei soll spezifisch für das Wetter und die Wasserkrise gebetet werden, erklärt du Preez. «Alle südafrikanischen Christen vertrauen wirklich darauf […], dass Gott handeln wird. Aber die grösste Sorge ist, was nach dem Tag Null passieren wird. Und wir vertrauen Gott, dass der Tag Null niemals kommen wird, dass er vorher eingreifen wird!»

Transworld Radio und dessen Partner in Kapstadt helfen bei der Organisation des Gebetstreffens und rufen weltweit Christen auf, am Samstag, 24. März mit ihnen zu beten. Danie du Preez: «Ich glaube, es wird entscheidend sein, wenn der Leib Christi auf der ganzen Welt zu beten beginnt, für Geduld, Ausdauer und Ausharren in dieser Situation und dass der Herr den Menschen hilft, sich korrekt zu benehmen.»

Zum Thema:
Gebete beantwortet: Regengüsse lassen den Wasserpegel vom See Genezareth steigen
Dürrekrise in Ostafrika: Der Hunger in Afrika geht uns was an

Der Not begegnen: Christliche Werke kämpfen gegen Afrikas Dürrekrise

Datum: 06.02.2018
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / MNN

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