Dürre in den USA

«Ich bete jeden Tag, dass es regnet»

Die USA erleben derzeit die schwerste Dürre seit über 50 Jahren. Das Land, das als wichtigster Lieferant für den Weltmarkt gilt, muss aufgrund der wochenlangen Hitze in diesem Jahr mit riesigen Ernteausfällen rechnen.

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Verdorrtes Maisfeld in Illinois (USA)
Allein die Maisernte wird nach den jüngsten Angaben des US-Agrarministeriums mindestens um 17 Prozent geringer ausfallen. Eine Anbaufläche, so gross wie Belgien und Luxemburg, wurde durch die Dürre komplett vernichtet. Klimaexperten haben inzwischen die Hälfte des Landes als Dürreregion eingestuft. In 26 der 50 Bundesstaaten wurde der Notstand ausgerufen.

Beten um Regen

Der Gouverneur des US-Bundesstaates Illinois, Pat Quinn, bezeichnete die Trockenheit als eine «Naturkatastrophe biblischen Ausmasses». Und US-Landwirtschaftsminister Tom Vilsack bekannte: «Ich falle jeden Tag auf die Knie und bete, dass es regnet.»

Die Ernteprognosen des US-Landwirtschaftsministeriums lassen weltweit explodierende Getreidepreise befürchten, sagt das UN World Food Programme (WFP). Ralf Südhoff, Leiter des WFP in Deutschland, Österreich und der Schweiz, warnt vor einer globalen Preiskrise für Nahrungsmittel: «Die neuesten Ernteaussichten lassen das Schlimmste befürchten.»

Nach Angaben der Weltbank ist der Maispreis seit Juni bereits um 45 Prozent gestiegen. Nach WFP-Schätzungen wird dies auch drastisch die Preise für andere Getreide in die Höhe treiben. Der Preis für Weizen ist laut Weltbank im selben Zeitraum bereits um rund 50 Pozent gestiegen.

Insbesondere Rekordpreise für Getreide haben unmittelbare Auswirkungen auf bis zu 80 Prozent der Weltbevölkerung. Getreide sind das entscheidende Grundnahrungsmittel für weite Teile der Weltbevölkerung. Vier von fünf Menschen weltweit leben zugleich ohne jede soziale Absicherung. Explodierende  Nahrungsmittelpreise drohen sie unmittelbar zu treffen und ihre Ernährung zu gefährden.

Bio-Kraftstoff in der Kritik

Es gibt auch Kritik an der Politik. So sind die USA neben Brasilien der weltweit grösste Produzent von Bio-Kraftstoffen. Das bedeutet, dass mehr als die Hälfte der US-amerikanischen Maisproduktion im Tank landet anstatt auf dem Teller. Die Dürre, die daraus folgenden Ernteausfälle und die steigenden Lebensmittelpreise haben die Debatte um die Biosprit-Politik neu entfacht.

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Datum: 16.08.2012
Autor: Bruno Graber
Quelle: Livenet / idea.de / WFP

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