CDK mit «Pulse Days»

«Das Wichtigste ist das Gebet»

Seit rund fünfzig Jahren setzt sich «Christen im Dienst an Kranken» (CDK) für gesundheitlich Leidende ein. Wenn man mit Gott verbunden ist, gelingt das besonders gut, sagt Pflegefachfrau und CDK-Leiterin Sara Rhyner. Wir unterhielten uns mit ihr.

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Sara Rhyner
Livenet: Sara Rhyner, Sie laden regelmässig zu «Pulse Days» – was verbirgt sich dahinter?
Sara Rhyner: Dahinter steckt das Weiterbildungsangebot von CDK. An unseren Pulse Days sprechen wir gezielt brisante Themen rund um die Arbeit im Gesundheitswesen an. Erfahrene Verantwortliche aus verschiedenen Bereichen erweitern fachlich und geistlich den Horizont.

Welches sind die Themen der nächsten «Pulse Days»?
«Christsein im Beruf», «Heilung», «Lifebalance» und «Umgang mit Menschen mit Migrationshintergrund» sind die Themen der nächsten Monate.

Stehen die «Pulse Days» allen offen oder nur Leuten aus dem Pflegepersonal?
Die Pulse Days sollen in erster Linie Mitarbeitende im Gesundheitswesen ansprechen. Die Referate sind auf diese Zielgruppe ausgerichtet.

Was muss jemand tun, um sich innerhalb von CDK für Kranke einsetzen zu können?
Das Wichtigste ist das Gebet. Wenn wir als Mitarbeiter im Gesundheitswesen im Gebet eng mit Gott verbunden sind, zeigt er uns, wie wir unseren unterschiedlichen Patienten und Klienten begegnen können. Dadurch werden sie Gottes Liebe ganz neu erleben. Ich bin überzeugt, dass wir dadurch hier und heute einen Unterschied machen können.

Wie wichtig ist der Glaube in der Pflege?
Eine junge Pflegefachfrau hat das sehr treffend formuliert: «Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie man ohne Gottes Hilfe diesen Beruf ausüben kann!» In der Pflege wird oft von Problemen gesprochen – doch wir können uns entscheiden, nicht skeptisch und defensiv zu reagieren, sondern mittendrin zu stehen und so, wie Gott uns immer brauchen will, das Umfeld positiv zu prägen und damit auch ein Stück weit die Zukunft mitzugestalten.

Man spricht vermehrt von «Spiritual Care», wird dieser Aspekt wichtiger?
Ich denke, dass dieser Aspekt unbedingt wichtiger werden muss, gerade für Christen! Wir leben in einer Gesellschaft, in der die spirituelle Dimension wenig Platz hat in der Pflege oder Behandlung von Patienten. Man setzt wohl auf neue Therapien und experimentelle Medikamente, doch wer schon einmal schwerkrank in einem Spitalbett lag oder durch ein MRI geschoben wurde, weiss, dass einen plötzlich ganz andere Dinge beschäftigen: Was passiert, wenn ich schlechten Bescheid erhalte? Was hilft, wenn nichts mehr hilft?

Wo engagiert sich die CDK heute überall?
Als CDK-Netz wollen wir mit lokalen und regionalen Gebetsgruppen, einem ganzheitlichen Weiterbildungsangebot und verschiedenen gemeinschaftlichen Anlässen vor allem einzelne Mitarbeitende im Gesundheitswesen ermutigen und ausrüsten, an ihrem Ort einen Unterschied zu machen.

Gibt es Einsätze in Spitälern?
Nein, wir konzentrieren uns auf die Gebetsgruppen, die es in verschiedenen Institutionen – Spitälern und Heimen – gibt, und denen sich jedermann anschliessen kann. Es gibt ausserdem die Möglichkeit, sich in der Freiwilligenarbeit in den verschiedenen Institutionen zu engagieren und Besuchsdienste zu machen und so etwas von Gottes Gegenwart zu den Menschen zu tragen.

Welche Momente bewegen Sie besonders in Ihrer Arbeit?
Wer Gott bewusst in seinen Berufsalltag einbezieht und im Gebet eng mit ihm verbunden bleibt, erlebt Wunder. Als Leiterin von CDK habe ich verschiedene Menschen kennengelernt, die nach diesem Prinzip leben und mich tief beeindrucken. Ich könnte stundenlang ihren Erlebnissen zuhören, wenn sie erzählen, wie Engel geholfen haben, Heilung geschehen ist oder Hoffnung und Friede eingekehrt sind. Ich wünschte, ich hätte während meiner Berufsjahre als Pflegefachfrau mehr Kontakt zu solchen Vorbildern gehabt. Darum ist es mir heute ein besonderes Anliegen, Berufsleute untereinander zu vernetzen, die einander ermutigen, bewusst mit Gottes Kraft im Alltag zu rechnen.

CDK ist eine Bewegung, die Mitarbeitende im Gesundheitswesen begleitet und sie ermutigt, den christlichen Glauben im Berufsalltag authentisch zu leben, damit Menschen in ihrem Umfeld Gott erleben. In den 1960er-Jahren entstand eine christliche Bewegung unter Pflegefachfrauen. Daraus entstand später CDK. Das Werk ist seit 1997 ein Arbeitszweig von Campus für Christus und gehört der weltweiten Organisation «Healthcare Christian Fellowship» an. Die Mitwirkenden wollen im Schweizer Gesundheitswesen etwas von Gottes Gegenwart sichtbar und dadurch einen Unterschied machen. Mit einem ganzheitlichen Weiterbildungsprogramm, der Gebetsarbeit und weiteren Angebote unterstützen und prägen sie Menschen aus dem Gesundheitswesen und stärken ihre geistliche Perspektive für ihre Arbeit.

Zur Webseite:
Webseite CDK

CDK-Tagung «Gott geht voran – Sicher durch den Sturm»

Zum Thema:
Einsatz für den Start ins Leben: Christliche Hebammen haben eine grosse Bedeutung
Fokus auf Hoffnung statt Not: «Christen sollten Menschen von Morgen sein»
Das finanzielle Dilemma: Ethik versus Geld im Gesundheitswesen

Datum: 13.12.2016
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet

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