Geld und Besitz

Ist Sparsamkeit etwas Gutes?

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Die meisten Schweizer und Deutsche betrachten Sparsamkeit als Tugend. Andere hingegen glauben, dass Gott keine Freude an unserem Sparen hat. Letztlich zählt aber allein, was wir durch den ersparten Besitz bewegen wollen.

«Ein wertvoller Schatz und Öl ist in der Wohnung des Weisen, aber ein törichter Mensch vergeudet es.» (Sprüche, Kapitel 21, Vers 20)

Hier spricht die Bibel die positive Seite des Sparens an. Es ist weise, etwas auf der Seite zu haben. Töricht hingegen ist es, den Besitz zu vergeuden. Dass das Vergeuden von Ressourcen nicht Gottes Wille entspricht, ist wohl unumstritten. Ist Sparsamkeit aber wirklich eine Tugend? Bezeichnet die Bibel das Anhäufen irdischer Schätze denn nicht als falsch?

Der sparsame Narr

In Lukas, Kapitel 12 lesen wir hingegen die Geschichte eines reichen Mannes. Nach einer besonders ertragreichen Ernte nahm er sich vor, grössere Scheunen zu bauen und die ganze Ernte einzubringen. Er glaubte, damit ausgesorgt zu haben und das Leben geniessen zu können. Doch Gott selbst macht ihm einen Strich durch die Rechnung: «Du Narr! In dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird gehören, was du bereitet hast?» (Lukas 12,20)

Dieser Mann wollte Besitz anhäufen, um sich ein ruhiges Leben zu ermöglichen. Jesus war mit der Sparsamkeit dieses Mannes nicht einverstanden. Er wollte Besitz, um sich selbst Gutes zu tun. Damit dienten seine Ersparnisse zum Nähren von Bequemlichkeit, Konsumsucht und Egoismus.

Schätze im Himmel sammeln

An anderer Stelle sagte Jesus: «Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost sie fressen und wo Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder die Motten noch der Rost sie fressen und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen! Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.» (Matthäus, Kapitel 6, Verse 19-21)

Es ist interessant, dass sich Jesus nicht gegen das Anhäufen von Schätzen aussprach. Er betonte aber, dass wir am richtigen Ort anhäufen sollen. Wie erkennen wir aber, welche Art von Schätzen wir sammeln? Jesus half uns, die Antwort selbst zu finden. Er sagte, dass unser Herz dort sein wird, wo unser Schatz ist. Wenn wir ehrlich sind, können wir meist gut erkennen, woran sich unser Herz hängt. Was passiert mit meinem Herzen, wenn ich ein neues Auto anschaffe? Wird es mich einnehmen? Macht es mich überheblich gegenüber Besitzer billigerer Fahrzeuge? Oder habe ich damit eine Möglichkeit erworben, anderen Menschen zu dienen? Ein Schatz, der erworben wurde, um Gott damit zu ehren, ist eine gute Investition.

Sparsamkeit zur Ehre Gottes

Planen ist eine Stärke der Schweizer. Bestimmt hat Gott kein grundsätzliches Problem damit. Die Fähigkeit, Geld und Besitz strategisch beiseite zu legen, kann sowohl Segen wie auch Fluch sein. Die Frage ist nur, welches Ziel wir dabei verfolgen. Was sollen unsere Ersparnisse bewirken? Gewinnt das Reich Gottes durch unseren Besitz in dieser Welt Gestalt? Oder schaffen wir uns lediglich unser persönliches Reich, welches letztlich keine Bedeutung hat?

Sparen lohnt sich, um damit Gutes zu bewirken. Wenn wir älteren Leuten mit einem schönen, grossen Auto dienen wollen, lohnt es sich, dafür zu sparen. Und Gott hat auch kein Problem damit, wenn wir selbst Freude an diesem Fahrzeug haben. Jede Investition, welche Gottes Wille in dieser Welt sichtbar werden lässt, ist es Wert, dafür zu sparen.

Zum Thema:
Lebensordnung: Das Geld und die Gewohnheiten
Sich vom Geiz trennen: Erbsenzähler leben nicht besser
Grosszügig und leidensbereit: Ist das Wohlstandsevangelium wirklich böse?

Datum: 10.01.2017
Autor: Markus Richner-Mai
Quelle: Livenet

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