Cfa-Mitarbeiter David Bucher

«Jesus hat uns nicht gesandt, Bekehrte zu machen, sondern Jünger»

David Bucher ist einer der Mitarbeiter von «Christus für alle» (gehört zum internationalen Missionswerk «Every Home for Christ»). Er sieht in der Schweiz gewaltiges Potential, das Brach liegt, unter anderem bei der Haus-zu-Haus-Evangelisation und der Jüngerschaft. Wir sprachen mit ihm über seine Visionen und Pläne für die Cfa-Arbeit in der Schweiz.

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David Bucher
Livenet: David, du bist dabei, fast vollzeitig bei «Christus für alle» Schweiz einzusteigen. Was machst du jetzt alles konkret?
David Bucher: Durch die Aktion 3,16, die ja dieses Jahr läuft, sind verschiedene neue Türen aufgegangen. Wir bieten mehreren Gemeinden und örtlichen Allianzen «Pakete» an, mit denen sie konkrete evangelistische Projekte durchführen können. Das wurde an mich herangetragen, ich bin da einfach eingestiegen. Es ist sehr interessant, auf der Strasse und an den Türen die Menschen zu fragen: «Was meinen Sie, was ist der wichtigste Vers der Bibel?»

Ganz generell ist es mein Ziel, nicht alles selbst zu machen, sondern andere anzuleiten. In meiner Kleingruppe in der Gemeinde habe ich dies ebenfalls so umgesetzt: Wir haben die Leute trainiert, wie man das Evangelium weitergeben kann und sind dann auf die Strasse gegangen. Ich denke z.B. an eine Mitarbeiterin, die sich das nie vorstellen konnte – und plötzlich steht sie auf dem Weihnachtsmarkt von Münsingen und redet von Jesus! Was mich erstaunt und freut, sind im Moment Asylsuchende, die für Jesus brennen und die ihre Zeit nutzen möchten, um auf den Strassen und von Haus zu Haus evangelistisches Material zu verteilen. Da sind z.B. verschiedene Eritreer, die zu uns ins Cfa-Büro in Bern kamen. Ich begleite sie, gebe ihnen Material, ermutige sie. Es sind hingegebene Christen, und Menschen bekehren sich durch ihren Dienst.

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David Bucher
Du erwähntest auch Angebote für Gemeinden?
Neben diesen Einzelkontakten habe ich Kontakte zu immer mehr Gemeinden; in einer Kombination von Schulungen und Einsätzen können wir ihnen eine grosse Palette von evangelistischen Möglichkeiten anbieten. Ich habe es strategisch auf dem Herzen, vor allem kleinere Gemeinden in Evangelisation und Jüngerschaft zu unterstützen. Ich habe es selbst erlebt, wie man als Pastor einer kleinen Gemeinde auf verlorenem Posten sein kann, was Evangelisation anbetrifft, und Ermutigung braucht.

Du zielst also nicht nur auf Einzelne ab?
Ja und nein. Ja: ich bin ein Mensch, der gern andere mitnimmt und Teams baut. Und ich bin immer auf der Suche nach Menschen, die eine evangelistische Ader und Begabung und Leidenschaft haben, die ich fördern kann. Und die Cfa-Arbeit trifft immer wieder – an den Türen oder auf der Strasse – auf einzelne Menschen, die einmalig sind, ihre eigene Geschichte haben und Gott wichtig sind.

Aber ich möchte mehr. Jesus hat uns nicht gesandt, Bekehrte zu machen, sondern Jünger. Das ist ein längerer und tieferer Prozess. Und überall, wo Menschen in dieser Jüngerschaft wachsen sollen, braucht es kleine oder grössere Gruppen wie Christus-Gruppen, Hauszellen und Gemeinden, die sicherstellen, dass die Menschen im Glauben tiefe Wurzeln bekommen.

Heisst das, sich nur auf wenige zu konzentrieren und die grosse Menge zu vergessen?
Das ist eine Spannung und ein Spagat, den wir schaffen müssen. Wir müssen im grossen Stil säen und möglichst viele erreichen. Darum möchte ich ja auch so viele Gemeinden und Gruppen wie möglich zur Evangelisation ermutigen und anleiten.

Aber die eigentliche Arbeit – einen Menschen zum Jünger zu machen – kommt erst nach der Bekehrung. Und da braucht es Gemeinden – in jede Gruppe, in jedes Milieu und in jedes Quartier hinein. Ich möchte den systematischen Ansatz von Every Home for Christ bewusst mit Gemeindegründung verbinden. Wir müssen in die Breite UND in die Tiefe gehen. Das geht nicht ohne neue Gruppen und Zellen. Wobei meine besondere Leidenschaft den Orten gilt, wo es noch keine lebendige Gruppe von Christen gibt.

Ein Beispiel ist ja euer Einsatz in einem Stadtteil von Bern.
Ja – wir haben ein Team gebildet, das wie eine eigene Kleingruppe ist und dessen Mitglieder aus verschiedenen Gemeinden kommen. Wir gehen jede Woche zuerst zu Gott ins Gebet und dann hinaus zu den Menschen. Man stelle sich 2'500 Menschen aus den verschiedensten Kulturen, Religionen und Sprachen in diesem Hochhausquartier vor. Es ist unser Traum und Ziel, dass in diesem «globalen Mikrokosmos» Menschen zu Jüngern werden und eine neue Gemeinde entstehen darf.

David, wenn du träumen könntest. Wovon würdest du träumen?
Ich habe konkrete Vorstellungen. Die Haus-zu-Haus-Arbeit ist die Basis, aber sie ist erst der Anfang. Ich möchte nachhaltig arbeiten – das bedeutet, dass neue Gruppen und Gemeinden entstehen sollen. Wenn man das von Anfang an im Auge hat, entwickelt man längerfristige Pläne, Projekte und Strategien. Man sieht Menschen mit anderen Augen an und sucht «Personen des Friedens». Ich möchte unbedingt nicht nur addieren, sondern multiplizieren. Diesen Spagat können wir schaffen, da bin ich sicher. Darum freue ich mich auf die Möglichkeit, im Rahmen von «Christus für alle» Schweiz in Zukunft mit mehr Zeit und Energie weiterzuarbeiten – mit Einzelnen, Teams und Gruppen.

Every Home for Christ ist eine internationale Missionsorganisation, die seit über 68 Jahren die Strategie verfolgt, systematisch jedes Haus der Erde mit der Guten Nachricht von Christus zu erreichen.

Diese Geschichte und verschiedene andere finden Sie im EveryHome-Magazin vom September 2016, herausgegeben von Every Home for Christ / Christus für alle Schweiz.

Noch mehr Geschichten, Ereignisse und Berichte aus der weltweiten systematischen Haus-zu-Haus-Evangelisation finden Sie auf der Seite von Every Home vor Christ. Stöbern erlaubt!

Hier können Sie das EHC-Magazin online lesen. Sie können es auch in gedruckter Form bestellen und bekommen es jeden Monat gratis zugeschickt.

Möchten Sie selbst mithelfen, das Evangelium systematisch von Haus zu Haus jedem Mann, jeder Frau, jedem Kind und jeder Familie zu bringen? Hier finden Sie Informationen, wie Sie selbst gehen können – und hier, wie Sie die Arbeit in der Schweiz und in aller Welt unterstützen können; z.B. können Sie mit einem regelmässigen Beitrag bis zu 5'000 Menschen erreichen.

Weitere Artikel aus dem EHC-Magazin:
Verprügelt, verhöhnt, verjagt: So stark sind Zwölf

Wenn Probleme zu gross werden: Der Mann auf dem Baum
Nicaragua: Wenn Tragödie und Wunder nah beieinander liegen

Datum: 23.09.2016
Autor: Reinhold Scharnowski
Quelle: Every Home Magazin

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