Italien: Schulverbot für Darwin

Schon lange wird an Schulen in den USA über die Anwendung der Evolutionslehre in dortigen Lehrplänen debattiert. Neuerdings begann diese Diskussion auch in Italien.

"Spiegel Online" berichtet jetzt in einem Artikel über die reformierten Lehrpläne in Italien und den USA, die gegensätzlichen Entstehungstheorien und den Einzug des "Kreationismus", dem Glaube an die biblische Schöpfung, an amerikanischen Schulen.

In Italien beschloss Bildungsministerin Letizia Moratti, ein heiss umstrittenes Thema in Grund- und Mittelschulen aus dem Lehrplan zu streichen: die Evolutionslehre. Als Gründe für diese Massnahme nennt "Spiegel Online" drastische Kürzungen im Bildungs- und Wissenschaftsbereich. Zwar werde in Italien noch darüber diskutiert, ob man den Schülern die Evolutionstheorie vorenthalten dürfe, es stehe jedoch ausser Frage, dass dieser Beschluss in Kürze durchgeführt werde.

„Kulturkampf“ in den USA

Im Gegensatz zu Italien herrscht in den USA schon seit einigen Jahren ein Kulturkampf zwischen den Anhängern von Darwins Lehre und denen des sogenannten "Kreationismus". Der oberste Schulausschuss beschloss im Dezember, dass auch ein evolutionskritisches Kapitel in den Lehrplan aufgenommen werden muss. Im US-Bundesstaat Kansas sind die Lehrer schon seit einigen Jahren gesetzlich verpflichtet, ein "Konkurrenzprogramm" zur Evolutionslehre, den "Kreationismus", genauso eingehend zu unterrichten wie die Evolutionstheorie. "15 bis 20 Prozent aller US-Lehrer behandeln inzwischen kreationistische Konzepte im normalen Unterricht", schätzt Randy Moore, Biologe an der University of Minnesota im Wissenschaftsmagazin "Science".

Anhänger des "Kreationismus" mögen sich nicht vorstellen, das Leben habe sich im Zuge planloser Mutationen entwickelt, schreibt "Spiegel Online". Die "Kreationisten" sehen hinter allem eine göttliche Macht. Für sie ist die biblische Schöpfung die eindeutige Antwort auf die Frage nach unseren Ursprüngen.

Die Verbreitung des göttlichen Schöpfungsplans an amerikanischen Schulen wird neuerdings "Intelligent Design" Bewegung genannt. Die Bezeichnung fliesst zum Beispiel in den Gesetzesentwurf im Bundesstaat Missouri ein, der vorsieht, ab 2006 alle Lehrer zu entlassen, die die Evolutionslehre nach Darwin und "Intelligent Design" im Unterricht nicht gleichwertig behandeln, schreibt "Spiegel Online".

Dieses Gesetz dürfte den Amerikanern entgegenkommen, denn laut einer Gallup-Umfrage glauben 57 Prozent der Amerikaner an die göttliche Schöpfung, während nur ein Drittel der Bevölkerung die Evolutionstheorie als richtig erachtet.

Quelle: Kep

Datum: 26.04.2004

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