Druck-Pionier im Web

Gutenberg bei ersten Ausgaben über Schulter geschaut

Die französische National-Bibliothek macht die ersten Gutenberg-Bibeln via Internet der Öffentlichkeit zugänglich. Nach Angaben des Instituts handelt es sich um zwei frühe Exemplare. Sie sollen aus dem ersten Druck-Durchgang stammen. Die eine der beiden Editionen ist auf Pergament gedruckt.

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Seite aus der Gutenberg-Bibel
Die Gutenberg-Bibel, die in der französischen National-Bibliothek (BnF) aufbewahrt wird, ist jetzt online zugänglich. Dies auf «Gallica», der digitalen Bibliothek der Institution. «Die beiden Exemplare können eingesehen werden. Zusätzlich ist eine Zusammenfassung erarbeitet worden, um die Navigation für Rechercheure und Neugierige zu vereinfachen», berichtete die National-Bibliothek der «Grande Nation» Anfangs Woche.

Die beiden Exemplare der Gutenberg-Bibel, von der weltweit noch 49 Exemplare existieren sollen (oft nur noch einbändig oder als Fragmente erhalten), stammen aus dem erstem Druck-Durchgang mit beweglichen Metalllettern und einer Druckerpresse. Insgesamt druckte Johannes Gutenberg 180 Exemplare, 150 Ausgaben auf Papier und 30 auf Pergament; alle in lateinischer Sprache.

Erste Edition mit vier Bänden

Das erste der beiden Exemplare – es umfasst vier Bände – gehört zu den raren und wertvollen noch kompletten Ausgaben, die auf Pergament gedruckt und illustriert sind. Das zweite Exemplar umfasst zwei Bände. Gedruckt ist es auf Papier. Es ist ebenfalls von grosser historischer Bedeutung, auch wenn die ersten paar Seiten verschollen sind. Die zweite Ausgabe ist handschriftlich auf das Jahr 1456 datiert. Auf jeder Seite ist eine Illustration zu sehen. Der Text ist zweispaltig wiedergegeben, zunächst auf jeweils 40 und später auf 42 Zeilen. In der Typographie wurden gotische Buchstaben verwendet.

Übersetzungen nach Gutenbergs Druck

Die Gutenberg-Bibel wurde je nach Quelle im Jahr 1455 oder 1456 fertiggestellt. Dies noch in lateinischer Sprache. Übersetzungen ins Deutsche folgten rund zehn Jahre später, Johannes Mentelin war anno 1466 der erste.

Vor Martin Luthers bekannter Übersetzungen 1534 gingen nicht weniger als 18 voraus. Wie erwähnt, Mentelin im Jahr 1466, gefolgt von Heinrich Eggestein (anno 1470), Günther Zainer (ebenfalls 1470), Jodocus Pflanzmann (1475), Andreas Frisner und Johann Senseschmidt (1476), erneut Günther Zainer (1477), Anton Sorg (ebenfalls 1477), Heinrich Quentell und Bartholomäus von Unckell (1478/79 ins Niederrheinische und Niedersächsische), erneut Anton Sorg (1480), Anton Koberger (1483), Johann Grüninger (1485), Johann Schönsperger (1487), erneut Johann Schönsperger (1490), Stefan Arndes (1494 ins Niedersächsische), Johann Otmar (1507), Silvan Otmar (1518) sowie Lorenz Stuchs (1522 ins Niedersächsische). Dann folgte 1534 jene von Martin Luther.

Zur Webseite:
Gutenbergs erste Bibel auf Gallica
Gutenberg Digital (Deutsch)

Zum Thema:
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Datum: 02.02.2017
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / Evangelical Focus

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