Mosaik untermauert Frage

«Traf Alexander der Grosse den jüdischen Hohepriester?»

Der «National Geographic» enthüllt ein 1500 Jahre altes Mosaik, das vermutlich Alexander den Grossen zusammen mit dem jüdischen Hohepriester zeigt. In der Literatur wird von einem solchen Treffen berichtet, ohne dass es historisch gesichert ist. Die nun publik gemachten Mosaiksteine könnten ein Mosaikstein in der Klärung dieser Frage sein.

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Mosaik mit Alexander der Grosse
Gefunden wurde das Mosaik bereits vor einiger Zeit bei Ausgrabungen in einer Synagoge aus dem fünften Jahrhundert in Hukkok in Galiläa. Zu sehen ist im unteren Teil des Bildnisses ein sterbender Soldat, im mittleren Teil ein älterer Mann, der flankiert von jungen Männern sitzt. Und im oberen Teil des Mosaiks erscheinen zwei grosse Personen, die sich treffen. Der eine ist ein militärischer Herrscher, er ist bärtig und er trägt ein Diadem auf dem Kopf und einen verzierten Kampfanzug.

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Im Mosaik mit «Alexander der Grosse» sind auch seine Kampf-Elefanten zu sehen.
Diese Figur zieht einen grossen Bullen an den Hörnern und er wird begleitet von einer grossen Zahl Soldaten und Streitelefanten. Der andere Mann ist etwas älter, er trägt ein Zeremoniengewand und ist umgeben von jüngeren Männern mit gleichen Kleidern.

Mosaikstein in der Geschichte

Weil das Mosaik die Namen der Figuren nicht benennt, lässt die Szenerie Interpretationen zu. Ausgrabungsleiter Jodi Magness sieht darin ein Porträt des mazedonischen Königs Alexander der Grosse, der den jüdischen Hohepriester trifft.

Ein solches Ereignis kommt bereits in den Schriften jüdischer Historiker und in der rabbinischen Literatur vor, ohne dass es als geschichtlich gesichert gilt. Das nun erstmals publik gemachte Mosaik ist somit ein Hinweis, dass es einst zu einem solchen Treffen gekommen ist.

Zur Webseite:
Ganze Abbildung des Mosaiks mit Detailansichten

Zum Thema:
Hinweis auf Darius I. entdeckt
Hinweis auf Jerusalems zweiten Tempel gefunden

Datum: 28.09.2016
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / National Geographic

Kommentare

Das Mosaik ist in der Tat beeindruckend. Schwieriger finde ich die Argumentation im letzten Absatz: Wie kann ein Mosaik historisch beweisen, was ca. 700 Jahre vor seiner Entstehung stattgefunden hat? Ist es nicht wahrscheinlicher, dass das Mosaik genau das illustriert, was man in rabb. Schriften und bei Josephus lesen kann? und ist deshalb genauso wahr oder falsch wie diese Quellen? Wenn ich im 21. Jhd. ein Mosaik legen würde, wie Dante im 14. Jhd. die Göttliche Komödie schreibt, bewiese das doch nicht, dass er es tatsächlich getan hat, oder?
Es _beweist_ nicht, dass er gelebt hat. Die Wortwahl im letzten Absatz ist, dass es ein "Hinweis" ist. Allgemein: Je mehr es solche "Hinweise" gibt, desto eher kann man davon ausgehen, dass ein historisches Ereignis stattgefunden hat. "Beweise" gibt es wohl zu nahezu keinem historischen Ereignis. Wenn unsere Nachkommen in 2000 Jahren - sofern der HERR uns nicht vorher zu sich geholt hat, was ich bezweifle :-) - die heutigen Hinweise sehen, beispielsweise die digitalen Medien mit ihren Bildern, kann man auch nicht von "Beweisen" ausgehen, denn es könnten Fälschungen sein. Je mehr aber gleiches Material von verschiedenen Autoren gefunden wird, umso stärker ist die Belastbarkeit.

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