Scheidung

Manchmal braucht es einen Dolmetscher

Die Statistik bringt es an den Tag: Über 4 Scheidungen auf 100 Eheschliessungen. Die Schweizer mischen in Sachen Scheidung ganz vorne mit. Dennoch bevorzugen die meisten jungen Menschen das 'Modell' Ehe mit Kindern. Sie wollen eine Familie, aber sie scheitern bei der Ausführung.

Die Romantik verflüchtigt sich schnell. Die unterschiedliche Prägung wird sichtbar. Jeder Partner spricht die 'Sprache' seiner Herkunftsfamilie und die ist meist grundlegend anders als die eigene. Dazu kommen oft Einschränkungen. Ein Einkommen, vier Mäuler. Wer Kinder hat, muss sein Leben neu organisieren. Das Geld reicht nicht mehr für alle Wünsche. Der Schlaf wird durch die Kinder gestört. Das Ehe- und Familienleben ist spannend - oft zu spannend. Dann scheint die Scheidung der einzige Ausweg aus der Sackgasse zu sein.

"Darf man sich von seinem Ehepartner aus jedem beliebigen Grund trennen?" Jesus beantwortete die Frage mit dem Hinweis auf die Texte der Heiligen Schriften. Dort heisst es: "Gott schuf am Anfang Mann und Frau und sagte: ‹Ein Mann verlässt seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele.› Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was Gott zusammengefügt hat, sollen Menschen nicht scheiden."* Leicht gesagt - schwer gemacht. Stimmt. Krisen sind nicht einfach zu bewältigen. Scheidungen übrigens auch nicht. Gerade geschiedene Ehen mit Kindern verursachen unvorhersehbare Nachwehen. Eltern und Kinder sind dauernd überfordert. Man muss geradezu ein Organisationstalent sein, um allen gerecht zu werden. Jesus war realistisch genug. Er wusste, dass es schwierige Ehen gibt. Aber ein Ganzes ist nicht zum zerstückeln gedacht. Daran hält er fest. Oft geht es nicht ohne Hilfe. Wenn Sprachen zu unterschiedlich sind, reicht hinhören nicht aus. Es braucht einen Dolmetscher.

*Bibel, Matthäus-Evangelium Kapitel 19, Verse 2-6

Datum: 27.03.2002
Autor: Hans Ueli Beereuter
Quelle: Bordzeitung - Texte zum Leben

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