Heute schon gelacht?

Kinder lachen 400 Mal am Tag. Mit zunehmenden Alter vergeht den Menschen das Lachen. Erwachsene lachen im Schnitt nur noch 15 Mal am Tag. Ob es an den Sorgen liegt?

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Unbestritten, lachen ist gesund. «Sie leiden an einer unheilbaren Knochenkrankheit!» Für diese niederschmetternde Diagnose seines Arztes hatte Norman Cousins nur ein Lachen übrig - im wahrsten Sinne des Wortes. Anstatt sich im Krankenhaus pflegen zu lassen, zog er ins Hotel und schaute sich im Fernsehen eine Komödie nach der anderen an.

Die selbsterfundene Lachtherapie hatte Erfolg, Cousins wurde wieder gesund. Die unglaubliche Geschichte löste eine wahre Forschungswelle aus und führte zum Entstehen einer neuen Wissenschaft, der Lachforschung (Gelotologie, vom griechischen «gelos»' = Gelächter). Heute gibt es weltweit etwa 200 Lachforscher, die sich mit dem Entstehen und der Wirkung des Lachens auf Körper und Geist beschäftigen.

Kontaktarmut reduziert das Lachen

Sylvia Cardoso gehört zu dieser Gruppe von Wissenschaftlern. Die brasilianische Lachforscherin äusserte jüngst die Sorge, dass die Menschen bald immer weniger lachen werden. Die Gründe hierfür sieht sie in der zunehmenden Isolation von Kindern und Jugendlichen: «Viele Kinder haben in ihrer Freizeit zu wenig Kontakt zu Gleichaltrigen. Stattdessen sitzen sie passiv vor dem Computer oder Fernseher, wodurch ihre Fähigkeit zum Umgang mit Anderen verkümmert. Sie haben somit wenig Gelegenheit, die positiven Wirkungen des Lachens bei sich und anderen zu entdecken - und lachen auch als Erwachsene weniger.»

Lachen ist das beste Gegenmittel gegen die Zeit-Krankheit: Stress. Lachen baut Stress ab - und Lebensenergie auf. Lachen stärkt das Immunsystem, gleicht den Hormonhaushalt aus, verbessert die Atmung und den Blutkreislauf, stimuliert die Verdauung, lindert Schmerzen, hilft bei Schlafprobleme und Depressionen werden gemildert.

Christen hätten Grund zum Lachen

«Sie müssten mir erlöster aussehen, diese Christen», so hat der Philosophen Friedrich Nietzsche das Christentum seiner Zeit kritisch kommentiert. Das heisst doch, glücklicher, gelöster, entspannter, gelassener und das Lachen dürfte nicht fehlen. Etwas von der Hoffnung müsste sich in den Augen, im Gesicht, in den Gesten widerspiegeln. Martin Luther kam zu folgendem Schluss: «Wenn ich wüsste, dass der Herrgott keinen Spass versteht, so wollte ich nicht in den Himmel kommen.»

Der Glaube an einen liebenden Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, gibt Orientierung. Ein solcher Glaube trägt, gibt Kraft, Mut und Freude. Das sollte doch hie und da wenigstens ein lächeln auslösen. Das heisst nicht, dass Christen die Dauerlächler und die Glückspilze vom Dienst sind. Das Leben bleibt wechselhaft. Erfahrungen von Leid, Schmerz auch Unzufriedenheit hat jeder.

Hat Jesus gelacht?

Mehrfach habe ich schon die Frage gehört, ob Jesus gelacht hat. Tatsächlich lesen wir nichts darüber. Nie heisst es: «Jesus lachte und...» Oder: «Schmunzelnd schaute Jesus seinen Jüngern zu, wie sie...» Oder gar: «Jesus erzählte ihnen einen Witz...». Heisst das, dass er nicht gelacht hätte? Das glaube ich nicht!

Können Sie sich einen lachenden Jesus vorstellen? So richtig gelöst und lauthals lachend? Sie finden dies eine seltsame Frage? Das ist sie ganz und gar nicht! Jahrhunderte war die Vorstellung verpönt. Im Mittelalter gab es meterweise Literatur zu diesem Thema und darüber, warum Jesus, der Gottessohn, nicht gelacht haben kann.

Wir haben es da heute etwas einfacher. Wir lesen die Bibel unbefangener. Und wir nehmen auch ernster, dass Jesus wirklich Mensch war. Und was wäre das für ein Mensch gewesen, wenn er niemals gelacht hätte? Jesus hat sicher gelacht, und es war bestimmt auch ein gütiges, gewinnendes, ermunterndes Lächeln und Lachen.

Er hat, gesprochen, geweint, geredet, sich gefreut, gegessen, getrunken, er wurde zornig und hatte Angst. Mit einem Wort, er war ein Mensch. Wir Menschen können lachen und deshalb muss Jesus auch gelacht haben. Auch Gott muss diese Fähigkeit haben. Gott selbst ist der Erfinder der Freude und des Lachens.

Im Alten Testament steht, dass die Menschen nach dem Bilde Gottes geschaffen wurden, im neuen Testament steht: Der Sohn Gottes - Jesus Christus - ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, in ihm ist alles geschaffen was im Himmel und auf Erden ist, wer ihn sieht, der sieht den Vater. Wenn wir Menschen ein Ebenbild davon sind und fähig zum Lachen, dann müssen die «Vorbilder» auch so sein.

Manchmal ist Zeit zum Lachen

Würden sie ein Kind «Lachen» nennen? Es gibt tatsächlich jemanden, der genau diesen Namen bekam: Isaak (was übersetzt «lachen» heisst). Die Prophezeiung der Geburt dieses Jungen ist bemerkenswert. Sowohl Abraham als auch Sara konnten nicht fassen, dass Gott ihnen in hohem Alter ein Kind schenken würde.

Sara lachte ungläubig. Als aber das Kind geboren wurde, freuten sie sich so sehr, dass sie ihr Kind «Lachen» nannten. In der Bibel heisst es: «Es gibt eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz.»

Mehr zum Thema:
Das ganze Bild: Jesus, das Glück in Person

Autor: Bruno Graber
Quelle: Jesus.ch

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