Der russische «da Vinci»

Er starb für seinen Glauben – und wirkt bis heute weiter

Von manchen wird der Maler, Mathematiker und Geistliche Pavel Florensky als «da Vinci von Russland» bezeichnet. Er starb 1937 zur Zeit Stalins nach einem Troika-Urteil als Märtyrer, der sich weigerte, Jesus Christus zu verleugnen.

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Pavel Florensky (links) und Sergei Bulgakov (Gemälde von Michail Wassiljewitsch Nesterow)
1882 als Sohn eines russischen Ingenieurs und einer armenischen Mutter geboren, reiste Pavel bereits früh mit seinem Vater zu Grossprojekten, wie etwa im Brückenbau. 22 Jahre später, gerade an der Moskau-Universität in Mathe graduiert, setzte er seine Ausbildung an der Kirchlichen Akademie in der russischen Grossstadt Sergiev Posad fort. Neben Mathematik und Theologie gehörte die Kunst zu seinen bevorzugten Interessensfeldern, er wurde zu einem der bekanntesten Vertreter des russischen Symbolismus. Daneben formte er während seiner Seminarzeit die «Union des christlichen Ringens». Diese widmete sich dem Ziel, die russische Gesellschaft auf christliche Prinzipien zu bauen.

Christliche Publikationen – angesichts der Oktober-Revolution

Nach seiner Graduierung 1908 begann er, an der Akademie Philosophie zu unterrichten. Er wurde zum Priester ordiniert und lebte rund zehn Jahre im Dreifaltigkeitskloster der Stadt. Gleichzeitig verfasste er verschiedene christliche Bücher, veröffentlichte darüber hinaus eine geometrische Interpretation von Albert Einsteins Relativitätstheorie und wurde zudem hingebungsvoller Familienvater.

Seine Lage wurde jedoch schwierig, als der Kommunismus aufkam und das Land im Sturm eroberte. 1918 an die Macht gekommen, wurde 1922 die Sowjetunion geformt. Bald geschah Florenskys Wirken unter den «wachsamen» Augen der Partei, «sein» Kloster wurde geschlossen.

In der Verbannung

Zunächst wurde Florensky ins Arbeitslager in Novgorod verbannt, dann jedoch nach Moskau zurückgeholt und beauftragt, am Staatsplan zur Elektrifizierung Russlands mitzuwirken. Er stellte sich weiterhin zum Christentum, erschien in seinem Priestertalar zur Arbeit und lehnte es ab, seinen Glauben an Christus zu verleugnen.

1933 erfolgte die erneute Verhaftung, zur Last gelegt wurde ihm das in vielen Fällen in kommunistischen Nationen gegen Christen zitierte Vergehen der «konterrevolutionären Propaganda». 1937 wurde er schliesslich von einer Troika zum Tode verurteilt und umgebracht – 21 Jahre später wurde er rehabilitiert.

Hinweis auf Gottes Realität

«Die Welt verlor ein brillantes Hirn, doch der Herr erhielt einen treuen Zeugen», schrieb der christliche Nachrichtendienst «Assist News» erst vor kurzem. Doch auch nach seinem Tod wachse Florenskys Einfluss namentlich in der Kunst und dies insbesondere durch seinen geistlichen Ansatz. Mit diesem strich der russische Künstler und Wissenschaftler heraus, dass mehr existiert als das, was man in der Realität sieht. Und genau auf diese Realität wollte Florensky seine Mitmenschen während seines Lebens aufmerksam machen; nämlich, dass neben der physischen Erde ein Königreich Gottes existiert.

Auch die Gewehrkugel des Regimes habe diese Stimme nicht zum Schweigen bringen können, so «Assist News» weiter – an der Burdenko Strasse in Moskau steht heute die «Florensky Foundation».

Zum Thema:
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Datum: 06.09.2017
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / Assist News

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