EXPLO 04: Christen in die Verantwortung gestellt

Nach fünf übervollen Tagen ist die Explo 04 in Basel an Neujahr zu Ende gegangen. Konferenzleiter Hanspeter Nüesch entliess die Teilnehmer mit dem Aufruf, Gott alles zuzutrauen und sich ihm ganz zur Verfügung zu stellen. Und fuhr fort: „Ich möchte mich an die Rockzipfel der Jüngeren hängen, die mehr Glauben haben als ich.“

„Für Gott ist nichts unmöglich“, sagte Nüesch zum Abschluss. „Er hat einfach Freude, wenn wir etwas mutig für ihn tun… Gott sucht Jünger, die unerschütterbar vorangehen, weil sie in ihm verwurzelt sind.“ Insgesamt rund 10’000 Menschen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich hatten an dem christlichen Grosskongress in der Messe Basel teilgenommen. Die Veranstalter erhielten zahlreiche positive Echos, wie Programmleiter René Bregenzer gegenüber Livenet sagte.

Erschütterung spürbar

Wie können Christen glauben und Zuversicht vermitteln in Zeiten der Erschütterung und Verzweiflung? Die Flutkatastrophe in Südasien überschattete die Konferenz. Die Veranstalter wiesen darauf hin, dass neben der praktischen Hilfe auch geistliche angeboten werden soll.

Christen haben einen Gott, der mit den Menschen in Not leidet; daraus und aus dem Sieg Jesu über den Tod schöpfen sie Hoffnung in Zeiten der Trauer. An den Ständen der an der EXPLO vertretenen Hilfswerke (gegen 20 sind im Gebiet tätig) gab es erste Infos über die anlaufende Nothilfe.

Noch lange nicht alles

Die Grosskonferenz ist einem Haus mit vielen Wohnungen zu vergleichen: Wer die zehn zwei- bis dreistündigen Plenarveranstaltungen der Hauptkonferenz und einige der 75 Seminare verfolgte, wer die tägliche Kleingruppe besuchte und seine Notizen verarbeitete, wer zwischendurch in der Ausstellung der Missions- und Hilfswerke oder bei der Kleinkunstbühne Kulturama verweilte, bekam mehr als genug Eindrücke und Anstösse – und sah noch lange nicht alles.

Nebenbei liefen das Bibellesen rund um die Uhr und Dauer-Worship, waren Seelsorgeräume und Stille-Oasen offen, traten Chöre und Bands auf, gingen einige hundert Teilnehmende zusammen mit Basler Christen auf die Strasse, verteilten Tee, sprachen mit Passanten und besuchten Kranke im Spital…

Mehr Tagesgäste

Vielleicht trug die Überfülle dazu bei, dass sich etwas weniger Personen für die ganze Konferenz anmeldeten (6600), als die Veranstalter von „Campus für Christus“ erhofften. In Deutschland ist die Marke EXPLO nicht so gut eingeführt ist wie in der Schweiz; so stellten Schweizer vier von fünf Teilnehmern, die Deutschen ein Sechstel. Insgesamt 4400 Tagesgäste kamen in die Messe Basel; sie konnten am Mittwoch und Freitag aus nicht weniger als 30 Seminaren zwei auswählen.

Die meisten dieser 90-minütigen Seminare wurden von zwei, drei oder mehr Referenten bestritten – eine evangelikale Werkschau, wie sie in dieser Breite nur die EXPLO bietet. Bezeichnenderweise stiessen grundlegende Themen wie „Faszination Bibel“ auf das grösste Interesse, aber auch „Umgang mit depressiven Verstimmungen“, „Pädagogik in der Postmoderne“, „Segensreicher Umgang mit Finanzen“ und „Als Christ im Sport“ fanden ihr Publikum.

Coole TeenEXPLO

1100 Jugendliche hatten mit der TeenEXPLO ihre eigenen Räume: fetzigen Lobpreis, intensive Gespräche in den Kleingruppen, eindringliche Referate, begeisternde Konzerte (u.a. Rebecca St. James in der Neujahrsnacht), Einsätze in der Stadt und Spiel und Sport zum Relaxen.

Das Team unter Peter Reusser hatte ein herausforderndes Programm zusammengestellt. Der Hauskirchenleiter Kuno aus Thun holte sich zwei Teenies aus der Menge und gab ihnen sein Hotelzimmer für eine Nacht. Er selbst schlief in der Massenunterkunft, um zu verdeutlichen, wie Gott aus Gnade seinen Reichtum mit den Menschen teilt. In ihrem Input forderte die Österreicherin Maria Prean die Jugendlichen auf, ihren Eltern zu gehorchen.

Spielparadies und Geschichten für Kinder

Die in drei Altersgruppen geführte KidsEXPLO mit 600 Kindern aus der Schweiz, Deutschland und Österreich (von dort auch die Musicalgruppe Kisi-Kids, die das Programm mitgestaltete) überforderte die Betreuenden zu Zeiten und war doch für die meisten ein Erlebnis, das sie nicht so schnell vergessen werden.

Kurzfristig entschieden die Veranstalter, den 9-12-jährigen Kindern ein Abendprogramm zu bieten. Viele Referenten wurden vom Veranstalter doppelt und dreifach eingesetzt, sprachen im grossen Saal, aber auch zu den Jugendlichen und den Kindern.

Gemeinsam

Im Gesamtthema „Gemeinsam vorwärts“ betonten die Veranstalter Versöhnung in der Familie und das Miteinander der Ehepartner und Generationen. Programmleiter René Bregenzer trat mit seinem Bruder Marcel auf, Campus-Leiter Hanspeter Nüesch liess seinen Sohn Daniel im Plenum berichten, Geri und Lilo Keller schilderten, wie sie mit Spannungen umgehen.

Grenzüberschreitend

Gemeinsam lobten, feierten und beteten Christen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich, Männer und Frauen, Teenies und Senioren aus ganz verschiedenen Landes- und Freikirchen. So kleinräumig viele Christen leben (drei Viertel der Teilnehmenden kamen aus Freikirchen), so weit waren die Räume an der EXPLO.

Offenheit für andere Frömmigkeitsstile wurde gefordert, gefördert und geübt. Dies dürfte – neben den Anstössen fürs persönliche Glaubensleben – zu den prägenden Erfahrungen gehören, die Spuren im Alltag hinterlassen.

Beter im Hintergrund

Hanspeter Nüesch dankte in der Abschlussveranstaltung den gegen 800 freiwilligen Helfern und besonders den Beterinnen und Betern, die im Hintergrund für einen guten Verlauf der Grosskonferenz eingetreten waren. Sie verlief ohne schwerwiegende Zwischenfälle und Unfälle.

Von der Kollekte von 890'000 Franken wird ein Drittel für ungedeckte Unkosten der Konferenz (Budget 4 Millionen Franken) verwendet; gestern überwies Campus einen ersten Betrag an die Nothelfer in Südindien. Noch erstaunlicher wohl, dass die Teenies 22'000 Franken zusammenlegten. Als hätten sie gelernt, dass Geben seliger ist als Nehmen…

Berichte von einzelnen Veranstaltungen: www.explo04.livenet.ch
Ihre Meinung zur Explo: www.forum.livenet.ch/reply.php?threadid=8866&boardid=62&toid=190126

Datum: 05.01.2005
Autor: Peter Schmid
Quelle: Livenet.ch

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