Konferenz "Gemeinsam vorwärts"

Lettischer Familienminister am EXPLO-Leitertag

Gegen 450 Personen haben am Donnerstag am Leitertag im Rahmen der EXPLO 04 teilgenommen. Er stand wie die gesamte Konferenz unter dem Thema "Gemeinsam vorwärts" und enthielt Anstösse zur Gestaltung der Ehe, zur Zusammenarbeit zwischen Ortsgemeinden und zum christlichen Politisieren. Prominenter Gast war der lettische Familien- und Kinderminister Ainars Bastiks.

Unterwegs mit Jesus Christus: Eingangs schildert die Tirolerin Maria Prean, wie Gott ihrer selbstgebastelten Erlösungs-Auffassung den Todesstoss versetzte und ihr das "wunderbarste Geheimnis" schenkte: Leben aus der Fülle des Heiligen Geistes. Erich Reber, Evangelist mit prophetischen Gaben aus Thun, unterstreicht mit persönlichen Erlebnissen, dass Gott übernatürlich erlebt werden kann - auf ganz natürliche Weise.

Die Ehe pflegen

Eberhard und Claudia Mühlan sprechen die Tragik mancher Leiter an: Er (oder sie) erreicht viel, doch die Ehe zerbröselt. Die deutschen Ehe-Berater, Autoren zahlreicher Bücher, schildern, wie sie sich ergänzen und voneinander Stärken wahrnehmen. Über die Jahre lernten Mühlans, miteinander Seelsorge zu machen. "Du bist die Frau von Eberhard" - das mochte Claudia auf Konferenzen nicht hören. Ihr gab Sicherheit, dass er sie immer liebevoll vorstellte und einbezog.

"Gemeinsam vorwärts" - Eberhard Mühlan mahnt die Leiterinnen und Leiter, aufzupassen, dass nicht eine der beiden auf der Strecke bleibt. Wesentlich ist dabei, barmherzig mit den Schwächen des andern umzugehen und einander zu ergänzen, das Herz dem Gegenüber mitzuteilen. Anschliessend erzählen Roland und Elke Werner, wie sie einander in ihren Tätigkeiten unterstützen.

Familien und Mütter stützen in Lettland

Nach der kurzen Mittagspause geht es um Wege, auf die Gesellschaft Einfluss zu nehmen. Der lettische Familienminister Ainars Bastiks analysiert die in Europa herrschenden Trends. "Obwohl wir mit der Technik immer schneller tun können, was wir uns vornehmen, haben wir immer weniger Zeit. Wir haben kaum mehr Zeit zum intensiven Zuhören oder zur Stille. Die Moderne bringt uns dem Glück nicht näher - wir müssen lernen, uns der kleinen Dinge zu freuen."

Der Westen ist der reichste Teil der Welt - und doch alarmieren Geburtenraten, Scheidungs- und Suizidziffern. Mit Bastiks erhielt Lettland vor zwei Jahren zum erstenmal einen Minister für Familien- und Kinderfragen. Der Baptistenpastor hat nicht aufgehört, in seiner Baptistenkirche zu predigen, und das hört man auch in Basel: "Wir tun gut daran, einfacher leben zu lernen und uns an einem Bild, das ein Kind gemalt hat, zu freuen. Wir können jemandem Blumen schenken - ohne Anlass." Als zweites rät der Politiker aus dem Baltikum, Freunde zu gewinnen, vertrauensvolle Beziehungen über Zeit aufzubauen.

Gemeinde verjüngt

Die Gemeinde Bastiks' bestand vor allem aus Frauen. Um dem abzuhelfen, stellte sie einen Sport- und Jugendarbeiter ein und lud Jugendliche zu Aktivitäten ein, wozu sie Sporthallen mietete. "Wie können wir von christlichen Familien sprechen, wenn uns die jungen Männer fehlen?"

Drittens beschäftigt Bastiks, dass Menschen dazu neigen, den ewigen Gott und seinen Reichtum zu vergessen, wenn es ihnen materiell gut geht. Im Neuen Testament spreche jeder dreissigste Vers von der Ewigkeit und dem sichtbaren Erscheinen von Christus, unterstreicht der Lette. "Die Ewigkeit ist der Massstab, an dem wir alles in diesem Leben messen müssen. Können wir vor Gott bestehen? Ohne diesen Bezugspunkt kommen Menschen dahin, zu tun, was sie eben wollen. Und landen in Enttäuschung und schliesslich Sklaverei."

Das alltägliche Leben im Licht der Ewigkeit bedingt laut Bastiks, dass Christinnen und Christen das Wort Gottes lesen und anwenden und beten. Und sich öffnen für nahe liegende Aufgaben: "Wir mussten als Gemeinde aufhören, ein geschlossenes System zu sein, und unseren Platz in der Gesellschaft finden." Die Gemeinde ist in den letzen Jahren von 500 auf 1000 Besucher gewachsen.

Adoption erleichtert

Bastiks schildert anschliessend, was er für bedürftige Kinder aus Scheidungsehen, Waisen und arme Mütter an staatlicher Fürsorge eingerichtet hat. So erhalten Mütter nach der Geburt ein Jahr lang den vollen Lohn vom Staat, während sie auf Urlaub sind.

Die Regierung Lettlands hat den Übergang vom Waisenhaussystem zur Betreuung in Pflegefamilien grundsätzlich vollzogen. Weil die Adoption gefördert wird (u.a. finanzielle Starthilfe), haben heute alle Babies im Land Eltern gefunden. - Campus-Leiter Hanspeter Nüesch, der den Tag mit seiner Frau Vreni moderiert, schenkt dem Minister und seiner Frau eine Fahne vom Christustag.

Christliche Signale für Berlin

Bevor der Leitertag in die Schweiz zurückkehrt, erzählen Pfr. Axel Nehlsen, Kerstin Hack und Duane Conrad von ihren Erfahrungen in der Initiative "Gemeinsam für Berlin", in der Geistliche, Geschäftsleute und Künstler zusammenarbeiten.

Der Tag schliesst mit einem Update zur dynamischen Alphalive-Arbeit, Inputs von Nationalrat Heiner Studer und seiner Tochter Lilian (Zusammenarbeit von Politik und Missionswerk) und Gedanken von Horst und Marianne Reiser über "Erfolgreiches Scheitern".

Weitere Artikel: www.explo04.livenet.ch
www.explo04.org
Forum: Wie war die Explo 04 für dich?

Datum: 31.12.2004
Autor: Peter Schmid
Quelle: Livenet.ch

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