Schwierige Kinder

Schwierige Gesellschaft?

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Immer mehr Gewalt in den Schulen, immer schlechtere Schulabschlüsse. Trotzige und rebellische Kinder zuhause. Was ist los mit unseren Kindern? Brauchen wir strengere Eltern, bessere Lehrer, bessere Freizeitangebote?

Die NZZ am Sonntag brachte einen Artikel mit der Kernaussage: Das heutige Lehrstellenangebot ist ein Auslaufmodell, es funktioniert nicht mehr richtig, die Schule entspricht den Erwartungen der Lehrmeister nicht mehr, Jugendliche finden nicht die Lehre, die ihnen entspricht.

Auf die Probe gestellt

In der Praxis spüren Anwärter, dass die Lehrstellenanbieter nur gute Schüler haben möchten, die gleichzeitig praktisch für den Beruf qualifiziert sind. Schon eine Schnupperlehre zu bekommen, gleicht oft einem Hürdenlauf: Schriftliche Bewerbung, Vorstellungsgespräch, Test etc. Danach Absagen, Absagen, Absagen … Die Jugendlichen werden schon vor ihrem Berufseinstieg auf eine harte Probe gestellt.

Befragt man die Lehrer, weshalb es ihnen nicht gelinge, das in der Berufswelt gewünschte Niveau zu erreichen, habe sie ihre Gründe: zu viele fremdsprachige Kinder, schlecht erzogene Jugendliche, elektronische Konkurrenz, abwesende Väter und Mütter … Eltern klagen über zu grosse Klasen oder unqualifizierte und schlecht motivierte Lehrerinnen und Lehrer. Der Staat möchte ein gutes Schulsystem, spart aber genau hier.

Entwicklungsland in Familienpolitik

Die Schweiz hat sich den Ruf erworben, Entwicklungsland in Sachen Familienpolitik zu sein. Bürgerliche Politiker tendieren dazu, ihre Untätigkeit zugunsten der Familie mit der Erklärung zu entschuldigen, die Familie sei eine Privatsache. Dem ist zuzustimmen, soweit es um die Einmischung des Staates zum Beispiel in die Familienplanung oder den Erziehungsstil geht. Der Staat ist aber nicht zu entschuldigen, soweit er nur vom Nutzen der Kinder profitieren will, die Risiken und Lasten aber zum grössten Teil den Eltern überbürdet. Seine Aufgabe wäre es zum Beispiel, die Familien soweit zu unterstützen, dass nicht beide Eltern gezwungen sind, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, um die Familie (mit zwei oder mehr Kindern) über Wasser zu halten.

Das Argument, die Familie sei Privatsache, scheint auch der Wirtschaft eine Rechtfertigung zu geben, fragwürdige Produkte ungeschützt auf die Familien loszulassen, seien es Medien mit fragwürdigem Inhalt oder (elektronische) Spielzeuge, die geradezu süchtig machen können. Weil die Attraktivität solcher Angebote für Kinder und Jugendliche oft sehr hoch ist, kommen auch die Eltern unter Finanzdruck und Zugzwang. Das erschwert die Erziehung, die in unserer Zeit alles andere als leicht ist, zusätzlich.

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Neue und heikle Möglichkeiten

Die neuen Medien, zum Beispiel das Handy eröffnen Jugendliche auch ganz neue Möglichkeiten, sich der Fürsorge der Eltern zu entziehen. Sie sind für alle – nicht nur für die Kollegen, sondern auch für Leute mit unlauteren Absichten – praktisch 24 Stunden im Tag erreichbar, ohne dass Eltern dies ohne weiteres mitbekommen. Gerade das SMS ist ein sehr anonymes Kontaktmittel, das für die Jugendlichen die gewünschte Anonymität garantiert, Eltern aber auch verunmöglicht, sich einzuschalten, wenn dies zum Schutz des Kindes angezeigt wäre. Ähnliches gilt für die Chat-Foren und das Internet überhaupt. Fazit: Die Anforderungen an die Kompetenz der Erziehenden ist erheblich gestiegen. Ihre Mittel, unerwünschtes Verhalten zu unterbinden, sind gesunken. Eltern sind im Clinch mit so vielen Miterziehern und Einflüssen wie noch nie.

Daraus kann das Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit entstehen. Eine Hilflosigkeit, die auch angesichts vieler noch so gut gemeinter Ratschläge und Ratgeber anhalten kann. Glücklich, wer in dieser Situation auch um einen transzendenten Ratgeber weiss. Ein Berater der vierten Dimension, dem die Kinder äusserst wichtig sind: Der Gott der Bibel.

Ihm ist es bereits in den ersten Kapiteln der Bibel wichtig, dass die Erziehung der Kinder gelingt. Immer wieder weist er darauf hin, dass gerade die Kleinen die Koordination der göttlichen Fürsorge und Grenzen kennen lernen, ganz deutlich zum Beispiel in den Mose-Büchern schärft er seinem Volk ein, sein „Gesetz“ den Kleinen von Tag zu Tag einzuprägen, damit es zum Lebensprinzip wird.

Jesus stellte Kinder übrigens auch immer wieder als Beispiel für den Glauben der Erwachsenen dar: „Das will ich euch sagen: Wenn ihr euch nicht ändert und so werdet wie die Kinder, kommt ihr nie in das Reich Gottes“, donnerte er den Zuhörenden entgegen. Kinder haben ein Potential, dem Guten und Richtigen zu vertrauen. Dem Kindesalter entwachsen und um einige Enttäuschungen reicher geworden, fällt uns das schwerer.

Weiterführende Texte
Kinder werden "immer schwieriger" - muss das sein?
So viele schwierige Kinder - was ist los?
Merkpunkte zur Erziehung
Revolution im Kinderzimmer. Wie sollen sich Eltern gegenüber Computergames verhalten?
Beratungsstellen für Kindererziehung
Glaubensfragen & Lebenshilfe

In der Bibel:
5. Mose 11, 18-21
Matthäus 19,13-15

Datum: 20.04.2004
Autor: Fritz Imhof
Quelle: Jesus.ch

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