Qualität vs. Werte

Britische Eltern tun alles, um Kindern gute Bildung zu ermöglichen

Christliche Schulen gehören in Grossbritannien zu den besten des Landes. Um den eigenen Kindern einen Platz an einer kirchlichen Schule zu garantieren sind viele Eltern bereit, über ihre Religionszugehörigkeit zu lügen, oder lassen ihre Kinder allein aus diesem Grund taufen. Doch liegt die Schuld hierfür bei den Eltern oder bei dem Aufnahmesystem der religiösen Schulen?

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Christliche Schulen gelten in Grossbritannien als die besten des Landes.
Eine gute Schule für die eigenen Kinder ist für die meisten Eltern sehr wichtig. Eine Studie, die vom Fernsehsender ITV für die Sendung «Wie man in eine gute Schule kommt» in Auftrag gegeben wurde, zeigt, dass in England sogar jedes dritte Elternpaar bereit ist, über seinen Glauben zu lügen, damit die Kinder in einer religiösen Schule aufgenommen werden. Diese gehören dort zu den besten Bildungseinrichtungen.

Für bessere Aufnahmechancen in den Gottesdienst

Von den 1'000 befragten Eltern haben bereits 12,6 Prozent der Eltern bereits fälschlicherweise behauptet, zu einer bestimmten Religion zu gehören, damit das eigene Kind in eine kirchliche Bildungseinrichtung kommen kann. Weitere 23,7 Prozent wären dazu bereit, wenn es notwendig ist. 13,7 Prozent der Eltern gaben sogar zu, dass sie nur aus diesem Grund ihr Kind getauft hätten, 11,1 Prozent haben über die Taufe der Kinder gelogen.

Diese Zahlen verdeutlichen einen starken Anstieg seit 2012. In einer ähnlichen Studie hatten damals 6 Prozent der Eltern angegeben, kirchliche Gottesdienste nur zu besuchen, damit ihre Kinder bessere Chancen hätten, an einer anglikanischen Schule angenommen zu werden.

Religiöse Diskriminierung...

Die anglikanische Kirche ist der grösste Betreiber von Bildungseinrichtungen in England, etwa eine Millionen Kinder gehen derzeit an eine christliche Schule. Viele der Einrichtungen bevorzugen im Aufnahmeprozess Kinder aus religiösen Familien und Kirchgänger. «Anstatt die Eltern zu beschuldigen, sollten wir die Schuld bei dem System suchen, das Schulen, die von Steuergeldern getragen werden, erlaubt, ein religiös diskriminierendes Aufnahmeverfahren zu führen», erklärte der Vorsitzende der «Accord Coalition for Inclusive Education» (Koalition für inklusive Bildung), Rabbi Dr. Jonathan Romain, in der Sendung von ITV. «Keine andere Einrichtung, die mit öffentlichen Geldern finanziert wird, darf den Glauben zur Eintrittsbedingung machen. Dies zwingt Eltern dazu, entweder zu lügen oder einen weiteren Schulweg für ihre Kinder in Kauf zu nehmen.»

...oder die Entscheidung der Eltern?

Rev. Nigel Genders, Leiter des Bildungszweiges der Kirche von England, sieht das Problem vielmehr in der hohen Qualität der kirchlichen Schulen. Ob Eltern ihre Kinder in die Schulen geben möchten oder ob sie die Kirche besuchen wollen, diese Entscheidung läge allein bei den Eltern. In einer Aussage zum religionsabhängigen Aufnahmeprozess hatte Genders kürzlich erklärt: «Die Mehrheit der Schulen der Kirche von England vergeben ihre Plätze nicht vorrangig an Kirchengänger. Und die Mehrheit von den Schulen, die dies doch tut, sorgt dafür, dass die anderen Kinder in der nächsten Umgebung der kirchlichen Schule einen Schulplatz finden.»

Bereits vor einigen Jahren hatte die britische Regierung angeordnet, dass nur die Hälfte der Plätze von christlichen freien Schulen für religiöse Schüler reserviert werden dürften.

Zum Thema:
Pädagogik: Glaube kann Kinder stark machen
Polit-Lunch: Die Schule braucht christliche Werte
Schüler der Westschweiz: Deine Schule, deine Verantwortung

Datum: 20.05.2015
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / Christian Today

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