WHO

Millenniumsziele in weiter Ferne

Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht die Millenniumsziele in weite Ferne gerückt. Nach Angaben der Uno-Organisation sterben jährlich rund elf Millionen Kinder unter fünf Jahren, die bei besseren gesundheitlichen Verhältnissen überleben würden. Ohne "kräftige weitere Investitionen" könne das bis 2015 gesteckte Ziel einer Senkung der Kindersterblichkeit um zwei Drittel im Vergleich zu 2001 nicht erreicht werden, sagte WHO-Direktor Lee Jong-wook am Montag in New York.

Wichtigste Faktoren für die hohen Sterblichkeitsraten sind laut einem vorgestellten WHO-Bericht die schlecht entwickelte Gesundheitsversorgung in Dritte-Welt-Staaten, der Mangel an ausgebildeten Medizinern und Gesundheitshelfern sowie an finanziellen Mitteln. Ein umfassender Zugang zu Gesundheitsversorgung für alle Menschen der Dritten Welt könne Millionen Kinderleben retten, betonte Lee. Zwar stünden preisgünstige Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung; das Problem in vielen Staaten sei aber, diese zu den Menschen zu bringen.

Drei Millionen Kinder sterben jährlich an Aids

Von den elf Millionen vermeidbaren Todesfällen sterben nach Angaben der WHO etwa drei Millionen Kinder an Aids und eine Million an Malaria, für die es wirksame Medikamente gibt. Mehr als 500.000 Frauen sterben demnach jährlich während der Schwangerschaft oder Geburt. Nach Berechnungen der WHO ist für ein funktionierendes Gesundheitssystem eine Pro-Kopf-Ausgabe von umgerechnet etwa 51 Franken notwendig. In vielen armen Staaten betrage diese Quote aber weniger als 12 Franken.

Zwei Wochen vor einem ersten Zwischenbilanz-Gipfel der internationalen Gemeinschaft in New York erfülle keine der ärmsten Regionen der Welt den Fahrplan der Millenniumziele, so der WHO-Direktor. Vor allem die afrikanischen Staaten südlich der Sahara seien weit von einer Senkung der Todesraten, der Armutsverminderung oder dem Ziel des Zugangs zu ausreichend Trinkwasser entfernt.

Datum: 26.08.2005
Quelle: Kipa

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