Vom Glauben reden

«Schwuppdiwupp – da lag ich…»

«Zeugnis geben», also das Erzählen von dem, was Gott in ihrem Leben getan hat, bedeutet für viele Christen das Verbreiten von Siegesnachrichten. Mindestens wollen sie gut aussehen dabei – natürlich, um Gott die Ehre zu geben. Dass es auch anders geht und trotzdem funktioniert, zeigt Michael Diener mit einem bewegenden Filmclip im Internet.

Zoom
Michael Diener
Als Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz und Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes gehört Michael Diener eigentlich zu den Christen, von denen man landläufig meint, sie hätten ihr geistliches Leben völlig im Griff. «Fehlanzeige», unterstreicht der sympathische Pfälzer.

Akku leer – Leben auf Reserve

In seinem Videobeitrag «Akku leer – Leben auf Reserve» erzählt Michael Diener von einem Schwächeanfall und Zusammenbruch vor einem Jahr. Ohne Beschönigungen oder voyeuristische Details wird er sehr persönlich: «Nie hätte ich damit gerechnet, dass mir das passiert. Ich war ja voller Kraft und voll Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit – schon seit über 50 Jahren unterwegs.» Diener erzählt aus seinem Leben, von seiner Geburt, seiner Arbeit, Umzügen, Aufgaben. Alles musste «schwuppdiwupp» gehen. Sein Lebenstempo wurde immer höher und «man merkt gar nicht, wie sehr man auf der eigenen Reserve unterwegs ist». Er ergänzt: «Der Gott, der mich anders vielleicht nicht mehr erreichen konnte, hat gesagt: 'Michael, mach mal Pause. Ruhe ein wenig, glaube nicht, dass du die Welt noch retten musst, ich habe sie schon gerettet.'»

Auch Niederlagen gewinnen

Wer Michael Diener zuhört, der merkt, dass hier ein Mensch von seinem Leben mit Gott erzählt, der sich damit nicht wichtig machen möchte. Genauso gut hätte er von einer Gebetserhörung oder einer wunderbaren Erfahrung von Gottes Nähe berichten können. Tut er aber nicht. Und das Eingeständnis seiner Schwäche, die Botschaft seiner Niederlage kommt an. Sie sagt mir: Zu dem Gott kann ich auch kommen. Der sortiert die Verlierer nicht aus seiner Mannschaft aus.

Ihre Geschichte zählt

Ein klassisches Fehlurteil wäre jetzt das (innere) Zurücklehnen: «Ja, wenn man so etwas zu erzählen hat wie Michael Diener – und es dann noch so gut auf den Punkt bringen kann …»

Geht es wirklich darum? Ich denke nicht. Die Betreiber der Webseite MyStory.me, auf der Diener und viele andere aus ihrem Leben erzählen, gehen davon aus, dass jeder Christ eine Geschichte mit Gott hat, die es lohnt zu erzählen. Vielleicht spricht meine und Ihre Geschichte nicht jeden Menschen an – das tut der Bericht von Michael Diener wohl auch nicht –, aber auch, was wir mit Gott erleben, hat das Potenzial, Menschen zu berühren, Menschen zu verändern. Vielleicht nicht «schwuppdiwupp», aber Schritt für Schritt. Schauen Sie sich die Lebensgeschichten auf MyStory.me doch einmal an. Und wenn Sie wollen, setzen Sie Ihre dazu.

Zum Video-Clip von Michael Diener.

Zum Thema:
Den kennenlernen, der uns auch inmitten von Niederlagen begegnet
Christustag Stuttgart: «Zeit zum Aufstehen»
Vom Hausdach gestürzt: «Dass ich lebe, ist ein Wunder»
Gegen das Ausbrennen: Warum soll ich weiter glauben?

Datum: 12.09.2014
Autor: Hauke Burgarth
Quelle: Livenet

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