Visionen

Den Himmel geschaut

Öffnen sich die Christen Europas wieder für die Schau der übernatürlichen Welt, die die sichtbare umgibt? Ein Büchlein mit Visionen des Himmels, empfangen von chinesischen Kindern, ist ein leuchtender Wegweiser. Gespräche mit Engeln sind wunderbar; mit Gottes herrlicher Stadt kontrastiert der Ort der Schmerzen, die Hölle. So stellt das Buch die Frage, wohin wir unterwegs sind.

Strassenkinder und bettelnde Waisen in einer entlegenen Region Südwestchinas, von den Missionaren Harald A. und Josephine Baker ins Adullam-Heim von Yunanfu aufgenommen, erhielten von einem Tag auf den andern Einblick in die unsichtbare Welt Gottes. Was Baker eine „äusserst ungewöhnliche Bewegung des Heiligen Geistes“ nennt, geschah in den frühen 1920er Jahren. Den ungebildeten Knaben war im Heim das Evangelium vermittelt worden und sie lernten die Bibel kennen. Manche der Knaben im Alter von 6-18 Jahren hatten ihr Herz Jesus gegeben, suchten Gott und baten ihn, sie mit dem Heiligen Geist zu erfüllen.

Unvermittelte Antwort auf Gebet

Es begann in einem Morgengebet. „Die älteren Kinder verliessen nach und nach den Raum, … während einige der kleineren Buben auf ihren Knien blieben, tief im Gebet versunken. Der Herr war nahe; wir alle spürten die Gegenwart des Heiligen Geistes unter uns.“ Die Knaben wurden sich ihrer Sünden bewusst und riefen zu Gott um Vergebung. „Einer nach dem anderen fiel unter der mächtigen Kraft des Heiligen Geistes zu Boden, bis mehr als zwanzig flach auf dem Fussboden lagen.“ Wie Josephine Baker berichtet, wollte der am Christentum nicht interessierte einheimische Lehrer, heimkehren, da die Knaben nicht zum Unterricht erschienen, kam dann aber zurück und kniete in einer Ecke des Gebetsraums nieder, um zum erstenmal zu beten.

Nach dem vorliegenden Bericht über die Geschehnisse, der von Bakers Enkel Rolland E. Baker im Jahr 2000 veröffentlicht wurde, war keinerlei mentale Vorbereitung, nervöse Reizung, Ekstase, Suggestion oder gegenseitige Imitation im Spiel. „Als die Kraft des Herrn unter uns fiel, wurden viele Kinder gleichzeitig mit dem Geist erfüllt. Kinder in verschiedenen Räumen hatten manchmal simultan dieselbe Vision.“

Himmlischer Wolkenbruch

In den folgenden Wochen waren Knaben über Stunden im Gebet versunken, einige bis spät in die Nacht. Einmal meinten Kinder im Raum Wassertropfen auf ihrem Kopf zu spüren. Aus den Tropfen wurde ein Schauer, ein Wolkenbruch! Manche Kinder fühlten sich in den Himmel versetzt. Sie sahen Christus, seine Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt, die goldene Stadt Gottes und Scharen von Engeln. Sie bewegten sich, als spielten sie ein Instrument, lachten und tanzten zwischendurch; sie prophezeiten, sprachen in Zungen oder schilderten in Trance-ähnlichen Zuständen, was sie schauten. Sogar Sechsjährige sahen himmlische Dinge. „In vielen Fällen kamen die Kinder hinterher und fragten, ob die Bibel irgendetwas über einen bestimmten Aspekt sagte, den sie in den Visionen bezeugt hatten.“

Hinaus auf die Strasse

Baker erzählt, dass die Knaben einige Wochen nach dem Beginn der Erlebnisse das Verlangen hatten, auf den Strassen der Region von Jesus Christus zu erzählen und die Zuhörenden zur Umkehr zu rufen. Eines Abends begann ein Jugendlicher mitten in der Predigt mit geschlossenen Augen voller Autorität prophetisch zu reden. Menschen wurden von Dämonen befreit.

Die Kinder schauten die jenseitige Welt und liessen sie sich von Engeln erläutern. Waren sie ins Paradies versetzt, kam es vor, dass sie Früchte genossen und einige mehr in die Tasche steckten, um sie den Leitern zu bringen. Nach der Trance suchten sie in den Kleidern nach den Früchten und waren enttäuscht, sie nicht zu finden…

Die himmlische Stadt und der Paradiesgarten

Die Mitte des Büchleins bilden Schilderungen der Herrlichkeit der himmlischen Stadt und des Paradiesgartens; es folgen das Reich des Teufels und seiner Dämonen, der Feuersee, das Ende der Welt bei der Wiederkunft von Christus – und die Wegscheide, an der sich Menschen für den breiten Weg (weg von Gott) oder schmalen Weg (hin zu Christus) entscheiden müssen. Einzelne Visionäre begegneten in der jenseitigen Welt Kindern, die sie gekannt hatten und die gestorben waren.

Wegzehrung für Chinas dunkle Jahrzehnte

Das Unerhörte der Schilderungen kontrastiert mit der nüchternen Konkretheit von Bakers Bericht. Ihr kann sich als Leser schwer entziehen, wer Gott Wunder zutraut und an eine übernatürliche Welt glaubt. Im Licht der neusten Kirchengeschichte Chinas erscheinen die Visionen wie eine Wegzehrung für die Jahrzehnte unsagbaren Leids, welche Maos Kommunisten über das Reich der Mitte und seine Gläubigen brachten (Bürgerkrieg, Kulturrevolution).

Wurden Bibelbücher so geschrieben?

H.A. Baker unterstreicht, dass die Kirche auf dem Fundament der übernatürlichen Offenbarung Gottes ruht. Im Schlusskapitel des hundertseitigen Büchleins zieht er eine Linie vom Erleben der Knaben im Adullam-Heim auf die Abfassung biblischer Bücher: „Als die Kinder ‚im Geist’ waren und Szenen beschrieben, die sie sahen, bewirkte der Geist, dass ein Junge, der sich ebenfalls in Trance befand, sich setzte und Bewegungen ausführte, als schreibe er Punkt für Punkt nieder, was die anderen sahen und beschrieben.“ So, meint Baker, könnte Gott auch längst vergangene Ereignisse den Verfassern biblischer Bücher offenbart haben: „Eine Person konnte aufzeichnen, was die andere sah und beschrieb.“

H.A. Baker
Visionen jenseits des Horizonts
Vorwort von Walter Bernhard
100 Seiten, Verlag Gottfried Bernard, Solingen, 2006, 20082
ISBN 3-938677-09-0

Im Original:
Visions beyond the Veil
Sovereign World Ltd.
Tonbridge, Kent, 2004

Datum: 01.07.2008
Autor: Peter Schmid
Quelle: Jesus.ch

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