Lobpreisleiter Rainer Harter

Gott anbeten – mit mehr als dem Herzen

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In den vergangenen Jahren haben viele Christen erkennen dürfen: Gott ist kein strenger Buchhalter, der damit beschäftigt ist unsere Sünden zu zählen, sondern der allezeit liebende Vater, der an seinen Kindern Freude hat. Dieses Wirken Gottes hat enorm zur Gesundung und Belebung der Gemeinden beigetragen und das zeigt sich auch im Lobpreis.

Lobpreis wird dann lebendig, wenn ich weiss, dass Gott sich nach mir sehnt, dass er auf mich wartet und «vor seinem Angesicht Freude die Fülle ist». Anbetung wird dann atemberaubend, wenn in mir das Feuer seiner Liebe brennt. Sehnsucht entsteht, wo ich mich begehrt und angenommen weiss.

An unseren populären Lobpreisliedern kann man diese Entwicklung gut ablesen:
Während früher viel über Gott gesungen wurde, gibt es heute vielfach Texte, die sich direkt an Gott wenden und in denen auch die Empfindungen der Singenden mit einfliessen.

Die Heiligkeit Gottes nicht vergessen

Wir dürfen nur nicht den Fehler begehen, mit der notwendigen Befreiung von Leistungsorientierung und der Betonung von Intimität in unseren Liedern das Bewusstsein um Gottes Heiligkeit zu verlieren. Dann würden wir ein falsches Bild von Gott zeichnen und unser Lobpreis stünde in Gefahr zu verflachen.

Gott ist eben sowohl der liebende Vater als auch die höchste Autorität im ganzen Universum und ein verzehrendes Feuer. Er ist nicht nur einfach «nett», er ist ebenso der Gott, der Gerichte schicken wird. Er ist nicht nur der, der tröstet, sondern auch der, der Macht über den Tod hat und heute noch Wunder tut.

Begeisterung, Staunen und Ehrfurcht lassen nach, wo Gott allzu «gewöhnlich» gemacht wird. Anbetung gewinnt an Tiefe wenn ich merke: Eben dieser heilige, mächtige, gewaltige Gott liebt (sogar) mich.

Mit den ganzen Sein anbeten

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Rainer Harter
Als ich Mitte der 80er-Jahre zum Glauben kam, war es normal, dass beim Lobpreis die Hände gehoben wurden, man sich hinkniete oder vor Gott gebeugt hat. Diese Ausdrucksformen der Ehrerbietung sind, zumindest soweit ich es überblicken kann, stark zurückgegangen.

Während es noch vor wenigen Jahrzehnten in unserer Gesellschaft allgemein gültige Zeichen der Achtung und der Ehre gab, sind diese fast völlig verschwunden. Vor wem kniet man noch, wem gegenüber beugt man heute noch seinen Kopf? Achtung und Ehre sind Begriffe, die in Bezug auf Stellung oder Alter kaum mehr eine Rolle spielen – und von dieser gesellschaftlichen Veränderung sind wir Christen ebenfalls betroffen, auch sie prägt  unser Verhalten mit. Uns sind adäquate körperliche Ausdrucksformen verloren gegangen, wir wissen mit unserem Körper im Lobpreis oft nichts mehr anzufangen.

Äusserliche Zeichen sind an sich natürlich nicht viel wert. Aber wir beten eben nicht nur mit dem Herzen an, sondern mit unserem ganzen Sein, also auch mit unserem Körper. Äusserliche Zeichen geben uns – wie Worte – die Möglichkeit, die Empfindungen unseres Herzen zum Ausdruck zu bringen.

Gott erkennen

Ich glaube, dass unser Bewusstsein eine entscheidende Auswirkung auf den Lobpreis hat. Wenn wir uns bewusst machen, wem wir begegnen, wenn wir verstehen, was wir im Lobpreis und der Anbetung tun, werden diese Zeiten neu erfüllt werden von Momenten grosser Ausgelassenheit und Freude, Augenblicken tiefster Anbetung und Abschnitten ehrfurchtsvollen Staunens über Gott – mit neuen und mit alten Liedern.

Ich plädiere für eine Wiederentdeckung auch der äusserlichen Zeichen der Anbetung als Vehikel, um unsere Empfindungen und Gedanken Gott gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Die fantastische Beschreibung von Gottes Thron aus Offenbarung 4 zeigt mir: Die äusseren Zeichen werden nicht aufhören an dem Ort, die das Ziel meines Lobpreises und meiner Anbetung sind.

Mir tut es gut zu wissen, dass mein Lobpreis zwar durch Emotionen bereichert wird, aber ich möchte nicht vergessen, dass Gott auch würdig meiner Anbetung ist, wenn ich innerlich nichts verspüre. Dann darf ich wie David in Psalm 103, Verse 1-3 eine Entscheidung treffen und zu mir sagen – Gott zur Ehre und letztlich auch mir zur Hilfe:

«Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.»

Rainer Harter ist seit vielen Jahren als Lobpreisleiter, Musiker, Sprecher und Autor aktiv und ist Gründer des überkonfessionellen Gebets- und Anbetungsdienstes «Open Skies».

Aus dem Buch: «Den Himmel berühren, die Erde verändern» des Missionswerks «Stimme des Glaubens».

Datum: 26.11.2012
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Buch «Den Himmel berühren, die Erde verändern»

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