Anbetungsleiter Holger Petri

Eine neue Dimension von Lobpreis

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Wollen wir die Bedeutung von Lobpreis und Anbetung verstehen, kommen wir nicht an David vorbei. Er war so nahe am Herzen Gottes, dass er genau wusste, worauf es ankommt. David stellt den Urtyp eines Anbeters dar, und was durch ihn an Anbetungskultur ins Leben gerufen wurde, ist noch heute nach 3000 Jahren relevant. Darüber hinaus besass er ein tiefes Verständnis über das Wesen und Wirken geistlicher Musik. Er wusste einfach um die geistliche Dimension, die damit zusammenhängt.

In einer Zeit, in der sich Lobpreis und Anbetung zu einem musikalischen Stil etabliert haben und «angesagt» sind, braucht es Menschen, die – wie David – Einblick haben in die geistliche Realität, welche weit über die richtige Form und Methode hinausgeht. Nur so wird unsere persönliche und gemeinschaftliche Anbetung das nötige Element «Geist» haben, von dem Jesus zu der Samariterin sprach (siehe Johannes, Kapitel 4).

Der singende Hirtenjunge

In 1. Samuel, Kapitel 16 lesen wir die faszinierende Geschichte über die Befähigung eines verkannten Hirtenjungen und dessen anschliessende Beförderung in den Königspalast. Seine Gabe, durch Musik den geistlichen Raum zu öffnen und Menschen dort mit hineinzunehmen, liessen ihn quasi über Nacht vom Nobody zum Nationalhelden aufzusteigen.

Wenn er auf seinem Instrument spielte, klang es nicht nur angenehm, es kam zu einer dramatischen Veränderung der Atmosphäre. Nicht nur die Saiten seines Instrumentes wurden in Schwingungen versetzt, sondern die Herzen einer ganzen Nation. Davids Musik war nicht nur unterhaltsam und therapierte den selbstbefangenen König Saul, sondern durch die Klänge seiner Harfe wurde die dämonische Welt attackiert und in Panik versetzt. So sehr transportierten die Schallwellen seines Instrumentes die Kraft Gottes, dass alles, was im Konflikt mit ihr stand, das Weite suchte. Davids Musik bewegte nicht nur den Himmel und die Erde, sondern auch das Unterirdische.

Musik, die geistlich bewegt

Als ich das als junger Anbetungsleiter zum ersten Mal verstand, war ich nicht mehr nur mit guter Musik und schönen Liedern zufriedenzustellen – ich wollte mehr. Seitdem erwarte ich, dass meine Musik nicht nur die Seele des Menschen berührt, sondern auch den geistlichen Raum bewegt.

Warum nun war Davids Musik so besonders und hinterliess solch tiefgreifende Spuren? Um darauf eine Antwort zu finden, möchte ich einige Dinge hervorheben, die uns in 1. Samuel, Kapitel 16 beschrieben werden. Hier betritt David zum ersten Mal die Bühne biblischer Geschichte, und hier wird uns vorgestellt, was sein Leben auszeichnete.

Gott sucht Anbeter

Das Erste, was ich in diesem Zusammenhang erwähnen möchte, finden wir in Vers 7 geschrieben. Hier stellt Gott seinem Propheten Samuel eindrucksvoll den Unterschied zwischen menschlicher und göttlicher Betrachtungsweise vor Augen. Während wir Menschen die grundsätzliche Tendenz haben, uns von Äusserlichkeiten beeindrucken zu lassen, ist der Herr an inneren Werten interessiert.

Solange wir uns jedoch in unseren Gottesdiensten auf Äusserliches konzentrieren, werden wir nicht in der Lage sein, Dinge mit den Augen Gottes wahrzunehmen. Er sucht nicht Musik, Kunst, Lieder, Arrangements und guten Sound (so sehr wir diese Dinge auch schätzen sollten), ja, er sucht noch nicht einmal Anbetung!

Gott, der Vater, sucht Anbeter und wenn er jemanden findet, dessen Herz ungeteilt auf ihn ausgerichtet ist, dann befähigt er diese Person über menschliches Können hinaus. Unsere Musik und unsere Lieder sind dann nicht nur kreativ und exzellent, sondern kraftvoll und bahnbrechend.

Von Gott gesalbt

Als Zweites möchte ich die Aufmerksamkeit auf das zentrale Ereignis in diesem Kapitel richten. David wurde von Gott gesalbt. Leider leben wir in einer Zeit, in der dieser Ausdruck mehr und mehr in Vergessenheit gerät. Dabei sollte es das zentrale Merkmal im Leben eines Gläubigen sein.

Die Salbung Gottes ist die befähigende Kraft im Leben eines Menschen – der Heilige Geist in uns und auch auf uns. Interessanterweise werden Menschen, die an Jesus Christus glauben, Christen genannt, was nichts anderes bedeutet als «Gesalbte». Hier wird deutlich, dass alles, was wir tun, ein Zeugnis göttlicher Gegenwart und Kraft haben muss. Christliche Musik, Medien und so weiter sollten genau das in dieser Welt freisetzen. Räume der Person des Heiligen Geist eine zentrale Position in deinem Leben ein und lass dich von ihm in deinen Gedanken, Empfindungen und Entscheidungen bestimmen.

Von Gott geliebt

Das Letzte, was ich erwähnen möchte, ist der Name, den David trug. David bedeutet «Geliebter». Das ist umso bemerkenswerter, als ihm als dem jüngsten von acht Brüdern sehr wenig Liebe und Respekt entgegengebracht wurde. Sein Vater hielt es nicht einmal für notwendig, ihn zu dem grossen Fest mit dem Propheten Samuel einzuladen!

Nein, das war ein prophetischer Name. Wir sehen hier einen Hinweis auf etwas, was David Leben massgeblich bestimmte. Wohl kein anderer vor und nach ihm lebte mit solch einer grossen Freimütigkeit vor Gott. Er kannte seinen Gott wie kaum ein anderer. Seine Psalmen zeugen auf eindrückliche Weise von dieser intimen Beziehung mit seinem Herrn. Er tat Dinge, die revolutionär und für damalige Verhältnisse unglaublich waren. David lebte so nahe am Herzen des Vaters und ruhte in der Gewissheit seiner Liebe, dass er unbekümmert und frei von Menschenfurcht war.

Was unsere persönlichen und gemeinsamen Lobpreis- und Anbetungszeiten auszeichnen soll, ist mehr als die richtige Form und Methode. Gott sucht Anbeter, die ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten – Anbeter wie David.

Seit vielen Jahren ist Holger Petri im In- und Ausland als Lehrer und Anbetungsleiter tätig. Zusammen mit seiner Frau Judith leitet er eine Gemeinde in Südafrika.

Buch zum Thema:
«Den Himmel berühren, die Erde verändern»

Datum: 27.10.2012
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Buch «Den Himmel berühren, die Erde verändern»

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