Gute Lieder

Tipps fürs Texte schreiben

Was macht einen guten Liedtext aus? Was sollte ich unbedingt sagen und was nicht? Wenn man genau auf die Texte anderer Lieder hört, scheint es, als wäre alles erlaubt. Von «La-di-da» bis zu tiefgründigen Seeleneinblicken ist alles drin. Trotzdem gibt es ein paar Tipps, die manchen vielleicht helfen können.

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Viele Musiker wollen mehr rüberbringen als nur gute Laune. Trotzdem ist man manchmal befangen, in einem Liedtext so komplett offen zu legen, was in einem vorgeht. Aber genau genommen ist Musik eine Ausdruckform der Gefühle. Lieder, die es auf den Punkt bringen, die genau beschreiben, wie es ist, berühren am meisten. Wer sich da selbst öffnen kann, wird auch auf offene Herzen treffen. Trau dich, du selbst zu sein! Brems dich und das was in dir steckt nicht selbst aus.

Wie kann ich mein Innerstes in Worte fassen?

Gute Texte sind eine grosse Kunst. Es gibt Dinge, die wurden schon hundert Mal mit den gleichen Worten gesagt. Vielleicht findest du dafür mal ganz neue, andere Begriffe. Jesus selbst hat oft in Gleichnissen gesprochen, das war eine neue Art, den Menschen das Wort Gottes nahezubringen. Auch in Liedern können Bilder interessanter sein, als wenn man einen Inhalt platt und gewöhnlich ausdrückt. Die Bibel beschreibt zum Beispiel die Weisheit als eine Frau, die durch den Lärm des Alltags die Menschen zu sich ruft (Sprüche, Kapitel 1). Was für ein wunderschönes Bild!

Besser „ich“ als „du“

Das Wort „du“ ist am schönsten in Liebesliedern oder Liedern, die Gott preisen und anbeten. In jedem anderen Zusammenhang kann ein „du“ etwas unpersönlich wirken, denn es ist auch für den Zuhörer immer ein anderer. Wenn ein Musiker das Publikum ansprechen will und singt: „Du stehst mit dem Rücken an der Wand und weisst nicht mehr wohin“, denkt der Zuhörer: „Oh, der Sänger kennt jemanden, für den er das Lied singt. So einen kenn ich auch.“ Er identifiziert sich aber nicht unbedingt selbst mit dem Text.

Singt der Sänger aber: „Ich stehe mit dem Rücken an der Wand und weiss nicht mehr wohin“, packt das den Zuhörer mehr, weil der Musiker etwas Tiefes von sich preis gibt. Das Publikum kann sich dadurch mit dem auf der Bühne identifizieren, kann mitsingen und sagen: „Oh, Mann, das kenn ich auch!“

Sollte im Text ein „ich“ nicht passen, kann man auch „er“ oder „sie“ singen. In der Literatur ist die dritte Person ein typisches Stilmittel, mit dem man sich identifizieren kann. Das funktioniert auch in der Musik: „Sie steht mit dem Rücken an der Wand und weiss nicht mehr wohin“. Das bringt den gleichen Inhalt rüber, zusätzlich wirkt es aber nicht so überheblich wie ein „du“. Gerade bei christlichen Texten kann ein „du“ belehrend wirken. So wie: Ich habe alle Antworten schon gefunden, aber du befindest dich noch im Chaos. Du und ich sind nicht gleich.

Der letzte Schliff

Wenn der Text steht, dann geh ihn noch mal Wort für Wort durch. Kann man die Worte gut singen? Wenn gewollt: Ergeben sie eine schöne, flüssige Wortmelodie? Oder stolpert man bei bestimmten Ausdrücken? Sagt jedes Wort genau das aus, was ich meine? Stehe ich voll und ganz hinter jedem Wort? Es kann viel Arbeit sein, das Lied immer und immer wieder umzustellen, aber gute Texte bereichern ein Lied. 

Zum Thema:
Livenet-Dossier «Musik & Lobpreis»


Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Livenet.ch

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