Jünger machen heute

Chinesische Entwicklungshilfe für die Schweiz?

Grace und Ying Kai starteten 2001 eine Jüngerschaftsbewegung in China, die Christen darin schult, wie sie Trainer von Gemeindegründern ausbilden können. Dies löste ein explosives Wachstum aus. Das «T4T»-Konzept fasst nun auch in der Schweiz Fuss. Daniel Hari führt Seminare dazu durch und ist überzeugt: «Wir Schweizer brauchen chinesische Entwicklungshilfe!»

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Durch die Jüngerschaftsbewegung von Grace und Ying Kai kamen Hunderttausende zum Glauben.
Wohl nicht auf technologischem oder wirtschaftlichem Gebiet, vielmehr benötigen wir deutschsprachigen Christen spirituelle Entwicklungshilfe aus China. Gibt es dort praktisches Knowhow oder Qualitätsstandards, welche hier bei uns Mangelware sind oder überhaupt ganz fehlen?

Immer mehr Pastoren in der Schweiz sind überzeugt, dass dem so ist, und orientieren sich an der Jüngerschaftsbewegung von Ying Kai, die in zehn Jahren von Null auf zwei Millionen neue getaufte Christen angewachsen ist. Es ist die weltweit schnellst wachsende Gemeindegründungsbewegung! Bei uns ist diese Nachricht (noch) zu den wenigsten Kirchen und christlichen Organisationen durchgedrungen.

Telegramm der Jüngerschaftsbewegung

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Daniel Hari
Lassen Sie uns auf eine geographische und zeitliche Reise im Telegrammstil gehen, die aufzeigt, wie dringend diese Impulse aus China benötigt werden:

Mazedonien, 67 n. Chr.
Der Apostel Paulus schreibt: «Timotheus, mein lieber Sohn, lass dir durch die Gnade, die uns in Jesus Christus geschenkt ist, alle Kraft geben, die du für deine Aufgaben brauchst. Gib die Botschaft, die du von mir gehört hast und deren Wahrheit dir von vielen Zeugen bestätigt wurde, an vertrauenswürdige und zuverlässige Menschen weiter, die ebenfalls fähig sind, andere zu lehren.» (2. Timotheus, Kapitel 2, Verse 1-2)

Basel 1986
Als Theologiestudent war ich beunruhigt und fragte mich: Wie hat es Paulus geschafft, aus Timotheus einen Jünger-Macher zu machen? Sogar vier Generationen. Wie ist dies möglich? Gibt es das heute noch? Wo sind heutige Paulusse oder Timotheusse? Ich fand sie nicht.

Schweiz 2016:
Die Anzahl der Gläubigen ist weiter massiv geschrumpft, trotz enormer evangelistischer Anstrengungen und Bevölkerungswachstum während den letzten 30 Jahren.

Gleichzeitig in China: «T4T» wird geboren

Hong Kong 2000:
«Wir haben jetzt genügend Gemeinden!», meint der Missionsdirektor zu Ying Kai, der jährlich 40-60 Neuchristen zum Glauben führte und mit ihnen eine Gemeinde gründete. Schon sein Vater gründete als Missionar jährlich während 28 Jahren eine Gemeinde. Doch es kommt anders: «Ying, wir brauchen Dich in China! Die Städte X,Y und Z, mit insgesamt 5,8 Millionen haben Zuwachs von 15 Millionen unregistrierten Wanderarbeitern erhalten. Dies ist dein neues Missionsfeld!»

China 2001:
Ying Kai klagte 2001 im Gebet: «Oh Gott, 20 Millionen sind unerreichbar im jetzigen Arbeitstempo!» Gottes Antwort kam prompt: «Gemeindegründungen sind gut, doch besser ist es, Gemeindegründer zu trainieren. Das Allerbeste: Bilde Trainer für Trainer von Gemeindegründern aus.» Diese Vision war die Geburtsstunde von «T4T».

Ende 2001 gab es 53'000 neu getaufte Christen; zehn Jahre später insgesamt 1,7 Millionen Neugetaufte, echte Jünger-Macher. Dies waren keine Konsumchristen, die durch Programme bestens unterhalten und bei guter Laune gehalten werden mussten. War dies eine Falschmeldung aus China? Researcher aus den USA prüften es nach. Doch die Zahlen sind noch viel besser: Über zwei Millionen Menschen wurden innert zehn Jahren Christen, 40 Prozent mehr als Ying geschätzt hatte.

Das Erfolgsgeheimnis

Ying trainierte Trainer für Trainer von Gemeindegründern, gab jedem «die Lizenz zum Gemeindegründen». Der Reformator Martin Luther wäre verblüfft! Seine Theorie «jeder ein Priester» wurde fast 500 Jahre später in der Praxis bewiesen: Jeder darf und kann evangelisieren, taufen, Abendmahl austeilen, Kirchen gründen. 400'000 von zwei Millionen, also 20 Prozent, brachten sehr viel Frucht und haben vier Generationen oder mehr Jünger-Macher hervorgebracht, viele sogar 17 oder 18 Generationen! Das Erstaunliche: Die neuen Generationen hatten dieselbe Qualität wie die erste Generation, welche von Ying Kai direkt trainiert worden ist. Dies alles ohne Priesterseminare, Theologiestudium, Pastoren, Ordination, Kirchenräte, Gebäude, Programme, Finanzen. Dafür gab es Kirchengründungen in McDonald's, Firmenkantinen, Privathäusern, Pausenräumen. Durch jede und jeden. Überall und jederzeit.

Inzwischen fasst die Bewegung «T4T» auf allen bewohnten Kontinenten Fuss. Sie zeigt, wie wir konkret und sehr praktisch frische und langjährige Christen zu echten Jünger-Machern machen, welche immer wieder neue Gruppen oder Gemeinden gründen.

Stimmen von deutschsprachigen Gemeindeleitern zu T4T:

In der Schweiz und Deutschland haben bereits einige Pastoren das T4T-Konzept studiert und wenden es mittlerweile an. Sie sind heute überzeugt, dass wir geistliche Entwicklungshilfe aus China brauchen. Hier einige Statements:

Markus Bettler (MB), CLZ Spiez: Ja, von den Chinesen lernen wir konkret: Gebetsleben, Leidenschaft für Jesus und Opferbereitschaft (sogar für ihn zu sterben). Das T4T haben wir als Gemeindeleitung gründlich studiert und wenden es praktisch an. Die Kleingruppen fragen neu: Was hat der Heilige Geist uns vor einer Woche beauftragt? Wie haben wir’s praktisch umgesetzt? Heute sind mehr Gläubige aktiv dran, andere zum Glauben zu führen, als noch vor einem Jahr.

Jürg Schaufelberger, Campus für Christus Zürich: Unser MyFriends.life bei Campus für Christus entstand aus dem T4T von Ying sowie dem Entdeckerbibelstudium von David Watson. Unsere heutigen 20-Jährigen möchten was erleben. Die absolute Wahrheit, das Evangelium einfach so erzählen, klappt nicht so gut. Darum legen wir einen grossen Schwerpunkt auf Beziehungen. Wir haben viel von T4T übernommen.

Hiram Küenzi, Interserve Biel: Mich begeistert die allgemeine Priesterschaft: dass jeder neue Gläubige fähig ist, Menschen zu Jesus zu führen und alles Gelernte weitergeben kann – vom ersten Tag an! Durch die Grundlektionen Wiedergeburt, Taufe, Erfüllung mit dem Heiligen Geist, Wort Gottes, Gebet und Biblische Gemeinde kann jeder neue Christ nach sechs Wochen selbständig als Jünger-Macher neue Gemeinden und Gruppen gründen.

Ich habe Ying Kai auch persönlich kennengelernt. Seine Bescheidenheit, sein intensives Gebetsleben und sein Feuer für Suchende sind mir total eingefahren. «Was macht Dich zu einem Gottesmann?», hab ich ihn gefragt. Ying: «Weil ich nichts bin. Ein Weizenkorn muss in die Erde und sterben. Doch mit Jesus kann ich alles.»

Jonathan Reichert, JesusBewegung Stuttgart: Geprägt hat mich die Beharrlichkeit von Ying und Grace Kai, dranzubleiben und den Fokus nicht zu verlieren. Es ist so leicht, sich von allen möglichen Sachen von Gottes Plan ablenken zu lassen oder sich mit Dingen zu beschäftigen, die im Prinzip gut, aber nicht «das Beste» sind.

Persönliche Fragen an die Leser(innen) des Artikels:
Sind Sie offen für geistliche Entwicklungshilfe aus China? Sind Sie bereit, zu lernen, den Missions- und Jüngerschaftsauftrag von Jesus Christus persönlich aktiv in die Tat umzusetzen? Ein Jünger-Macher, eine Jünger-Macherin zu werden? Werden Sie sich dieser neuen Jüngerschafts-Reformation anschliessen? Dann melden Sie sich an zum Jünger-Macher-Seminar von HariSeminare.ch.

Zur Webseite:
Jünger-Macher-Seminar

Zum Thema:
Zukunftsprognose: China wird «christlichste Nation der Welt»
Erweckung in Chinas Kirchen: «Jeden Sonntag werden hier 500 Menschen getauft»

Immer mehr Christen in China: Chinesen lassen sich ihr Kreuz nicht nehmen
Repression gegen Hauskirchen: China: Sozialleistungen für Christen gestrichen
China fürchtet sich vor Christen: SRF-Tagesschau berichtete aus Wenzhou 

Datum: 16.08.2016
Autor: Daniel Hari
Quelle: Livenet / www.HariSeminare.ch

Kommentare

Ich bin sehr froh über diesen Artikel und hoffe, dass Unzählige ihn lesen und aktiv werden. Für Gottes Sache zu werben, ist sogar der Auftrag von Jesus, unserem Herrn, in Mt 28, 18-20. Wenn nun jemand genau darin hoch effektiv tätig ist und es weitergibt, wie gut ist es, dass er darüber spricht und sprechen darf.
Es freut mich sehr, dass Livenet.ch offen ist für solche Themen. Dass die Redaktion von sich aus am Ende meine Fragen - mit denen ich bewusst zum Handeln aufforderte - mit einem aktuellen Angebot verlinkt hat, freut uns natürlich sehr. Empfehlenswert sind auch Kursangebote der interviewten Personen oder auch diejenigen von Pionieren wie Marco Gmür oder Florian Bärtsch. Jüngerschaft ist DAS Gebot der Stunde. Es spricht für Livenet.ch, dass sie bereit sind nicht nur das Bisherige im Leib Christi abzubilden, sondern auch neue Initiativen aktiv fördern. Bitte weiter so! Dies ist ein grosser Segen, wenn eine Redaktion in Freiheit handelt.
Danke für die Informationen, wie in China die Zahl der Gemeinde wachsen. Aber ist es nötig, im Artikel noch Werbung in eigener Sache zu machen. Für das gibts doch die Anzeigen in der rechten Spalte. Schade...

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