Welcome home?!

Eine «Willkommenskultur» in unseren Gemeinden

Man kann über den Niedergang von Kirchen und Gemeinden jammern. Man kann aber genauso an einer Art Willkommenskultur arbeiten. Daran, dass Menschen bei uns ein geistliches Zuhause finden.

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Die Hillsong Church in Konstanz
Die Umfragen der letzten Zeit belegen es für die USA genauso wie für Westeuropa: Der Kirchenbesuch geht zurück. Immer mehr Menschen bezeichnen sich als nicht-religiös. Der US-amerikanische Priester der Episkopalkirche, Frederick Schmidt, behauptet: «Das sollte uns nicht überraschen. Eigentlich wissen wir schon lange, dass die sogenannte Frömmigkeit der 50er- und 60er-Jahre die Ausnahme war und nicht die Regel.» Er bezweifelt deshalb, dass man die heutige «Entkirchlichung» überhaupt als aktuellen Trend werten sollte. «Man könnte auch sagen, dass die Amerikaner inzwischen ehrlicher mit ihrer desillusionierten Beziehung zur Kirche umgehen.» Gleichzeitig zeigt Schmidt sechs Schritte hin zu einer neuen gemeindlichen Willkommenskultur auf – Schritte, die für Europa genauso gelten wie für die USA.

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Eine warme Begrüssung ist das A und O für einen neuen Besucher.
«Willkommen!»

Damit ist nicht nur die Begrüssung mit Händedruck an der Eingangstür der Kirche gemeint. Das Gefühl, willkommen zu sein, entsteht durch Lächeln, Wärme, Offenheit für Fremde. Ein Besucher muss das «Willkommen» gar nicht ausdrücklich hören, um es zu empfinden. Es ist eher eine Herzenshaltung besonders Gästen gegenüber. Die Folge ist der Eindruck: «Hier könnte ich mich zu Hause fühlen …»

«Hier kannst du Gott begegnen.»

Ein Gottesdienst sollte die Anwesenheit des Gottes feiern, der unsere Wahrnehmung sprengt. Es geht nicht um einen fernen Gott, der irgendwann die Welt geschaffen hat. Nicht um einen mechanischen Problemlöser. Und auch nicht um einen kosmischen Kumpel. Menschen müssen davon hören, dass der heilige Gott gegenwärtig und konkret erfahrbar ist.

«Was ist Gottes Berufung für dich?»

Zu viele Menschen, die unsere Gemeinden besuchen, hören: «Schön, dass du da bist. Hier sind die Aufgaben, die noch erledigt werden müssen. Welche davon willst du übernehmen?» Dabei brauchen sie die offene Frage: «Was ist Gottes Berufung für dich?» Durch diese Offenheit kommt Bewegung in Kirchen und Gemeinden. Arbeiten werden begonnen und Arbeiten werden wieder beendet. Aber das, was geschieht, hat dann wesentlich mit denjenigen zu tun, die zu unseren Gemeinschaften gehören.

«Wie können wir dir helfen, deine Berufung zu finden?»

Die Gemeinde der Zukunft wird von geistlichen Christen geleitet werden, die ein Gespür für Gottes Geist haben, für sein Handeln im Leben derer, die ihre Kirchen besuchen. Deshalb fragen sie nach: «Wie können wir dir helfen, deine Berufung zu finden?»

«Geistliches Leben und Organisation gehören hier zusammen»

Vieles von dem, was wir als Kirchen und Gemeinden unternehmen, betrifft nur uns – es ist reiner Selbstzweck. Einiges davon lässt sich nicht vermeiden: Zum Leben in unserer Wirklichkeit gehören Planung oder Finanzfragen dazu. Aber sie sollten nicht zu viel Raum einnehmen. Wer unsere Gemeinden besucht, fragt nicht nach dieser organisatorischen Seite, sondern danach, wie Gemeindeleben und Gottesdienst ihm dabei helfen, geistlich voranzukommen.

«Ohne dich und deine Gaben sind wir nicht vollständig»

Gemeinde ist keine Ansammlung von Einzelkämpfern. Die Bibel nennt sie «Leib Christi». Manches kann jeder von uns dazu beitragen, aber manches ist nur möglich, wenn wir zusammenarbeiten. Die Botschaft des Neuen Testaments ist nicht: «Du bist begabt, aber das bin ich auch.» Sie lautet: «Ohne dich und deine Begabung sind wir als Gemeinde nicht vollständig.»

Zum Thema:
«Hört auf, den Leuten zu helfen»: Warum eine Gemeinde ihre Sozialarbeit aufgab
Anders als das Klischee: Glaube in den USA abnehmend
Zukunft der Glaubensfreiheit: «Europa ist daran, sich selbst zu verlieren»

Datum: 12.06.2015
Autor: Hauke Burgarth
Quelle: Livenet / Patheos.com

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