Teamwork in Gemeinden

Was wir von den Curling-Frauen lernen können

Die Schweizer Curlerinnen spielen um eine olympische Medaille. Damit es klappen kann, muss sich Skip Mirjam Ott auf ihre Teamkolleginnen verlassen können. So ist es auch in der Gemeinde. Einzelkämpfer bringen keinen Stein ins Ziel.

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Schweizer Curlerinnen mit Teamchefin Mirjam Ott - Sotschi 2014
Wer selbst schon mal auf einer Eisbahn stand und versucht hat, den knapp 20-Kilogramm schweren Stein ins sogenannte «Haus» – den kreisförmigen Zielbereich im Curling – zu spielen, weiss um die Schwierigkeit dieses Unterfangens. Es bedarf einem guten Gleichgewichtsgefühl auf dem Eis, einer ruhigen Hand und einer unglaublichen Konzentrationsfähigkeit. Nicht zu unterschätzen ist aber auch der Teamgedanke.

Mirjam Ott, die erfolgreichste Schweizer Curlerin der letzten Jahre (u.a. Weltmeisterin 2012 in Kanada), ist auf ein funktionierendes Team angewiesen. In einem Blog auf der Webseite von Swiss Olympic schrieb der «Skip» des Schweizer Frauenteams im Dezember 2013: «Unser Erfolg basiert gerade darauf, dass wir sehr unterschiedlich sind. Jede bringt wichtige Eigenschaften mit; ich und Janine Greiner sind eher ruhig und besonnen, Carmen Schäfer versteht es, das Team zu pushen und Carmen Küng mit ihrer ausgeprägten sozialen Ader schaut stets, dass es allen gut geht.»

Ein Team nach Gottes Gedanken

Was ein erfolgreiches Team im Sport auszeichnet, gilt auch in anderen Lebensbereichen – zum Beispiel in der Gemeinde. Gott hat sich die Gemeinde als ein Zusammenwirken vieler andersartiger Leute ausgedacht, die gemeinsam dasselbe Ziel verfolgen. Paulus schreibt im 1. Brief an die Korinther:
«Gott hat in der Gemeinde allen eine bestimmte Aufgabe zugewiesen. An erster Stelle sind die Apostel zu nennen, an zweiter die Propheten, an dritter die Lehrer. Weiter gibt es die, die dazu befähigt sind, Wunder zu tun, oder denen die Gabe des Heilens geschenkt ist oder die imstande sind, praktische Hilfe zu leisten oder Leitungsaufgaben zu übernehmen, oder die in Sprachen reden können, die von Gott eingegeben sind.» (1. Korinther 12,28 / Neue Genfer Übersetzung)

Auch die Besenwischer sind wichtig

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Curling-Steine im Haus

In einer Gemeinde zählt der Einsatz von jeder Person, ob sie nun das WC putzt oder auf der Bühne predigt. Alle sind aufgefordert, sich zu engagieren. Bill Hybels, Pastor der «Willow Creek»-Gemeinde in Chicago bringt dies in seinem Buch «Die Mitarbeiter-Revolution» auf den Punkt: «Jeder Kirchgänger muss eine Entscheidung treffen. Er kann jeden Sonntag den Wagen auf seinem angestammten Parkplatz abstellen, seinen Sitz in seiner Lieblingsreihe einnehmen, einen guten Gottesdienst geniessen, danach noch mit ein paar Leuten schwatzen und dann wieder nach Hause fahren. Auf diese Weise macht er eine nette, sichere Sonntag-Erfahrung. Oder er kann sich mitten ins Abenteuer stürzen, indem er die Ärmel hochkrempelt, sich Gleichgesinnten anschliesst und mithilft, Gemeinde zu bauen, so wie Gott ihn berufen hat.»

Um auf unser Bild der Curling-Mannschaft zurück zu kommen: Auch hier haben die Besenwischer entscheidenden Anteil daran, ob ein Stein sein gewünschtes Ziel erreicht oder nicht. Das Wischen mit dem Besen beeinflusst die Drehbewegung («Curl») und die Laufzeit des Steins. Wer einem erfahrenen Curlingspieler daher erklären würde, er soll auf den Besenwischer verzichten, würde auf kein Verständnis stossen. Ähnlich vehement dürfte ein Leiter in der Gemeinde jeden einzelnen Mitarbeiter – und sei seine Aufgabe auch scheinbar unbedeutend – verteidigen.

Es darf auch Spass machen

Natürlich ist der Auftrag an die Gemeinde eine ernste Sache, natürlich ist unsere ganze Hingabe gefragt. Paulus betont in seinen Briefen immer wieder, dass es seinen Preis hat, Jesus nachzufolgen (siehe zum Beispiel 2. Kor 1,5 oder 2. Timotheus 2, 2-12). Doch trotz aller Ernsthaftigkeit darf auch der Spass nicht zu kurz kommen. Es ist die Kunst eines Leiters, Freude zu entfachen, Fortschritte zu feiern und eine Kultur zu schaffen, in der Fehler erlaubt sind.

Auch hier liegt die Parallele zum Sport nahe. Erfolg haben jene Mannschafte, die in der Lage sind, eine ideale Balance zwischen Ehrgeiz und Freude am Spiel zu kultivieren. Diese goldige Mischung glaubt Mirjam Ott mit ihrem Curling-Team gefunden zu haben. «Man schätzt sich gegenseitig und ist miteinander sehr vertraut», schreibt die 42-jährige Bernerin in ihrem Blog. «Da fällt es auch nicht schwer, gemeinsam zu lachen, wenn es Anlass dazu gibt. So zum Beispiel unlängst an einem Wettkampf, als Carmen Küng ausrutschte und den Stein zu berühren drohte, was verboten ist. Carmen Schäfer zeigte Geistesgegenwart und rettete den Stein, indem sie mit ihrem Besen kurzerhand ihre Mitspielerin aus der Bahn wischte. Sie nahm es mit Humor.»

Die Schweizer Curlerinnen bestreiten ihr Halbfinalspiel gegen Schweden heute Mittwoch um 11:00 Uhr gegen die Schwedinnen.

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Datum: 19.02.2014
Autor: Florian Wüthrich
Quelle: Livenet

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