ICF Men's World 2015

«Gott ist ein heiliges, aber gewaltiges Schlitzohr»

Die ICF Men's World in Rapperswil liess Männerherzen höher schlagen. Speaker aus den USA, Deutschland und der Schweiz sprachen über Superhelden und die Rolle der Männer in unserer Gesellschaft. Ein Höhepunkt war die Botschaft von Geri Keller, der als geistlicher Vater vieler Christen in der Schweiz gilt. Livenet-Praktikant Aaron Aebi war am Samstag vor Ort.

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Geri Keller
Die Men's World 2015 stand ganz im Zeichen der Superhelden. Am Eingang wurde ich von freundlichen Männern begrüsst, die stolz ein rotes Superhero-S auf der Brust trugen. Doch worüber definieren sich wahre Superhelden eigentlich? Sind es die Muckis, das Machogehabe oder der Maserati in der Garage? Die Veranstalter der Männerkonferenz in Rapperswil haben am vergangenen Wochenende wohl manch ein Vorurteil infrage gestellt, wurden die Teilnehmer doch schon zu Beginn während des Worships ermutigt, die coole Maske abzulegen und ganz natürlich vor Gott zu treten. Im Fokus stand die Frage, wie jeder von uns ein «Everyday Superhero», also ein alltagstauglicher Superheld sein kann.

«Ein Mann wird nicht geboren, er wird gemacht»

Die erste Session am Samstagmorgen gestaltete Steffen Beck, Pastor des ICF Karlsruhe. Er lieferte einen spannenden Exkurs in die Entwicklungspsychologie. «Ein Mann wird nicht geboren, er wird gemacht», so Beck. Er erklärte, Jungen hätten oft Mühe, ihre Identität zu finden und forderte Väter auf, sich im Umgang mit ihren Kinder nicht zu verstellen und schon gar nicht bei ihrer Frau abzugucken - auch wenn ihr Umgang vorbildlich ist. Jungen brauchen keine «zweite Mutter mit Bart» – ab und an könne es deshalb auch etwas rau zu und her gehen. Beck zitierte 1. Mose Kapitel 1, Vers 27, wo steht, dass Gott Mann und Frau nach seinem Ebenbild erschuf. «Wir brauchen Frauen, um anders sein zu können. So finden wir unsere Identität», argumentierte Beck.

Männer brauchen einen Leiter

Der Rahmen, den die Men's World schuf, liess Echtheit und Ehrlichkeit zu. Diese Chance liess sich auch Steffen Beck nicht entgehen und thematisierte etwas, das sonst kaum angesprochen wird. Beck gab zu bedenken, dass Männer oft Schwierigkeiten hätten, eine Beziehung mit Jesus Christus aufzubauen, ihn gar als «Bräutigam» zu bezeichnen. Männer seien sowieso tendenziell wortkarg, eine «persönliche Beziehung» sei daher der falsche Ausdruck. «Männer suchen nicht einen Liebhaber, sondern vielmehr einen Leiter, der ihnen eine Aufgabe gibt.»

Zwischendurch heizte die lebhafte Worship-Band die Eventhalle in Rapperswil mächtig ein. In einer Qualität, wie man sie vom ICF gewohnt ist, spielten die vier Jungs temperamentvolle Songs, auch aus der eigenen Liederküche.

«Gott ist ein grossartiger Ermutiger»

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Steffen Beck
Steffen Beck sah sich selbst als Wegbereiter für die zweite Session an diesem Morgen. Angekündigt wurde er als «Vater der Väter» und mit Standing Ovation auf der Bühne willkommen geheissen: Geri Keller, Pastor der Reformierten Landeskirche. Er räusperte sich, schaute eine Weile ins Publikum und begann zu erzählen, was Gott ihm aufs Herz gelegt hat. In seinem Alter müsse er sich nicht mehr akribisch auf eine Predigt vorbereiten – sein Leben sei die Botschaft, so der 84-Jährige.

Das ICF zeichne sich durch Wildheit und gleichzeitig Menschenfreundlichkeit aus, es mache ihn immer wieder frisch, würdigte Keller die «Kirche am Puls der Zeit». Mit derselben Leidenschaft, wie im ICF Sonntag für Sonntag Gott gefeiert wird, würde Gott die Menschen kompromisslos lieben. «Gott hat eine unheimliche Sehnsucht nach Menschen. Er ist nicht an deinen Sünden interessiert, er will einfach mit dir Zeit verbringen.» Ausserdem sei Gott ein «heiliges, aber gewaltiges Schlitzohr», schmunzelte Keller, und spielte damit auf die Geschichte an, als Gott mit Jakob kämpfte und ihn gewinnen liess. «Gott ist ein grossartiger Ermutiger», fasste er zusammen

Mit seiner ungezwungenen, väterlichen Art hat Geri Keller das Publikum begeistert. Wenn er sprach, war es in der sonst so pulsierenden Halle mucksmäuschenstill.

«Sei stark, sei ein Mann!»

Geri Keller stützte seine Botschaft auf 1. Könige Kapitel 2, Vers 2. Dort sagt König David zu seinem Nachfolger Salomo: «Ich weiss, dass ich bald sterben werde. Jetzt musst du deinen Mann stehen. Sei stark, mein Sohn!» Keller übertrug diesen Vers auf den gegenwärtigen Umbruch. Die geistlichen Väter dieser Zeit seien alt und die neue Generation stehe auf der Matte. «Meine Frau und ich stehen im Generationen-Alphabet ziemlich weit vorne. Jetzt sind die Generationen X und Y gefragt und schon bald folgt die Generation Z. Entweder muss man danach das Alphabet von vorne beginnen oder Jesus kommt wieder», witzelte Keller. Die Einheit unter den Christen liegt ihm besonders am Herzen. Etwas müsse «changen», dazu brauche es jeden Einzelnen. «Ihr seid die Generation, die die Integrität der einen Welt vorantreibt – ihr seid die neuen Väter», wandte sich Keller ans Publikum. «Deshalb bin ich hier, um zu sagen ‹wake up›, sei stark, sei ein Mann! Ist das klar?»

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Layne Schranz
Die ICF Men's World hatte bereits am Freitag begonnen. In einer ersten Message am Freitagabend sprach Layne Schranz, Pastor einer US-amerikanischen Megachurch und mehrfacher Champion als Rallyefahrer. Im Anschluss standen den Teilnehmern verschiedene Attraktionen wie beispielsweise eine Party, ein Poker-Turnier und Videospiele zur Auswahl. Das heimliche Highlight der Veranstaltung war wohl aber das Lasertag-Spiel. Auch am Samstagnachmittag standen unter anderem sportliche Aktivitäten auf dem Programm.

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Datum: 07.09.2015
Autor: Aaron Aebi
Quelle: Livenet

Kommentare

Ich war selbst an dieser Konferenz und kann kaum beschreiben, wie ermutigend diese Botschaften waren. Wir wurden dazu ermutigt wieder neu Mut zu fassen um aufzustehen und für Gott Position zu beziehen, Ungerechtigkeit nicht stehen zu lassen und die kleinen Chancen im Alltag nicht ungenutzt zu lassen. Viel zu schnell vergessen wir die Menschen um uns herum die Gott noch nicht kennen, beim Versuch selbst immer heiliger zu werden und aufzupassen ja nichts falsches zu machen. Ich kann nur jeden ermutigen das nächste Mal selbst an der Konferenz teilzunehmen.
Schlagzeilen wie "Gott ist ein Schlitzohr" lassen mir die Haare zu Berge stehen. Das geht in die gleiche Richtung wie die Aussage eines nicht mehr ganz jungen Mannes, der mir letzthin gesagt hat "Im Himmel werde ich mit Gott Bier saufen" oder was ich kürzlich ebenfalls gelesen habe als Biermarke "Sweet Baby Jesus". Das ist meiner Ansicht nach eine Form, Jesus und Gott in unsere Vorstellung zu pressen (Fietz: Wir haben Gott klein gemacht) und dabei zu vergessen, dass es letztendlich nicht um uns, sondern um Gott geht! Wir versuchen Gott zum Kumpel zu machen, durch vermeintlich witzige Provokationen aufzufallen und verstecken, dass uns sein Heiligkeitsanspruck auf den Wecker geht?
Das sehe ich nicht so. Zitat:"...und spielte damit auf die Geschichte an, als Gott mit Jakob kämpfte und ihn gewinnen liess." In dem Zusammenhang sehe ich "Schlitzohr" als das, was wir im Schweizerdeutschen liebevoll "heimlifeiss" sagen, manchmal augenzwinkernd. Gott lässt Jakob kämpfen, weiss aber ja genau, dass ER stärker ist - aber er lässt Jakob diese Erfahrung selber machen, weil er es scheinbar sonst nicht glauben würde. Genau das zeigt mir, dass Gott heilig ist. Zudem: wenn man Geri Keller mal selber gehört und erlebt hat, weiss man, wie schön und biblisch fundiert sein Gottesbild ist. Schlussendlich hat Gott sich selber klein gemacht. Und bleibt gleichzeitig heilig.

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